Einstige Rivalen in Bremen

Die Bremen Classic Motorshow ist alljährlich der Startschuss in die Oldtimersaison, die Messe öffnet stets im frühen Februar ihre Pforten. Ich war in diesem Jahr erstmals in der Hansestadt dabei und gleich einer der Aussteller.

Und das kam so: Auf der Techno Classica letzten Jahres wurde unser 1. Vorsitzender, Toni Feßler vom Projektleiter der „Messe Bremen & ÖVB-Arena M3B GmbH“, Frank Ruge, angesprochen, ob der Club behilflich sein könnte das für 2020 geplante Sondershow-Thema „Rivalen! - Ford Capri gegen Opel Manta“ zu unterstützen. Es wurden die Kontakte ausgetauscht und eine Zusage der Unterstützung seitens des Clubs gegeben. Toni informierte mich von diesem Gespräch noch während der Messe in Essen.

Schwarze Motorhaube ein Muss

Anfang September 2019 trudelte dann die offizielle Anfrage durch Frank Ruge ein. Zur Sondershow wurden Autos gesucht, die in den 50er bis 90er Jahren miteinander konkurriert haben. Unter anderem die Paarung Capri und Manta. Gefunden hatte Ruge bereits einen originalen Manta 1900 SR aus der ersten Serie mit schwarzer Motorhaube und Zierstreifen an der Seite. Nun war das passende Gegenstück gefragt: Capri I 2000 oder 2300 V6 in GT-Ausstattung mit schwarzer Motorhaube. Diese Anfrage leitete Toni an mich zur Bearbeitung weiter. Einige Tage später nahm ich persönlich telefonischen Kontakt zu Frank Ruge auf. In diesem Gespräch bot ich ihm die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug an. Unter anderem erwähnte ich, dass ich einen 69er Capri 2300 GT XL Turbo May besitze. Er bat um Aufnahmen des Capri, die ich ihm zusendete. Der Capri stand aber zu diesem Zeitpunkt nicht zur Diskussion, da die Leistung meines Capri mit 180 PS gegen die 90 PS des Manta SR ein mindestens unfairer Vergleich ist. Nur mal rein von den Leistungsdaten her.

So machte ich mich daran unsere Datenbank zu durchforsten und fand natürlich sehr schöne Capris als Gegenstück zum Manta. Doch die Kontaktaufnahme und persönliche Gespräche während der folgenden 14 Tage zu den Besitzern stoppte dann meinen Elan. Feste oder eingeschränkte Zusagen hatte ich nur von zwei Besitzern. Einen top restaurierten Capri I 2000 GT L in hochlandgrüner Metallic-Lackierung sowie einen daytonagelben Capri ´73 2300 GT konnten wir bieten. Beide jedoch ohne die gewünschte schwarze Sportlackierung. Ich übermittelte Ruge dann Aufnahmen der zwei Capris. Es dauerte nicht lange, dann kam der Rückruf.

Gemeinsam mit Fachjournalist Wolfgang Blaube, der für die redaktionellen Texte zur Bremen Classic Motorshow zuständig ist, habe man sich klar für meinen Capri entschieden, da er die mit dem Manta vergleichbare Sportlackierung trägt. Blaube ist Schreiber unter anderem für verschiedene Oldtimermagazine, Fotograf und Fachbuchautor. Seine Fachgebiete sind Oldtimer und die allgemeine Geschichte der Motorisierung. Zu ihm hatte ich bereits mehrfach Kontakt bezüglich Kontaktanfragen mit Michael May.

Die Gespräche mit dem Projektleiter

Im folgenden Telefonat mit Frank Ruge berichtete ich dann über meine „Bauchschmerzen“ bezüglich der Leihgabe. Verladung, Entladung, Präsentation in der Messehalle, Rücktransport - man will das Unglück ja nicht herbeirufen. Aber da kann doch eine Menge passieren. So vereinbarten wir ein persönliches Gespräch.

Anfang Dezember fand dieses dann in Nideggen-Wollersheim, dem „Winterschlafquartier“ meines Capri, statt. In Anwesenheit von Freund Walter Winkler, bei ihm überwintert das Auto, wurden alle meine Fragen vertrauensbildend von Ruge beantwortet. Folgende Voraussetzungen waren und sind sehr wichtig für mich: geschlossener versicherter Transport einer deutschen Spedition, kein Subunternehmen, Versicherungsschutz beim Aufladen und Entladen sowie während der Präsentation auf der Messe Sicherung des Fahrzeuges durch ein Absperrung und einen Sicherheitsdienst.

Die Rivalen duellieren sich in der Messe Bremen.

Die Rivalen duellieren sich in der Messe Bremen.

Im Bauch des Spezialtransporters wartete in Wollersheim bereits ein Opel Kadett GT/E.

Im Bauch des Spezialtransporters wartete in Wollersheim bereits ein Opel Kadett GT/E.

Kurz vor Weihnachten kam dann der Leihgabevertrag der Messeleitung zur Unterschrift, wo auch die genannten Punkte festgeschrieben wurden. Selbst die Versicherungspolice machte ganz klare Festlegungen zu den Punkten.

Verladung in Wollersheim

Von der durchführenden Spedition, Hübinger Transporte aus Wiesbaden, wurde ich informiert, dass der Capri am Dienstag, 28. Januar, ab 9 Uhr in Wollersheim aufgeladen wird. Also bin ich einen Tag vorher dorthin gefahren und habe „meinen May“ aus dem Winterschlaf geholt und ihn für die Präsentation vorbereitet. Am folgenden Morgen um Punkt 9 Uhr blockierte der Spezialtransporter, einen geschlossener Kässbohrer-Sattelzug neuester Generation mit separatem Ausschub für bis zu sechs Fahrzeuge, die Hauptdurchgangsstraße in Wollersheim. So etwas hatten einige Anwohner und auch ich live noch nicht gesehen.

Blutdruck und Ladedruck

Ein beeindruckendes Erlebnis wie professionell und schnell der Capri in dem Sattelzug sicher verschwand. Keine zehn Minuten vergingen und der Spezialtransporter setzte seinen Weg, nun mit drei Klassikern an Bord, nach Bremen fort. Zwei weitere Oldtimer sollten auf der Wegstrecke noch eingesammelt werden. Zu Hause angekommen berichtete ich meiner Frau Birgit von der sehr kurzen Verladung unseres Capri. An diesem Tag ersparte ich es mir übrigens zur Gänze, meinen Blutdruck zu messen. Schließlich hat so ein Gerät nach oben hin ja auch seine Grenzen...

Hübinger hat jahrelange Erfahrung im Transport und der Betreuung von Motorsportfahrzeugen, etwa aus der DTM. Auch die Verfrachtung von Prototypen, Vorserienfahrzeugen, Fahrzeugen für Film-, Fernsehen- und Fotoaufnahmen sowie natürlich auch Oldtimern wird durch das Unternehmen durchgeführt. Die wissen wirklich, was sie da tun. Aber komme mal gegen die eigenen Albträume an!

Am folgenden Mittwoch, vor Start der Messe, kam dann der erlösende Anruf von Frank Ruge: „Alles gut! Ihr Capri steht wohlbehalten und trocken in der Halle 5 und glänzt vor sich hin!“ Eine Aufnahme mit dem Kontrahenten Manta fand ich auch noch abends über den Facebookauftritt des Veranstalters, nachdem Freund Walter mich daraufhin aufmerksam gemacht hatte. Ab dem Zeitpunkt war mein „Ladedruck“ dann auch wieder normal.

Am Freitagvormittag starteten Birgit und ich gemeinsam mit Walter ohne größere Staus nach Bremen. Nach unserem Hotel Check-in trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen mit Manfred und Wolfgang Borgert. Es war zwar nur kurz und spontan, aber wir hatten viel Spaß bei interessanten Gesprächen. Wir hatten uns für diesen Tag kein Messebesuch vorgenommen obwohl das Hotel in unmittelbarer Nähe zum Messegelände lag. Ein paar kleine „Absacker“ später ging es dann in die Koje, einen prallen Messesamstag voraus.

Aufforderung zur Unterlassung

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstagmorgen stand für uns der Messebesuch und ein Wiedersehen mit meinem Capri auf dem Programm. Birgit hatte sich einen Besuch der historischen Innenstadt mit Shoppingmöglichkeit vorgenommen und wollte uns zwei auch „in Ruhe“ genießen lassen. Unser erster Gang führte uns in die Halle 5 zum Capri, das war ja klar. Eindrücke und Bilder hatte ich bereits von Manfred Borgert am Freitagabend bekommen. Da stand er - ein Wiedersehen voller Freude.

Sportcoupés mit Platz für vier Personen: Manta A und Capri I fischten im selben Revier.

Sportcoupés mit Platz für vier Personen: Manta A und Capri I fischten im selben Revier.

Als ich die Absperrung überstieg wurde ich sofort vom Sicherheitspersonal angesprochen und aufgefordert dies zu unterlassen. „Ich bin der Besitzer des Capri“ antwortete ich. Er studierte eine Liste mit Bildern und Namen und dann: „Ein Frank Lehmann steht nicht auf der Liste“. Beeindruckt war ich, dass die zugesagte Absicherung meines geliebten Capris eingehalten wurde und funktionierte. Erst viel später - gegen Mittag - durfte ich dann nach Genehmigung des Projektleiters ans Fahrzeug.


Die Sondershow „Rivalen!"

„Rivalen!“ Diesen herausfordernden Titel trug die diesjährige Sondershow. VW Käfer gegen DKW Junior, Manta A versus Capri I, Ferrari Daytona kontra Lamborghini Miura, Opel Kadett GT/E und VW Golf GTI: 14 solcher klassischen Duellanten standen sich paarweise gegenüber, stilvoll arrangiert in einem boxringartigen Ambiente. Der bekannte Moderator Johannes Hübner hat an allen drei Tagen, zweimal täglich, sehr aufschlussreiche Informationen zu jedem Duell sowie die Geschichte der einzelnen Modelle für die Besucher parat. Diesem Mann zuzuhören ist wahrlich ein Fest für die Ohren!

An unseren beiden Messetagen ging es durch alle acht Hallen und das Parkhaus, in dem überwiegend Privatleute insgesamt 262 Old- und Youngtimer zum Kauf anboten. Insbesondere Walter ist auch an Zweirädern interessiert. Hier bildeten 20 der 438 Motor- und Fahrrad- Klassiker die Sonderausstellung „70 Jahre Motorroller-Kultur in Deutschland“.

Rücktransport ins Winterquartier

Montagmorgen. Hotel Check-out und dann zum Messegelände zur Verladung des May. Wieder pünktlich um 10 Uhr traf der Spezialtransporter mit dem selben Fahrer ein. Wow, ich war total begeistert angesichts dieses hochprofessionellen Vorgehens.

Erst ein Bulli T4, dann der Kadett GT/E, danach habe ich meinen Capri in den Sattelzug gefahren. Es folgten die weiteren zwei Oldtimer, darunter der Manta 1900 SR. In Burscheid erwartete ihn sein Besitzer auch wieder zurück. Birgit war auch tief beeindruckt, wie schnell so etwas abläuft, wenn echte Profis am Werk sind. Anschließend machten wir drei uns auf den Rückweg nach Euskirchen. Auch die Rückfahrt verlief ohne große Verzögerungen. Am Dienstagmittag traf der Capri wohlbehalten zur Entladung in Wollersheim wieder ein und wurde wiederum ohne Probleme schnell entladen und zum Fortsetzen seines Winterschlaf übergeben.

Für uns drei war der erstmalige Besuch der Messe ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde es immer wieder machen mit diesem Veranstalter - und nun auch frei von allen „Bauchschmerzen“.

Zahlen aus Bremen

Hier noch einige Daten aus der abschließenden Pressemitteilung der Messe. 45.582 Besucher - so viele wie noch nie - ließen sich die 18. Auflage der Bremen Classic Motorschow nicht entgehen. „Dieser deutliche Zuspruch zeigt, dass das Interesse an klassischen Fahrzeugen nach wie vor groß ist und wir mit unserem breiten Angebot auch den Nerv des Nachwuchses treffen“, sagte Projektleiter Frank Ruge angesichts einer knapp zehnprozentigen Steigerung der verkauften Tickets im Vergleich zu 2019.

738 Aussteller wurden gezählt, satte 61 mehr als noch im Jahr zuvor. Das sind bemerkenswerte Zahlen, wenn man diese einmal mit dem Niedergang an später hinzugekommenen Orten vergleicht. Köln und Hamburg haben ihre Messen im letzten Jahr beerdigt, Berlin verzeichnete 2019 einen massiven Rückgang an Präsentatoren und Besuchern.

Ein weiteres Ergebnis, das für das Renommee der Bremen Classic Motorshow spricht: Knapp die Hälfte aller Befragten reiste mehr als 100 Kilometer, um beim Saisonauftakt dabei zu sein.

Der Termin für nächste Ausgabe steht. Die 19. Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2021, an bekannter Stelle statt.

Frank - nach vorherigem „Ladedruck“ in Bremen völlig entspannt.

Frank - nach vorherigem „Ladedruck“ in Bremen völlig entspannt.

[Text: Frank Lehmann & Messe Bremen - Fotos: Frank Lehmann]


Capris in Film und Fernsehen. Da denkt man sofort an die britische Fernsehserie „Die Profis“. „The Professionals“ (der Originaltitel) wurde zwischen 1977 und 1981 in fünf Staffeln hergestellt. Das ZDF begann mit der Erstausstrahlung am 7. Oktober 1981, zeigte aber nur 41 der insgesamt 57 Folgen. Ab der zweiten Staffel waren Capris regelmäßig zu sehen, in den letzten beiden Staffeln fahren die CI5-Agenten William Bodie (Lewis Collins) und Raymond Doyle (Martin Shaw) beide einen III-er. Neben den Profis kamen und kommen Capris aber auch in vielen weiteren Produktionen zum Einsatz. Hier ein paar Beispiele zum I-er.

Der I-er wurde beim Dreh 1970 nicht geschont.

Der I-er wurde beim Dreh 1970 nicht geschont.

Das Finale des Films findet nicht im, sondern auf Capri statt.

Das Finale des Films findet nicht im, sondern auf Capri statt.

Romy Schneider als Beifahrer

Erst im Capri - dann auf Capri. Im französisch-italienischen Spielfilm „Die Geliebte des Anderen“ aus dem Jahre 1970 rast Serge (Maurice Ronet) mit seiner Geliebten Marina (Romy Schneider) auf dem Beifahrersitz des Capri auf eine Klippe zu.

Die Geschichte des Films: Marina und Claude (Gabriele Tinti) sind ein Paar. Sie machen mit dem Auto einen Ausflug in die Bretagne. Dort kommt es zum Streit. Claude schlägt Marina und zwingt sie zu einer gemeinsamen Autofahrt. Dabei kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Das Cabriolet fliegt über eine Klippe in den Abgrund und versinkt im Meer. Wie durch ein Wunder rettet sich Marina und meldet sich bei der Polizei, die den Unfall aufnimmt. Claude ist spurlos verschwunden.

Romy Schneider sieht dem Abgrund entgegen.

Romy Schneider sieht dem Abgrund entgegen.

Sein Bruder Serge nimmt Kontakt mit Marina auf und verliebt sich in sie. Als er Revolverpatronen in ihrer Handtasche entdeckt, beginnt er Marina des Mordes an seinem Bruder zu verdächtigen. Trotz der Verdächtigungen beginnt er eine Liebesaffäre mit Marina und fährt mit ihr gemeinsam in die Bretagne an den Unfallort. Dort macht er sich auf Spurensuche. Er möchte den wahrscheinlich toten Bruder finden. Bei einem Tauchgang findet er jedoch anstelle des Bruders einen rostigen Revolver, der zu den Patronen Marinas passt.

Er konfrontiert sie mit seinem Verdacht, will sie mit der Raserei im Capri auf den Abgrund zu einem Geständnis bringen. Doch Marina streitet alles ab. Die Flut spült schließlich eine Leiche an Land und es stellt sich heraus, dass es nicht Claude ist.

Claude taucht plötzlich wieder bei Marina auf und will sich an ihr für die Untreue mit seinem Bruder rächen. Im Streit ersticht Marina Claude und vergräbt ihn im Garten. Sie flieht daraufhin in die Arme von Serge und gesteht ihm die Tat. Doch Serge will ihr dies nicht mehr glauben. Das Liebespaar fährt nach Italien. Die Leiche wird jedoch durch einen starken Regen im Garten freigelegt und die Polizei kommt Marina auf die Spur. Als das Liebespaar auf Capri ankommt, wird es von der Polizei festgenommen.

Doch nicht nur Zeiten, in denen der Capri in der Produktion war, wurden diese Fahrzeuge vor die Kameras gefahren. Hier zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Hannelore Hoger am Steuer

„Hotel Heidelberg“ ist eine bisher siebenteilige Fernsehfilmreihe der ARD. Die ersten beiden Teile wurden im Sommer 2015 in Heidelberg gedreht. Mit Blick auf den Schlossberg liegt das „Hotel Heidelberg“ am Ufer des Neckars. Das für seinen besonderen Charme geschätzte Haus ist das Lebenswerk von Hermine Kramer (Hannelore Hoger), einstmals linke Aktivistin und heute eine stadtbekannte Persönlichkeit. Obwohl ihre Tochter Annette inzwischen die Geschäfte führt, möchte die flippige Seniorchefin nicht loslassen.


Hannelore Hoger am Steuer

„Hotel Heidelberg“ ist eine bisher siebenteilige Fernsehfilmreihe der ARD. Die ersten beiden Teile wurden im Sommer 2015 in Heidelberg gedreht. Mit Blick auf den Schlossberg liegt das „Hotel Heidelberg“ am Ufer des Neckars. Das für seinen besonderen Charme geschätzte Haus ist das Lebenswerk von Hermine Kramer (Hannelore Hoger), einstmals linke Aktivistin und heute eine stadtbekannte Persönlichkeit. Obwohl ihre Tochter Annette inzwischen die Geschäfte führt, möchte die flippige Seniorchefin nicht loslassen.

Hannelore Hoger steuert einen gelb-schwarzen I-er durch Heidelberg.

Hannelore Hoger steuert einen gelb-schwarzen I-er durch Heidelberg.

Unterwegs unterhalb des Heidelberger Schlosses.

Unterwegs unterhalb des Heidelberger Schlosses.

Ganz nah ran an die Kamera.

Ganz nah ran an die Kamera.

Wegen ihrer allgegenwärtigen Aura kommen viele Gäste wie US-Altrocker Dave Rivers (Reiner Schöne). Den holt Hermine stilecht mit ihrem gelb-schwarzen Capri vom Flughafen ab. Weil es einen Rivers allerdings nie gab, schieben sie Hermine bei ihrer Fahrt im Coupé ein gänzlich anderes Rockstück unter. Zu hören ist in dieser Szene „Learn to fly“ von den Foo Fighters.

Abfahrt zum Treff mit dem fiktiven US-Altrocker Dave Rivers.

Abfahrt zum Treff mit dem fiktiven US-Altrocker Dave Rivers.

Über die Dreharbeiten berichtete Christoph Maria Herbst („Stromberg“), der in dieser Serie den Therapeuten Ingolf Muthesius spielt: „Die Lage hier am Neckar ist ein Traum. So wie wir arbeiten, machen andere ihren Urlaub! Beim Dreh im Sommer 2015 bin ich bei 37 Grad den Neckar entlang gejoggt, hätte fast ‘nen Herzinfarkt dabei bekommen. Dann hätte ich tatsächlich mein Herz in Heidelberg verloren...“


I-er als Zugfahrzeug

Ein Beispiel gibt es auch aus diesem Jahr, das Geschehen des ARD-Fernsehfilms „Big Manni“ spielt in Ettlingen, Mitte der 1980er Jahre. Manfred Brenner (Hans-Jochen Wagner), mit seiner Fassadenfarbe ein regional erfolgreicher Unternehmer, hat gerade ein kleines Tief. Aber mit seiner neu gegründeten Firma FloxTex, davon ist Brenner überzeugt, wird er den großen Durchbruch schaffen. Mit neuartigen Horizontalbohrsystemen soll der Rohrleitungsbau im Untergrund revolutioniert werden. Doch der große Erfolg bleibt erst mal aus. Manfred Brenner spielt auf Zeit– und es klappt. Er arbeitet mit Bohr-systemen und Aufträgen, die gar nicht existieren, häuft Kredit auf Kredit und Leasingvertrag auf Leasingvertrag. Er setzt Charme und Überzeugungskraft ein, und lange Zeit bemerkt niemand, dass Brenner mit wenigen Helfern und vielen gefälschten Unterlagen ein betrügerisches Firmenkonsortium aufbaut. Zu seinen Helfern gehört der Angestellte Alfred Hoppe (Georg Alfred Wittner). Der fährt einen rot-schwarzen Capri mit Hängerkupplung, der auch für jenseits der Legalität angesiedelte Einsätze herhalten muss.

Auf dem Firmenhof.

Auf dem Firmenhof.

Dieser Streifen ist angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma FlowTex. Er erzählt von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden DM betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider 1999 verhaftet wurde. In ihrem Fernsehfilm sezieren Regisseur Niki Stein und die Autoren Johannes Betz und Jürgen Rennecke mit viel Spaß an der Realsatire, wie Banker und Politiker sich von dem Unternehmer täuschen lassen. „Big Manni“ lief am Mittwoch, 1. Mai, um 20.15 Uhr in der ARD.

Der Name der Firma Flow Tex aus dem Film „Big Manni“ entspricht dem Original: So legte Manfred Schmider 1999 einen Milliardenbetrug hin..

Der Name der Firma Flow Tex aus dem Film „Big Manni“ entspricht dem Original: So legte Manfred Schmider 1999 einen Milliardenbetrug hin.

[Text & Screenshots: Marc Keiterling]


Das einmalige Erlebnis mit Ford

Es war ein einmaliges Erlebnis – in des Wortes wahrstem Sinne. Den 50. Geburtstag des Capri feierte Ford neben dem Werksbesuch im Juni (zum Bericht ) auch mit einem Besuch der Classic Days Schloss Dyck. Die Vorarbeit dazu leistete unter anderem der Capri Club Deutschland, die vom Werk beauftragte Agentur „KAP text.kommunikation“ vollendete.

Anfang des Jahres 2019 meldet sich Hartwig Petersen, in der Pressestelle der Ford Werke für die Produktkommunikation zuständig, bei mir. Man wolle das Thema „50 Jahre Capri“ seitens des Hauses auf Schloss Dyck groß präsentieren. „Habt ihr Möglichkeit und Interesse, etwa 15 sehr original aussehende Capri im Bestzustand zu präsentieren“, lautet die konkrete Frage. Ja! Na klar! Die Aussicht, dies gemeinsam mit Ford auf die Beine zu stellen, ist auf Anhieb verlockend.

Ein vielfältiges Bild ist gewünscht

Später im Frühjahr werden die Rahmenbedingungen genannt, erstmals habe ich dann Kontakt zu Klaus-Achim Peitzmeier. Achim ist Inhaber des Redaktionsbüros „KAP text.kommunikation“ und im doppelten Sinn ein Mann vom Fach. Journalist, Buchautor und Motorsportler – er arbeitete unter anderem mehrere Jahre für die Auto Zeitung und zählt mit seinen Mitarbeitern zum Redaktionsteam verschiedener Old- und Youngtimer-Fachblätter. Außerdem ist Peitzmeier seit 1983 aktiver Renn- und Rallyefahrer.

Aufstellung im Werk, direkt vor der Halle mit den Classic Cars.

Aufstellung im Werk, direkt vor der Halle mit den Classic Cars.

„Welche Autos könnten wir bekommen“, fragt mich Achim. Ich schlage eine Mixtour aus verschiedenen Motorisierungen und Farben aus den drei Baureihen vor, um den Besuchern ein möglichst vielfältiges Bild zu präsentieren. So soll es sein, wir schreiben die Teilnahme auf der CCD-Homepage aus. Gleichzeitig sprechen Frank Lehmann, unser 3. Vorsitzender und Öffentlichkeitsarbeiter, und ich gezielt Capri-Besitzer an.

Alle Baureihen selbstverständlich vertreten und die beiden Cabrios von Gregor Reininger.

Alle Baureihen selbstverständlich vertreten und die beiden Cabrios von Gregor Reininger.

So gelingt es uns schließlich I-er vom 1500er bis zum 2600er und III-er vom 1,6 Liter L bis zum 3,0 Liter Spezial zusammenzustellen.

Der II-er spielt für uns – auch angesichts der kürzesten Bauzeit und der geringsten Stückzahl - die „dritte Geige“. Hier gelingt es, drei besondere Exemplare zu bekommen. Ein ehemaliges Direktionsfahrzeug, ein Ghia, ein Turbo May.

Zwei „Firmenfahrzeuge“ sind im Feld

Der schon genannte „Zwosechser RS“ ist der einzig straßenzugelassene Capri aus der Werkssammlung, hinzu kommen noch die „Firmenfahrzeuge“ von Früh Kölsch und das Auto von Sonax.

Die Welt da draußen - weg. Hier sind die Classic Days.

Die Welt da draußen - weg. Hier sind die Classic Days.

Alle Teilnehmer werden im Vorfeld noch kontaktiert. Einige doppelt und dreifach, weil sie sowohl die Agentur, als auch einen Texter (in diesem Fall ich) und einen Fotografen der Classic Cars an der Strippe haben.

Treffpunkt ist am ersten Freitag im August das Mercure-Hotel im Kölner Westen. Erstes Aufatmen, alle Fahrzeuge sind am Start. Am folgenden Morgen ist um 8 Uhr Abfahrt in Richtung Werk, wo wir ab 8.30 Uhr erwartet werden. Nicht am Steuer, sondern im Krankenhaus befindet sich leider Svenja Martin. Die Capri-Pilotin mit dem schneeweißen rundverbreiterten I-er muss sich mit starken Kopfschmerzen und Unwohlsein in ärztliche Behandlung begeben. Gerade sie hat sich im Vorfeld so sehr über die Teilnahme an der Veranstaltung gefreut und dann das! Ihr Beifahrer, Reinhold Gernet, soll aber auf jeden Fall mitfahren, so wünscht es sich Svenja.

Auf Schloss Dyck eingetroffen, muss der Capri-Konvoi auf eine Rennpause warten, weil die Präsentationsfläche innerhalb des Rundkurses liegt.

Auf Schloss Dyck eingetroffen, muss der Capri-Konvoi auf eine Rennpause warten, weil die Präsentationsfläche innerhalb des Rundkurses liegt.

Die angesprochene „Befragung“ durch die Agentur liegt jetzt als Ergebnis vor. Alle Autos werden mit aufwändig gestalteten Unterlagen ausgestattet. Diese beinhalten die Routenbeschreibung für die Fahrt vom Werk zum Schloss, aber auch die individuellen Geschichten zu allen Teilnehmern. Das beeindruckt alle, ebenso wie die hochwertigen Schilder, die später den Besuchern während der Classic Days die Informationen zu Capri und Besitzer liefern.

Zahlreiche Gäste in den Capris

In Köln erhalten wir außerdem – das Prozedere wiederholt sich am Sonntag- unsere Tages-Beifahrer. Dies sind Gäste des Hauses Ford, viele davon Journalisten. So machen wir uns auf eine Tour über Land und oft auch im Schatten der riesigen Braunkohle-Kraftwerke hin zum Wasserschloss bei Jüchen.

Dort eingetroffen ergreift Achim Peitzmeier vor Beginn des Capri-Demolaufs auf dem 2,8 Kilometer langen Rundkurs das mahnende Wort: „Auf der Geraden dürft ihr 120 fahren. In den beiden kleinen Ortschaften gilt es unbedingt die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Ich bin da vor Jahren mal so richtig durchgekachelt, da stand kurze Zeit später die Polizei auf der Matte und wollte nach meiner Allzeit-Bestzeit meinen Führerschein gleich mal mitnehmen. Also Achtung, das ist kein Witz: Es wird geblitzt!“

Naja, so großartig die ganze Geschichte mit dem Rundkurs - umsäumt von vielen begeisterten Zuschauern und Strohballen an allen gefährlichen Stellen - ja ist: so frei von der Ordnungsmacht scheint es dann doch nicht zu gehen. Blau-Weiße Spaßbremsen...

Ammerschläger gibt Schub

Einer pfeift darauf: Ehrengast Thomas Ammerschläger, legendärer Aerodynamik-Tüftler der Rennsportabteilung in den Jahren 1972 bis 1980 und zuvor Hobby-Rennfahrer, sitzt im RS auf der Position eins und hat nach der zweite Runde den letzten Capri schon wieder direkt vor sich. „Rennfahrer-Gen“, was will man machen.

Wann hat man mehrere Capri-Heroen von einst schon einmal an einem Ort? Ich lasse mir das Modell eines RS von Dieter Glemser, Jochen Mass, Klaus Ludwig und Roland Asch signieren.

Wann hat man mehrere Capri-Heroen von einst schon einmal an einem Ort? Ich lasse mir das Modell eines RS von Dieter Glemser, Jochen Mass, Klaus Ludwig und Roland Asch signieren.

Aerodynamik-Tüftler Thomas Ammerschläger, hier mal auf dem Beifahrersitz, hat beim Thema Tempolimit ganz dezent nicht hingehört: „Rennfahrer-Gen“.

Aerodynamik-Tüftler Thomas Ammerschläger, hier mal auf dem Beifahrersitz, hat beim Thema Tempolimit ganz dezent nicht hingehört: „Rennfahrer-Gen“.

Alle Capris sind ausgeschildert.

Alle Capris sind ausgeschildert.

Auch am Sonntag dürfen wir über den Kurs fahren, da wird mancher „normaler“ Besucher der Classic Days sicherlich auch ein wenig neidisch gewesen sein. Das Befahren des Rundkurses ist nur den historischen Monoposto- und Tourenwagen sowie ausgesuchten Sonderläufen vorbehalten. Eben ein einmaliges Erlebnis in diesem Jahr.

Brücken bauen - das gelingt bei den Classic Days auf Schloss Dyck alljährlich. Juwelen im Park, Clubs im Miscanthusfeld, Picknick im Garten - hier ist für alle etwas geboten. Hinzu kommen die Demoläufe auf dem Rundkurs.

Brücken bauen - das gelingt bei den Classic Days auf Schloss Dyck alljährlich. Juwelen im Park, Clubs im Miscanthusfeld, Picknick im Garten - hier ist für alle etwas geboten. Hinzu kommen die Demoläufe auf dem Rundkurs.

Echter Kontrast, entdeckt im Innenhof des Schlosses.

Echter Kontrast, entdeckt im Innenhof des Schlosses.

Fotoarchiv Classic Days Schloss Dyck 2019

Tim Willenweber auf dem Rundkurs.

Tim Willenweber auf dem Rundkurs.

Fernsehübertragungswagen des NDR, damals.

Fernsehübertragungswagen des NDR, damals.

[Fotos: Thomas Rauhut, Angelika Wilhelm, Walter Winkler & Marc Keiterling]


Mit den Capris durch die Alpen

Was macht man, wenn man auf dem Capri-Treffen bei den Freaks in Bayern war und noch eine Woche Urlaub hat? Ganz klar: Man fährt natürlich weiter nach Süden, sucht sich zwei Unterkünfte und kurvt durch die Alpen. Zum Glück konnte ich meinen guten Freund Michael Roth mit auf die Tour nehmen. Er hat sich relativ kurzfristig dazu entschlossen dabei zu sein um ein paar tolle Tage in den Bergen zu verbringen.

Nach einem letzten üppigen Frühstück bei den Freaks geht es am Sonntagmittag gemütlich durch Niederbayern vorbei am Berchtesgadener Land in Richtung Zell am See zu unserer ersten Unterkunft in Kaprun. Eine kleine familiäre Pension mit Blick auf das Kitzsteinhorn und die Salzburger Berge ist genau das richtige für uns und der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.

Vor Ort erstmal eine Busfahrt

So machen wir uns am Montagmorgen auch gleich mit dem Bus auf den Weg nach Zell am See und mit der Gondelbahn auf den Hausberg der Stadt, die Schmittenhöhe. Für den ersten Tag im Gebirge habe ich nur eine kleine Runde von circa acht Kilometern und rund 1000 Höhenmetern ausgesucht. Wie sich herausstellt ist es genau die richtige Entfernung für uns ungeübte Wanderer. Schließlich wollen wir neben den wunderbaren Ausblicken auch die österreichischen Köstlichkeiten genießen.

Auf dem Weg nach Kaprun.

Auf dem Weg nach Kaprun.

Auf den Tisch kommen unter anderem Käsnockeln und Speckknödel-Suppe, Apfelstrudel mit Schlagobers und natürlich Almdudler. Die letzten Meter der Runde hoch zur Gondelbahn sind dann doch noch mal anstrengend. Irgendwie will der Strudel immer in Richtung Tal! Am späten Nachmittag haben wir dann doch noch Zeit um unsere schmutzigen Autos zu waschen. Mit einem dreckigen Capri auf den Großglockner zu fahren geht auf keinen Fall!

Michael Roth mit Fahrzeug auf der Großglocknerstraße.

Michael Roth mit Fahrzeug auf der Großglocknerstraße.

Großglockner - aber sauber!

Der Dienstag begrüßt uns schon früh mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um die 25 Grad. Es stehen gleich vier Punkte auf dem Tagesplan. Also nix wie los in Richtung der Berge und kurz hinter dem Ortsende rechts ab zur Siegmund-Thun-Klamm.

Mit gut 500 Metern ist sie zwar recht kurz, dafür ist der Weg aber echt beeindruckend. Man läuft praktisch ausschließlich über Holzstege die über dem tosenden Fluss an den Felswänden verankert sind. Einfach nur „Wow“.

Weiter geht’s am Klammsee vorbei zur Talstation der Kitzsteinhorn Gletscherbahn. Preis: 40 Euro pro Person bis zum Gipfel. Respekt! Zum Glück haben wir die „Sommercard“ von unserer Pension bekommen. Da fährt man ganz umsonst auf den Berg und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das nenne ich mal urlauberfreundlich.

Vom Gletscher blieb nicht viel

Also rein in die Gondeln und hoch auf den Gletscher. Von dem ist zwar nicht mehr viel übrig, trotzdem nutzen einige das Angebot und rutschen mit einem Bob die Eisfläche hinunter. Kaum in Worte zu fassen ist auch die Aussicht aus 3.000 Metern! Großglockner, Steinernes Meer, Zeller See und bei gutem Wetter auch die Dolomiten sind nur einige Motive, die einen erwarten.

Von der „Kälte des Berges“ wieder runter in die „Hitze am See“ zu einer Schiffsrundfahrt und zur Abkühlung ins Strandbad. Bei 20 Grad Wassertemperatur ein wahres Vergnügen. Leider gehen die drei Tage in Kaprun viel zu schnell vorbei, aber der Höhepunkt der Woche folgte ja schon am nächsten Tag. Bei perfekten Wetter nehmen wir die Marathon-Etappe unter die Capri-Räder.

Die beeindruckende Siegmund-Thun-Klamm.

Die beeindruckende Siegmund-Thun-Klamm.

Das macht der I-er locker: Dirk Appel hat den Großglockner unter die Räder genommen. Die Bremsen werden hier bei der Abfahrt wenig überraschend stark gefordert.

Das macht der I-er locker: Dirk Appel hat den Großglockner unter die Räder genommen. Die Bremsen werden hier bei der Abfahrt wenig überraschend stark gefordert.

Oldtimermuseum „ganz oben“.

Oldtimermuseum „ganz oben“.

Es gilt, drei Pässe zu überwinden und knapp 250 Kilometer zu absolvieren. Schnell noch etwas Super Plus und Almdudler nachgetankt und ab zur Großglocknerstraße. Natürlich sind wir nicht die einzigen, die den Pass überqueren wollen. Neben vielen PKWs und Motorrädern streben auch jede Menge Fahrradfahrer über den Berg. Da muss man beim Überholen nicht nur auf den Gegenverkehr, sondern auch auf die Biker von hinten achten. Drei kurze Zwischenstopps um Fotos zu schießen und die Aussichten zu genießen dürfen auch nicht fehlen. Nächster Halt: Kaiser-Franz-Josef-Höhe am Großglockner-Gletscher mit dem höchstem Parkhaus in den Alpen, schätze ich mal. Hier oben auf 2.369 Meter wird die Luft schon dünner und die Höhensonne brennt doppelt so stark.

Großglockner - aber sauber!

Bei einem ordentlichen Lüftchen genießen wir einen leckeren Kaffee auf der Terrasse und schauen den Wanderern Richtung Gipfel und runter zum Gletscher nach. Außergewöhnlich ist auch das Museum. Neben der Entstehungsgeschichte der Großglockner-Hochalpenstraße werden hier die verschiedensten Oldtimer ausgestellt. Man könnte sich natürlich stundenlang umsehen und alles erkunden, aber unser Weg nach St. Ulrich ist noch weit. Ab in die Autos und runter ins Tal. Unterwegs bemerke ich dann einen angebrannten Geruch. Das kann nur die Bremse sein, sagt Michael. Völlig normal bei der langen Abfahrt! Wir lassen die Capris in Richtung Dolomiten entspannt weiter rollen und halten in Toblach zum Shopping kurz an. Die Liste ist zwar kurz, die Tasche mit fünf Kilogramm Südtiroler Schinken und Kaminwurzen aber schon ordentlich schwer.

Das Navi lotst uns weiter durch eine malerische Landschaft in Richtung Cortina d‘Ampezzo. Die Boutiquen der „High Society“ lassen wir aber mal links liegen, denn der Falzarego-Pass wartet schon auf uns. Der Weg nach oben ist schon mal ordentlich kurvenreich und nass! Zum Glück lässt der Regen aber kurz vor dem höchsten Punkt nach und gibt uns die Gelegenheit ein paar Aufnahmen von der Landschaft und den Fahrzeugen zu machen.

Gut 2/3 der Tour sind geschafft. Der letzte Abschnitt durch das ladinische Gadertal liegt also noch vor uns. Vorbei am Skigebiet Alta Badia fahren wir runter nach Corvara, am mächtigen Sella-Massiv mit seinen steilen Felswänden vorbei. Noch einmal geht es für die Capris im langsamen Zickzack-Kurs hinauf auf 2.121 Meter zum Grödnerjoch. Pass Nummer drei an diesem Tag ist geschafft und das Ziel des Tages ist in Sicht. Die letzten Kilometer bergab fordern noch einmal unsere Aufmerksamkeit. Nach gut acht Stunden hinterm Steuer und jede Menge Bilder im Kopf nicht ganz einfach. Am Ende stellen wir die beiden V6 heil vor den Pensionen ab. Was für eine tolle Reise! Müde von der Fahrt und ordentlich satt von einer typischen italienischen Pizza geht das Licht kurz nach 22 Uhr aus.

Impressionen (von links): Michael auf der Seceda-Hochalm, Michael zwischen Capris und Gletscher auf dem Rückzug.

Einigermaßen gut ausgeruht erkunden wir am Donnerstag die Gassen von St. Ulrich. Ein paar Souvenirs und leckere Spezialitäten dürfen im Einkaufskorb natürlich nicht fehlen. Risotto, Schüttelbrot, Zirbenschnaps und italienisches Feingebäck lassen die Urlaubskasse ordentlich schrumpfen. Noch etwas angeschlagen von der langen Fahrt am Vortag und Temperaturen von über 30 Grad – dies lässt uns schnell in den Schatten eines Eiscafés verschwinden.

Auch ans „leibliche Wohl“ denken

„La Dolce Vita“ mit Espresso, Eis und Pannini ist jetzt genau das Richtige für zwei leicht überhitzte Flachländer. Da knüpfen wir abends auch gleich an. Im Mauritzkeller mit leider unverschämt guten Spinat- Käse- und Pilzknödeln, Pizzabrot und einigen Bieren lassen wir den Abend in Ruhe ausklingen. Der letzte Tag vor der Rückreise zeigt sich mal wieder von seiner wunderschönen Seite. 23 Grad um kurz vor 11 Uhr sind optimal für eine Wanderung. Die Gondel bringt uns auf die 2.450 Meter hohe Seceda-Hochalm. Bisher kannte ich die Berge rundherum nur vom Skiurlaub. Im Sommer sind die Kontraste aus weiter Aussicht, tiefen Tälern, grünen Wiesen und schroffen Felsen nochmal so schön.

Immer die Sella-Gruppe vor Augen geht es los auf die Runde über die Alm. Vorbei an der Seceda-Scharte hinunter zur Troier Hütte. Zum Mittag genehmigen wir uns eine ordentliche Portion Kaiserschmarrn, der uns kurz darauf in die aufgestellten Liegestühle zwingt. Wir lassen die Seele baumeln, genießen die Sonne und können den Ausblick immer noch nicht fassen! So schön die Landschaft aber auch ist, der Weg zurück zur Gondel sieht steil und steinig aus. Etwas abgekämpft steigen wir in die Kabine der Seilbahn, die uns abwärts in den Ort schaukelt. Ein herrlicher Tag geht allmählich zu Ende. Kulinarisch weichen wir allerdings etwas von der „Norm“ ab. Burger, Bier und Rockmusik in einer kleinen Brauerei am Ortsende. Mehr braucht es nicht zum glücklich sein!

Leider kommt der Samstag und die Abreise wieder viel zu schnell, aber die Fahrt nach Hause wird unerwartet gut und vor allen Dingen staufrei. Es geht das Tal hinunter Richtung Brenner. Wir lassen die Autobahn aus und fahren stattdessen die alte Brennerstraße entlang in Richtung Österreich. An Innsbruck vorbei soll es über den Fernpass nach Hause gehen. Das Navi möchte aber gerne nach Garmisch um einen Stau zu umfahren. Von mir aus! Das spart uns eine Stunde und die Aussicht auf der Zugspitze wird nochmal zum krönenden Abschluss der Rundreise!

„Bild-Schön“: Der III-er von Michael Roth am Falzarego-Pass.

„Bild-Schön“: Der III-er von Michael Roth am Falzarego-Pass.

[Fotos: Dirk Appel]


„50 years of the Ford Capri“

Das Jahr 2019 stand voll im Lichte des 50. Geburtstags unseres schönen Familiencoupés – dem Ford Capri. Aus diesem Anlass fanden nicht nur in Deutschland, sondern auch in den anderen europäischen Staaten zahlreiche Capri-Treffen statt. Also hin!

Auf der Herbstsitzung 2018 des CCD in Kirchheim wurde mir bekannt, dass es auch auf der Insel, beim British Motor Museum in Gaydon, ein Treffen geben wird. Das Lagebild wurde von einigen Enthusiasten verdichtet und so fand sich letztendlich eine kleine Schar zusammen, die dieses Abenteuer angehen wollte. Elke Hermanowicz und Heinz Arndt aus dem Raum Köln-Bonn und wir, Constanze und Guido, aus dem Berliner Raum. Der Weg ist das Ziel und so trafen wir uns in einem kleinen niederländischen Örtchen, abseits der Autobahn, um gemeinsam die Fahrt fortzusetzen.

Neben einer niederländischen Autobahn trafen sich die Capris aus den Regionen Berlin und Köln/Bonn.

Neben einer niederländischen Autobahn trafen sich die Capris aus den Regionen Berlin und Köln/Bonn.

Der Ersatzschlüssel im Kofferraum

Erstes Etappenziel sollte der Fährhafen von Hoek van Holland werden, um dort die Capris und ihre Besatzungen auf die „Stena Hollandica“ einzuschiffen. Dieses klappte tadellos und nach dem Beziehen der Kabinen trafen wir uns im Restaurant und der angrenzenden Bar, um uns für die weitere Fahrt zu stärken und die nötige Bettschwere von Menschenhand mit diversen Drinks herbeizuführen. Der Plan ging auf, wenig überraschend…

Nach einer ruhigen Seefahrt wurden die Fahrzeuge am nächsten Morgen im Fährhafen von Harwich entladen. Es folgte eine unkomplizierte Einreisekontrolle nach der wir uns entschieden, zunächst einige Kilometer herunter zu spulen, um dann nach etwa einer Stunde Fahrt an den „Beaconsfield Services“ erstmal eine Pause mit „typical british breakfast“ einzulegen. Froh gelaunt wurden die Fahrzeuge abgestellt und man machte sich darauf aufmerksam, den Schlüssel bloß nicht im Auto zu vergessen. Zu spät - „Klonk“, eine Fahrertür schnappte zu und das Teil steckte noch im Zündschloss. Na toll, aber das Team hat einen Ersatzschlüssel dabei (Jubel) - im Kofferraum (Grrr). Also erstmal Frühstücken und über Optionen nachdenken, wie die Weiterfahrt doch noch gelingen kann.

Schnelle Lösung, wir CCD’ler sind im ADAC und Dank der ADAC-Auslands-App hat man schnell Verbindung zur deutschen Hotline, die per GPS die eigene Position geortet hatte und einen Helfer des britischen Partnerclubs Automobile Association (AA) organisierte. Dessen Vertreter rückte mit „professionellem Einbruchwerkzeug“ an und nach rund zwei Stunden konnte die Fahrt ins Glück weiter fortgesetzt werden. Welches Paar aus dem Team betroffen war, wird nicht verraten.

Schließlich erreichten wir unser Bed&Breakfast in Gaydon. Zwei Paare, zwei Zimmer und alles von zu Hause generalstabsmäßig vorbereitet. „Denkste Puppe!“ Der eine Teil des Teams war eingebucht, der andere nicht.

Das Zimmer ist 120 Meilen entfernt

Nach gemeinsamer Internetrecherche mit unserem „Gastvater“ Richard stellte sich heraus, dass ein weiteres B&B namens „Redlands Farm“ im 120 Meilen entfernten Staffordshire existiert und, ja dort stand ein Zimmer bereit.

Über den Kanal ging es auf einer Fähre mit dem wohlklingenden Namen „Stena Hollandica“.

Über den Kanal ging es auf einer Fähre mit dem wohlklingenden Namen „Stena Hollandica“.

Nicht nur von der britischen Insel stammten die in Gaydon ausgestellten Capris.

Nicht nur von der britischen Insel stammten die in Gaydon ausgestellten Capris.

Dank Richard konnte diese Fehlbuchung storniert werden. Aber was nun? Es war nur noch ein Zimmer für eine Nacht vorhanden und trotz Bemühungen von Anni und Richard konnte kein anderes B&B für mehrere Tage gefunden werden. Tja, die Beiden hatten schnell gespannt, dass wir vier uns super verstehen und so tat sich zu unserem Glück doch noch eine Möglichkeit auf: das Familienzimmer.

Ausgezeichnete britische Küche

Mit zwei separaten Schlafräumen waren wir nun gut versorgt, um endlich in den Erholungsmodus zu schalten. Ach ja, welches Pärchen vom Missgeschick betroffen war, wird auch diesmal nicht verraten. Im örtlichen Pub sprachen wir dann reichlich dem Bier und Cider zu und speisten ausgezeichnet – entgegen der allgemeinen Ansichten über die britische Küche.

Das Treffen fand am Samstag und Sonntag statt, wobei der Sonntag als Tagestreffen aller Ford-Oldtimer den Höhepunkt darstellte. Wer nicht in einer festen Unterkunft übernachten wollte, konnte dies mit Zelt oder Wohnwagen am Veranstaltungsgelände machen. Abweichend von den Party-Treffen auf dem europäischen Festland, weisen die Treffen in England eher einen Show-Charakter auf. Somit ist auch zu erklären, dass es einen Ansprechpartner für die Capri-Fahrer vor Ort gab, aber ein Bier oder eine Pommesbude beziehungsweise Grill waren am Freitag und Samstag nicht vorhanden.

Das abendliche Treffen am Samstag konnten wir leider nicht wahrnehmen, da es den Unterlagen zur Veranstaltung nicht zu entnehmen war und wir keinen Hinweis erhielten. Aber man traf sich auf eine Kaltschale mit anderen Capri-Aktivisten, die auch den Weg in den uns bereits bekannten Pub schafften.

Klasse gewählt war der Veranstaltungsort, das British Motor Museum. Es besteht aus einer tollen Sammlung zur britischen Fahrzeuggeschichte, die sehr anschaulich und interessant gestaltet ist. Auch für „Technik-Muffel“ gut.

Der Cortina - ein britischer Ford. Das seltene Cabrio fertigte Crayford Engineering.

Der Cortina - ein britischer Ford. Das seltene Cabrio fertigte Crayford Engineering.

Neben dem eigentlichen Museum befindet sich in einem weiteren Gebäude eine Sammlung des Autoherstellers Jaguar, die neben den eigenen Modellen zahlreiche Exponate anderer zum Teil nicht mehr existenter britischer Hersteller enthält. Es wurden auch Einblicke in die Werkstatt des Museums gewährt. Ferner befinden sich direkt neben dem Museum die Automobilfabriken von Jaguar und Aston Martin.

In Großbritannien Flagge für den Capri Club Deutschland gezeigt: Elke, Heinz, Constanze und Guido (von links).

In Großbritannien Flagge für den Capri Club Deutschland gezeigt: Elke, Heinz, Constanze und Guido (von links).

Viele Autos vom Kontinent

Am Sonntag mussten Constanze und ich wieder in Richtung Heimat aufbrechen, so war es an Elke und Heinz, vor Ort die Fahne des CCD hoch zu halten. Am Veranstaltungsplatz fanden sich die unterschiedlichsten Ford Oldtimer ein und auch andere Oldies waren gern gesehen. Es gab nun auch eine Imbissbude und die Benzingespräche vom Samstag konnten jetzt auch mit ein paar Briten fortgesetzt werden. Neben den Capris der englischen Hausherren waren welche aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz vor Ort und der Kontinent damit gut vertreten.

Unbenommen von der anderen Art des Capri-Treffens in Gaydon sind wir der Ansicht, dass sich die weite Fahrt gelohnt hat. Leider war die Zeit zu knapp, um die Gegend ausführlicher zu erkunden. Unweit von Gaydon liegen historische Städte wie Coventry und Oxford, ferner lädt die Landschaft zu Ausflügen ein. „Brexit“ hin oder her: auf die Insel gerne wieder!

'Ich brauche Luft!' Dieses Exemplar verursacht Schnappatmung.

„Ich brauche Luft!“ Dieses Exemplar verursacht Schnappatmung.

[Fotos: Heinz Arndt & Guido Heisner]


Mensch & Maschine in XXL

Dirk Heisterkamp (Früh Kölsch-Marketingchef, rechts) überreichte den Capri an Gewinner Marc Wawrzyniak.

Dirk Heisterkamp (Früh Kölsch-Marketingchef, rechts) überreichte den Capri an Gewinner Marc Wawrzyniak.

Die Rubrik „Mensch & Maschine“ kommt in dieser Ausgabe einmal in einer XXL-Variante daher. Kein Steckbrief ist es diesmal, sondern eine außergewöhnliche Geschichte. Von einem frischgebackenen Capri-Besitzer, der nun auch neues Mitglied im CCD wird.

Wie in der letzten Aktuell bereits berichtet, war es 2019 exakt 50 Jahre her, dass die erste Flasche Früh Kölsch an den Mann gebracht wurde. Die Brauerei gibt es selbstverständlich schon viel länger. Seit mehr als 111 Jahren ist der „Cölner Hofbräu P. Josef Früh“ tätig. Doch erst 1969 wurde das Getränk auch in der Flasche angeboten. Rückblickend kann die Brauerei guten Gewissens behaupten: “Aus der Flasche ist was geworden.” Dementsprechend feierte die Brauerei dieses Jubiläum. Nämlich mit einer Kronkorken-Aktion, bei der es echte Oldtimer, viele Retro-Schätze oder auch eine Jahresration Früh als Haustrunk zu gewinnen gab. Passend zum 50. des Capri-Verkaufsstarts war auch ein I-er unter den möglichen Gewinnen.

Den weißen 1500 XL haben in diesem Jahr viele gesehen. Auf Plakatwänden etwa oder auch in natura beim Empfang im Juni bei Ford oder dem Wochenende auf Schloss Dyck (Bericht in dieser Ausgabe). Zu den vielen Kronkorken-Sammlern zählte Marc Wawrzyniak. Der 32-jährige gebürtige Kölner lebt in Kerpen-Horrem, arbeitet als TV-Designer bei der infoNetwork GmbH bei der Mediengruppe RTL in Köln-Deutz und betreibt mit einem Kumpel außerdem noch eine weitere Gesellschaft.

Der Vater fuhr einst Capri

Weiteres zu seiner Person? „Als geborener Kölner liebe ich, wie soll es anders sein, den Karneval. Ich bin unter anderem Mitglied bei der Karnevalsgesellschaft Altstädter Blau-Wiess Horrem von 1937 und tanze beim KG-eigenen Männerballett gemeinsam mit 14 anderen Kollegen alljährlich zur Karnevalszeit durch Veranstaltungen in der Umgebung. Vier andere Mittänzer sind selbst Oldtimerliebhaber und besitzen jeweils einen eigenen Klassiker“, erzählt Marc Wawrzyniak. Dies sind ein Citroen 2CV (die „Ente“), ein Triumph MK4 Spitfire, eine „göttliche“ Citroen DS und eine Toyota Celica von 1978.

Nicht die erste Begegnung mit altem Blech, er ist familiär entsprechend geprägt worden: „Zusammen mit meinem Vater - der bis zu meiner Geburt selbst einen Capri III, 2.0 S, von 1979 in Silber mit anthrazitfarbigen Streifen besaß-, seinen besten Freunden und guten Freunden von mir bauen wir jedes Jahr unseren Karnevalswagen zu unserem jeweiligen Motto, um am Karnevalssonntag am Zug in Neu-Bottenbroich teilzunehmen.“ Auch in der dortigen Karnevalsgesellschaft Garasche Jonge ist Wawrzyniak Mitglied.

Der Vater und seine Kumpels waren bereits vor rund 20 Jahren als findige Bastler unterwegs. „Damals haben sie mal einen VW Käfer in der Mitte zerteilt und mit einem Doppel T-Träger so verlängert, dass sich alle Mann wie an einer Theke daran setzen konnten. Mit vereinten Kräften musste der hintere Teil des Wagens bei Kurven, aufgrund seiner Länge und den engen Straßen, um diese Radien gehoben werden“, grinst der Sohn. Auch in diesem Kreis gibt es übrigens zwei Oldtimerliebhaber die gemeinsam eine Werkstatt haben, in der sie Aufbereitung und Restauration betreiben.

Alles keine schlechten Voraussetzungen, um einen Oldie am Leben zu erhalten. Wenn man einen hätte!

„Seid vielen Jahren bin ich selbst ebenfalls oldtimer-infiziert. Vermutlich auch durch die Oldtimerrallye des MSC Neu-Bottenbroich, die dieses Jahr zum elften Mal stattfand. Zu Beginn der Rallye stellen sich alle Teilnehmer mit ihren Fahrzeuge auf dem alten Schulhof in Neu-Bottenbroich auf, was immer ein faszinierender und wahnsinnig toller Anblick ist“, schwärmt Marc Wawrzyniak: „Mein Traum-Oldtimer ist ein 1967-er Mustang Fastback. Am liebsten natürlich als Shelby GT 350. Während meines B.A Virtual Design-Studiums in Kaiserslautern von 2009 bis 2012 habe ich diesen Mustang mal als Studienfachprüfung in einer 3D-Software penibel nachgebaut und mich so nur noch mehr in den Charakter und die filigrane Arbeit damaliger Autos verliebt. Anders als heute, wo viele Fahrzeuge gleich aussehen, beziehungsweise sich stark ähneln, hatten Autos früher eine eigene Formsprache, welche jeden Wagen für sich zu etwas besonderem gemacht hat.“

Auf das Wesentliche reduziert. Uhr: ja. Mittelkonsole und Radio: nein.

Auf das Wesentliche reduziert. Uhr: ja. Mittelkonsole und Radio: nein.

So etwas hatte Früh Kölsch nicht im Angebot, dafür aber den 1500-er. Kölschtrinker Marc nahm selbstverständlich an der besagten Kronkorken-Aktion teil. Die Hoffnung, einen solchen Gewinn an Land ziehen zu können, ist naturgemäß gering. „Ich konsumierte also fleißig Früh. Das Gewinnspiel der Brauerei ging vom 15. Mai bis zum 30. September. Am Abend des finalen Tages saß ich Abends nach der Arbeit vor dem Fernseher und da fiel mir gegen 22.30 Uhr ein, dass das Gewinnspiel bald endet und ich noch vier 0,33-er Früh Kölsch im Kühlschrank habe. Ich dachte mir, es wäre doch schade, wenn ich die vier Kronkorken nicht noch eingeben würde, bevor das Gewinnspiel vorbei ist.

Die letzte Flasche um 23.57 Uhr

Also trank ich die vier Flaschen leer und schaffte es gerade noch, die letzte drei Minuten vor Mitternacht zu öffnen, um den Code einzugeben.

Man weiß ja nicht, welcher Kronkorken mich letztendlich auf den gewinnbringenden Platz 5255 auf Liste 117 von 9.999 Listen gebracht hat. Möglicherweise der allerletzte, ein netter Gedanke.“

Der strahlende neue Capri-Besitzer Marc Wawrzyniak mit Lebenspartnerin Franziska und Kumpel Jie. Die erste Ausfahrt 2020 findet natürlich gemeinsam statt.

Der strahlende neue Capri-Besitzer Marc Wawrzyniak mit Lebenspartnerin Franziska und Kumpel Jie. Die erste Ausfahrt 2020 findet natürlich gemeinsam statt.

Denn tatsächlich wurde bei der Verlosung des Capri am 2. Oktober bei Ford einer der von Marc Wawrzyniak gemeldeten Korken gezogen. Der I-er ist nun seiner! Diesen Tag wird er sicherlich niemals vergessen.

„Ich hatte das Gewinnspiel schon gar nicht mehr im Kopf. Als es an diesem Tag während der Arbeit zum Mittagessen in die Kantine ging, bekam ich einen Anruf von meiner besten Freundin, die bei Ford arbeitet. Ich schaute aufs Handy als ich mit meinem Tablett an der Kasse stand und dachte: `Nanu, was möchte sie von mir`?“

Den folgenden Dialog hat Gewinner Marc auf Bitten des namensgleichen Autors dieses Berichts niedergeschrieben.

Ich: Jaaa?
Sie: Hiiiiiiii!
Ich: Jaaa, was gibts?
Sie: Sag´ mal, hast Du zufällig bei ´nem Gewinnspiel von Früh mitgemacht, wo man einen Capri gewinnen kann?
Ich: Ooohhh, eeehhh, jaaa. Wieso, woher weißt Du das denn jetzt?
Sie: Der wurde eben in der Mittagspause bei uns auf dem Betriebsgelände verlost und gewonnen hat ein Marc Was… Wasch…, also ein Marc aus Kerpen. So viele Marcs mit so ´nem kompliziertem Nachnamen wie Deinem gibts doch in Kerpen nicht!?
Ich: Ach hör´auf, Du verarschst mich doch!
Sie: Nein, wirklich! Meine Arbeitskollegin Natalie war dabei und kam danach direkt zu mir hoch gerannt um es mir zu erzählen. Da musste ich Dich doch direkt anrufen!
Ich: Im Ernst??? Ne, das glaub´ ich nicht! Ich glaub´das erst, wenn ich ´ne E-Mail habe oder die mich anrufen.

„Zittrig und völlig euphorisch hab ich dann versucht zu essen und bin direkt als ich fertig war zu meinem Rechner gestürmt, um meine Mails zu checken. Nichts! Dann bin ich auf die Gewinnspielseite von Früh wo nur stand: ´Die Ziehung findet heute in Köln statt´. Gefühlt ununterbrochen habe ich in der folgenden Zeit das E-Mail-Postfach und die Internetseite refreshed. Jedoch immer ohne Ergebnis, bis um circa 17 Uhr der erlösende Anruf kam. `Schönen Guten Tag, Schmidt mein Name von der Brauerei Früh. Sie haben bei unserem Gewinnspiel mitgemacht. Hätten Sie Spaß an einem Ford Capri?`Mein Gott, was hab´ ich mich da gefreut!“

Auch den folgenden Anruf des CCD hat Marc Wawrzyniak geradezu erwartet. „Ich freue mich, dass es gerade für den Capri einen so tollen, großen und strukturierten Club gibt. Klar werde ich nun Mitglied! Endlich kann ich auch selbst ein aktiver Teil von Oldtimerrallyes und -ausfahrten sein.“ Der letztlich glückbringende Kronkorken kann wie erwähnt nicht bestimmt werden. Dass so ein Ding jedoch dauerhaft zum Auto gehört, versteht sich bei dieser Geschichte beinahe von selbst. Daher lässt sich der frischgebackene Capri-Fahrer zwei Verschlusskappen des Früh Kölsch zu einem Schlüsselanhänger umarbeiten.

Früh Kölsch-Marketingchef Dirk Heisterkamp saß 2019 selbst einige Male am Steuer des Capri. Nun übergab er das Lenkrad an Wawrzyniak.

Früh Kölsch-Marketingchef Dirk Heisterkamp saß 2019 selbst einige Male am Steuer des Capri. Nun übergab er das Lenkrad an Wawrzyniak.

[Text: Marc Keiterling & Marc Wawrzyniak | Fotos: Früh Kölsch]