Stolz, Spaß und große Treue!

Dem Aufruf der Capri aktuell in der letzten Ausgabe des Jahres 2019, Bilder „aus der Mottenkiste“ zu liefern, kamen Robert Krauße und Diethelm Geiß nach.

„Das Capri-Fieber wurde mir von meinen Vater mitgegeben“, schrieb Robert Krauße aus dem Aachener Land. Der fuhr Mitte der 1970-er Jahre einen II-er mit der 1,6 Liter-Maschine in Kirschrot.

„Das war für mich als Kind wie ein Rennwagen. So kaufte ich mir später als 18-Jähriger einen verbreiterten III-er V6 mit 90 PS und war der King im Dorf. Wie das halt so ist im Leben strebt man nach höheren Weihen, mit mehr PS und Hubraum.

Es folgten weitere Capris in allen Variationen, vom 2,3 Liter bis hin zum 2,8i. Es wurde geschraubt, getunt und verbreitert. Und das ging natürlich nur mit Freunden, wo man sich gegenseitig geholfen hat.

Besser als die Opel-Gang

Das klare Ziel: Immer noch besser und schöner zu sein als die Jungs der Opel-Gang. Nun fahre ich mit einigen Unterbrechungen, also seit 34 Jahren, Capri. Zwischenzeitlich musste es natürlich auch Ford sein mit Sierra XR4i und Mondeo ST 200, den ich auch heute noch fahre.“

Leider, so teilte Robert Krauße mit, gebe es aus dieser Zeit nur wenig Bildmaterial. „Ich habe nur zwei Fotos von mir in der Verbindung mit Capri. Als Schuljunge im II-er meines Vaters und 1988 mit meinen 2,3 Super GT ganz stolz mit meiner Mutter. Es ist bis heute immer ein Vergnügen, das Garagentor zu öffnen, in den Capri einzusteigen, den Motor zu starten und loszufahren. Freundschaften, die durch den Capri vor mehr als 30 Jahren entstanden sind, werden bis heute gepflegt. Das macht halt das Hobby Capri aus!“

Vater Krauße stolz mit seinem II-er, der anhand des Kotflügelemblems als später Vertreter ab 1976 zu identifizieren ist.

Vater Krauße stolz mit seinem II-er, der anhand des Kotflügelemblems als später Vertreter ab 1976 zu identifizieren ist.

Historisches Bild, im Hintergrund die Bagger des rheinischen Braunkohlereviers.

Historisches Bild, im Hintergrund die Bagger des rheinischen Braunkohlereviers.

Robert im T-Shirt mit The Cure-Aufdruck, die Mutter mit der Tasche im Floraldesign - auch ganz stolz vor 32 Jahren.

Robert im T-Shirt mit The Cure-Aufdruck, die Mutter mit der Tasche im Floraldesign - auch ganz stolz vor 32 Jahren.


Auch Diethelm Geiß hat in alten Alben geblättert. Er hatte die Kamera im Anschlag, als er unter anderem die Capri-Treffen in Ingelheim 1984 und 1987 besuchte./p>

„Angefangen hat das bei mir nach meiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker im Ford-Autohaus Mehr in Waldalgesheim. Ich habe meinen Capri 1984 bei einem damaligen VW-Händler in Bingen mit 98.000 Kilometern auf dem Tacho für 2.700 D-Mark gekauft.

1984 habe ich mein erstes Capri-Treffen besucht. Die Neugier hat mich hingetrieben, das Interesse daran, welche andere Menschen auch Capri fahren. Natürlich ging es mir auch um die Autos. Wie wurden sie verändert? Es gab ja zu dieser Zeit mega-viele Teile für Umbau und Tuning.

Mit dem Auto – einem Capri 73, 1600 GT mit 88 PS - bin ich dann jeden Tag auf Arbeit nach Mainz gefahren. Der erste Motor hielt bis 209.000 Kilometer. Anfang der 1990-er Jahre habe ich einen neuen Motor eingebaut. Dieser ist heute noch drin und ist jetzt 26.000 Kilometer gelaufen.

Also nicht mehr so viel, mir war der Capri damals zu schade für den täglichen Einsatz. Er ist auch längere Zeit abgemeldet gewesen. Zwischendurch gab es immer wieder mal was zu schrauben oder zu verändern. Unter anderem habe ich Frontspoiler, Heckspoiler, Alufelgen, Jalousien und die Doppelscheinwerfer montiert.

So etwa 2003 hat es dann bei uns in der Region mit den Oldtimertreffen angefangen. Da hatte ich dann auch Lust, mal hinzufahren. Das tue ich jetzt seit 2004 jedes Jahr und es macht sehr viel Spaß.“

Die Hochzeit der individualisierten Capris: 1987 beim Treffen in Ingelheim.

Die Hochzeit der individualisierten Capris: 1987 beim Treffen in Ingelheim.

Mühelos kamen Ende der 1980-er, Anfang der 1990-er Jahre hunderte Capris bei den Treffen zusammen.

Mühelos kamen Ende der 1980-er, Anfang der 1990-er Jahre hunderte Capris bei den Treffen zusammen.

In Treue fest: Seit 26 Jahren sind Diethelm Geiß und sein Capri 73 unzertrennlich.

In Treue fest: Seit 26 Jahren sind Diethelm Geiß und sein Capri 73 unzertrennlich.


So im Nachhinein stellt man häufig fest, dass das Auto damals oft leider nicht so sehr im Mittelpunkt eines Bildes stand, wie wir uns das heute wünschen würden. Wenn überhaupt mal mit dem Fotoapparat in Richtung Fahrzeug gezielt wurde.

So geht es auch Frank Lehmann, unserem 3. Vorsitzenden. Nach langem Kramen konnte er gerade einmal zwei Fotos finden. „Leider sehr unscharf ist eine Aufnahme von 1979, die mich mit dem II-er, 2.0 S, von 1976 zeigt. Der Capri wurde im Jahr nach unserer Hochzeit neu erworben. Ausgeliefert wurde er damals vom Autohaus Ford Will in Iserlohn mit dem Kennzeichen RD–S 203. Ich stehe hier neben dem Auto bei einer Urlaubsfahrt im Schwarzwald auf einem Parkplatz in der Nähe von Todtmoos im Südschwarzwald.“

Deutlich schärfer ist die zweite Aufnahme. „Das war Februar 1981 bei einem Skiurlaub in Altenau im Oberharz. Da fiel noch Schnee und ich fuhr damals ohne Winterreifen. Ich hatte irgendein Billigsatz Schneeketten im Capri liegen. Gebraucht habe ich sie nicht.“ Das zeigt den wahren Könner am Lenkrad eines Hecktrieblers.

„Nach der Geburt unseres Sohnes Lars im Sommer 1981 wurde der Capri etwa ein Jahr später leider verkauft. Den hätte ich gerne heute noch. Viele weite Fahrten von meinem damaligen Bundeswehrstandort Rendsburg in Schleswig-Holstein zu verschiedenen Lehrgängen - meistens nach Sonthofen im Allgäu - habe ich mit ihm absolviert. Und auch bei Urlaubsfahrten war er Birgit und mir stets ein treuer Begleiter. Ausfälle gab es keine während der gemeinsamen sechs Jahre.“

Frank im Südschwarzwald 1979. Da war der II-er drei Jahre alt.

Frank im Südschwarzwald 1979. Da war der II-er drei Jahre alt.

Ski und Rodel gut anno 1981 im Oberharz. Wer hier mit Sommerreifen an einem Hecktriebler fährt, muss richtig gut fahren können.

Ski und Rodel gut anno 1981 im Oberharz. Wer hier mit Sommerreifen an einem Hecktriebler fährt, muss richtig gut fahren können.


Winterauto Capri: Hier trägt Marc Keiterling seine Mutter im Schnee auf Händen.

Winterauto Capri: Hier trägt Marc Keiterling seine Mutter im Schnee auf Händen.

Capri aktuell-Redakteur Marc Keiterling besitzt seinen III-er seit 1987. Das erste Auto! Im Februar 1988 tat er, was er heute niemals mehr tun würde: Über gesalzene Straßen mit diesem Fahrzeug in den Wintersport. „Es war in diesem Fall ein verlängertes Wochenende über den Rosenmontag. Ich bin am Donnerstagmittag von der Berufsschule in Essen in Richtung Oberjoch im Oberallgäu durchgestartet. Dort machte meine Mutter mit ihrem Mann Skiurlaub. Im Gegensatz zu Frank hatte ich Winterreifen und eine Skihalterung montiert und kam am Skiort am späten Abend an.

Am Nachmittag des Rosenmontags - zuvor hatte es ordentlich geschneit - habe ich das Auto dann ausgegraben, mich von der Mama verabschiedet und bin wieder nach Hause gefahren. Ich weiß noch, dass ich am Fahren auf Schnee mit der Heckschleuder fast ebenso viel Spaß hatte, wie die Tage zuvor auf der Skipiste.“


Anton Feßler im roten Overall mit seinem ersten Capri als stolzer Gewinner eines dritten Platzes 1988 in Neumarkt.

Anton Feßler im roten Overall mit seinem ersten Capri als stolzer Gewinner eines dritten Platzes 1988 in Neumarkt.

Zurück aus dem Winter - und zum Abschluss hinein ins Jahr 1988. Da entstand dieses farbenfohe Bild unseres 1. Vorsitzenden Anton Feßler. Es zeigt „Toni“ anlässlich des Internationalen Treffens des Capri RS Club Nürnberg vor der Jura-Halle in Neumarkt.

„Dieses Treffen war für mich das erste mit meinem damaligen II-er, einem 3,0 S aus dem Baujahr 1976. Ich habe mit dem Auto damals den dritten Platz in der Kategorie „Capri II unverbreitert“ erobert.

1988 war ich noch Mitglied und 1. Vorsitzender des Capri Clubs Landsberg, den es schon seit den 90er Jahren nicht mehr gibt. Unsere einheitliche Clubbekleidung waren damals die roten Overalls, wie auf dem Bild zu sehen.

Ab 1988 habe ich dann auch die Sitzungen des Capri Info Team Deutschland besucht. Aus diesem Kreis ging dann 1990 der Capri Club Deutschland hervor.

Dieser II-er war übrigens mein erster Capri. Von 1981 bis 1995 war ich mit ihm über 200.000 Kilometer unterwegs. Dann verkaufte ich ihn schweren Herzens an einen Club-Kollegen.

Wenn ich das Foto heute so betrachte kommt schon etwas Wehmut auf - es war wirklich ein tolles Auto. Leider existiert dieser Wagen nicht mehr.“

[Texte & Fotos: Robert Krauße, Diethelm Geiß, Anton Feßler, Frank Lehmann & Marc Keiterling]


Kinder suchen die Capris ihrer Väter

Wer kann Caroline Secker und Bernd Meyer helfen?

Ihr kennt den Spruch von der Stecknadel im Heuhaufen. So in etwa dürfte sich auch die Fahndung gestalten, die zuletzt gleich von zwei Menschen an den Capri Club Deutschland herangetragen wurde. Caroline Secker und Bernd Meyer suchen die Capris ihrer beiden Väter. Nicht baugleiche Fahrzeuge in der jeweiligen Farbe. Nein, gefragt wären die originalen Fahrzeuge. Die wichtigsten Hinweise dabei – die jeweiligen Fahrgestellnummern – sind nicht bekannt.

„Mein Vater hatte in den 70er Jahren einen weißen Capri I V6. Vermutlich war es ein GT mit XL-Ausstattung. Das Auto hatte ein schwarzes Vinyldach“, beschreibt Caroline Secker den von ihr gesuchten Capri. Der trug damals das Kennzeichen K – CS 9??. Im originalen Fahrzeugbrief müsste beim Namen des Erst- oder Zweitbesitzers Thomas Secker eingetragen sein.

Secker: „Weitere Informationen habe ich derzeit leider nicht, ich suche noch nach weiteren Unterlagen. Ich würde mich sehr freuen, ihn wiederzufinden. Oder zumindest zu wissen, dass es ihn noch gibt. Und wenn dies so wäre, würde ihn der heutige Besitzer eventuell sogar verkaufen?“ Für den Fall, dass es das Auto nicht mehr gibt, in irgendeiner Schublade aber noch der Brief vorhanden ist, wäre sicherlich auch einen Fotokopie des Papiers willkommen.

Der gesuchte ehemalige Capri MK I V6 von Thomas Secker!

Der gesuchte ehemalige Capri MK I V6 von Thomas Secker!

Der gesuchte ehemalige Capri MK I V6 von Thomas Secker!

Caroline Secker ist telefonisch unter
0178-1472567 zu erreichen.


Ebenfalls auf der Suche nach Papas Coupé ist Bernd Meyer. Auch hier wird ein Exemplar mit schwarzem Vinyldach gesucht. „Ich bin auf der Suche nach dem Capri meines verstorbenen Vaters. Gerne würde ich versuchen, das Fahrzeug wieder in den Familienbesitz zurückzuholen. Leider wurden alle Unterlagen, aus denen die Fahrgestellnummer hervorgeht, nach dem Tod meines Vaters vernichtet“, sagt Bernd Meyer. „Vielleicht hat das Fahrzeug mittlerweile einen Besitzer im Capri Club Deutschland gefunden. Dann würde ich liebend gern Kontakt aufnehmen“, so Meyer

Es handelt sich um einen II-er des ersten Baujahres 1974. Ein 88 PS starker 1600 GT, gelb mit dem besagten Vinyldach und Heckscheibenwischer. Das damalige Kennzeichen lautete GL – TM 20. Im Brief wäre als Erstbesitzer Anton Meyer (geboren 28.Juni 1929) ausgewiesen. Die damalige Adresse: 5064 Rösrath, Heinrich Heine Weg 53 c. Bernd Meyer: „Der Capri wurde in den 80er Jahren verkauft. Vielleicht habe ich Glück und finde das Auto wieder.“ Auch hier wäre zumindest eine Kopie des Briefs toll, wenn noch irgendwo vorhanden.

Bernd Meyer ist per E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
erreichbar.

Der gesuchte gelbe Capri MK II 1600 GT des Erstbesitzers Anton Meyer!

Der gesuchte gelbe Capri MK II 1600 GT des Erstbesitzers Anton Meyer!

Hier der gesuchte gelbe Capri MK II 1600 GT des Erstbesitzers Anton Meyer!

[Text: Marc Keiterling | Fotos: Archive Caroline Secker & Bernd Meyer]


Capri trifft Phantom

Wie ihr sicher alle mitbekommen habt, haben wir das 7. Treffen des Capri Club Friesland im letzten Jahr absagen müssen. Natürlich waren wir davon selber nicht sehr begeistert, aber es gibt Gründe dafür, die wichtiger sind als ein Treffen.

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich zunächst Bezug auf einige Aussagen nehmen, die ich 2019 zu unserer Absage gehört habe. Da wurde unter anderem unterstellt, dass der Club „total zerstritten“ sei. Es gab Kritiken in der Richtung „Wenn ihr eher abgesagt hättet, dann hätte man ja noch woanders hinfahren können“. Und da waren einige „Tratschtanten“ unterwegs, die über die Gründe der Absage spekulierten. Ich will darauf nicht näher eingehen, gefallen hat es uns vom Capri Club Friesland natürlich nicht. Und uns hat es die größten Kopfschmerzen bereitet, eine angekündigte Veranstaltung wieder abzusagen. Das war auch für uns spaßbefreit.

Und damit mache ich jetzt einen Haken an die Sache. Nicht ohne noch einen besonderen Dank an einen Capri-Kollegen aus dem tiefsten Bayern loszuwerden. Der schickte mir eine Nachricht mit nur einem Satz: „Hut ab, alle Hochachtung vor diesem Schritt“.

Treffen abgesagt, was nun?

So, nun zum eigentlichen Thema. Treffen abgesagt, was nun? Eigentlich hat ja der ganze Club an diesem Termin nichts vor. Also überlegt man sich eine Alternative. Erste Wahl war ein kleines internes Capri-Treffen, nur für uns. Nachmittags schön Kaffee und Kuchen, vielleicht eine kleine Ausfahrt mit den Capris und am Abend dann schön Grillen und erfrischendes Kaltgetränk dazu.

Kontakt zur Fluggruppe JG 71 „R“

Nun hat es sich so ergeben, dass im Frühjahr letzten Jahres ein neues Mitglied zu unserem Club dazugestoßen ist. Dieses neue Mitglied hat gute Kontakte zur Fluggruppe JG 71 „R“. Dieser Verein, 1975 auf dem Flugplatz Wittmundhafen gegründet, besteht aus circa 100 Mitgliedern im Alter zwischen 14 und 70 Jahren. Seit dieser Zeit besteht ein Mitbenutzungsvertrag zwischen der Fluggruppe und der Bundesrepublik Deutschland, so dass der Verein den Militärflugplatz für seine fliegerischen Aktivitäten nutzen kann.

Wittmund ist ja eine Stadt mit Luftfahrtgeschichte, vom Zeppelin bis hin zum heutigen Eurofighter können wir Wittmunder auf eine einzigartige Historie zurückblicken. Und das Ganze auch noch unter einem mehr als bekannten Namen: Manfred Freiherr von Richt-hofen.

Er war ein deutscher Offizier und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Richthofen erzielte die höchste Zahl von Luftsiegen, die im Ersten Weltkrieg von einem einzelnen Piloten erreicht wurde und erhielt den Beinamen „Der Rote Baron“. Unser heimisches Geschwader führt den Namen Taktisches Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“.

Jäger und Capri: Die F-4F Phantom II und sechs Coupés nebst Besatzung.

Jäger und Capri: Die F-4F Phantom II und sechs Coupés nebst Besatzung.

Unser „Neuer“ hatte also die Idee, eine Capri-Ausfahrt mit einem Besuch des Fliegerhorstes und der Fluggruppe zu verbinden. Vor dem Eurofighter war auf dem Fliegerhorst Wittmundhafen von 1973 bis 2013 das Jagdflugzeug F-4F Phantom II (Hersteller: McDonnell Douglas) stationiert. Der Kampfjet wurde am 29. Juni 2013 mit einem großen Tag der offenen Tür, dem „Phantom Pharewell“, in Wittmundhafen außer Dienst gestellt.

Ein Relikt aus der Phantom-Ära ist die Phantom mit der Nummer 37+01, die als erste F-4F Phantom für die Deutsche Bundeswehr in Dienst gestellt wurde und als letzte in Wittmundhafen gelandet ist. Markant ist ihre blaugoldene Jubiläumslackierung mit dem kleinen Wortspiel: „Phantom Pharewell“. Erste Landung, letzter Start oder mit englischen Worten „First in, Last Out“.

Genug Militärgeschichte, zurück zum Capri. Wir fuhren also mit sechs Capris in Richtung Fliegerhorst. Der neue Kollege hatte uns bereits vorher beim Geschwader angemeldet, so dass wir ohne großen Aufwand den Flugplatz befahren konnten. Die Capris geparkt und ein kleiner Fußmarsch zur Halle der zivilen Fluggruppe JG 71 „R“ folgte. Ja, was steht denn da vor der Halle? Tatsächlich die 37+01, extra für uns. Geiles Ding!

Aber zuerst besuchten wir die Halle der zivilen Fluggruppe, welche neben einer Halle mit alten Militärflugzeugen liegt. Diese Militärflugzeughalle beherbergt jeweils ein Modell der Flugzeuge, die einmal in Wittmundhafen stationiert waren: Eine Messerschmitt Bf 109 (oft als Me 109 bezeichnet), eine North American F-86 „Sabre“ und auch ein Exemplar des berühmten Starfighters Lockheed F104G.

Welche Form ist schnittiger?

Welche Form ist schnittiger?

Danach kam der Höhepunkt des Tages: Fotoshooting Capri und F4-F Phantom 37+01. Sowas gibt’s nicht alle Tage, vielleicht nie wieder. Also erst mal alle Capris vor die „Phantom Pharewell“ gestellt und Fotos ohne Ende gemacht. Darauf folgte das Shooting der Einzelbilder. Einfach nur klasse!

Nachdem wir uns dann wieder beruhigt hatten, sind wir noch Richtung Tower gefahren und haben uns den Windenstart eines Segelfliegers angesehen. Zu guter Letzt haben wir die Flughafen-Feuerwehr mit Kuchen versorgt und sind zurück zu mir nach Hause gefahren. Zeit für Fleisch vom Grill.

Eine kleine Anekdote noch als Nachtrag: Nach dem Fotoshooting haben wir für die „schwachen Blasen“ noch einen kurzen Stopp an einem Gebäude nahe des Flughafenzaunes gemacht. Da steht doch jemand winkend am Zaun! Der Thomas vom Capri Club Schwaben, der es sich nicht hat nehmen lassen, trotz Absage seinen Urlaub in Ostfriesland zu verbringen. Genau im richtigen Augenblick am Gelände entlang gefahren und uns gesehen. Zufälle gibt’s!

Baureihe I, II oder III: Vor der „Phantom Pharewell“ machen alle Capris eine gute Figur.

Baureihe I, II oder III: Vor der „Phantom Pharewell“ machen alle Capris eine gute Figur.

Baureihe I, II oder III: Vor der „Phantom Pharewell“ machen alle Capris eine gute Figur.

Baureihe I, II oder III: Vor der „Phantom Pharewell“ machen alle Capris eine gute Figur.

[Text & Fotos: Bernd Saebens]


Capri Club - hier hilft man sich

Dieter Johannes - der gemeinsam mit Lebensgefährtin Kirsten Schmidt zum Organisationsteam unseres alljährlichen Mitgliedertreffens am Nürburgring gehört - nahm sich im letzten Jahr dieses „englischen Patienten“ an.

Dieter Johannes - der gemeinsam mit Lebensgefährtin Kirsten Schmidt zum Organisationsteam unseres alljährlichen Mitgliedertreffens am Nürburgring gehört - nahm sich im letzten Jahr dieses „englischen Patienten“ an.

Unser Mitgliedertreffen in der Eifel ist ja immer für Schrauber-Überraschungen gut. So auch 2019.

Am Freitag besuchte uns eine sehr attraktive britische Capri-Fahrerin, Sabrina, mit ihrem schwerstbehindertem Bruder. Der arme Kerl leidet an der amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Weltweit bekanntester Patient war der 2018 verstorbene britische Physiker Stephen Hawking. Einfach nur grausam, diese Krankheit.

Sabrinas Bruder war es eine Herzensangelegenheit einmal die schönste Rennstrecke der Welt zu sehen. So kamen die beiden mit ihrem Capri aus dem brexit-gestressten England in die Eifel.

Am Samstag erschien Sabrina wieder an unserem Clubstand. Anlass dafür waren allerdings nicht die attraktiven Mitglieder unseres Clubs, sondern ein eklatantes Problem mit ihrem Capri. Der Kupplungszug war gerissen. Und das auch noch in der Ausfahrt der Tiefgarage, wo das Auto nun ein erhebliche Behinderung darstellte. Natürlich wurden wir sofort aktiv!

Sabrina, meine Lebensgefährtin Kirsten und ich fuhren sofort zu dieser Garage, wo sich bereits ein mächtiger Stau hinter dem defekten Capri gebildet hatte. Die Hilfsbereitschaft aller Anwesenden war dabei beeindruckend. Das Tiefgaragen-Personal und auch alle wartenden Fahrer kümmerten sich intensiv um den behinderten Bruder, der ja hilflos auf dem Beifahrersitz ausharrte.

Ich klemmte mich hinters Steuer und fuhr den Rechtslenker ohne Kupplung zum Clubstand. Wenn man weiß, wie das geht, geht es. Hier standen schon alle Capri-Freunde, um zu helfen. Reinhard Förster, besser bekannt als „Eumel“, hatte schon ein Kupplungsseil bereitgelegt, welches er glücklicherweise mit an Bord hatte. Ein direkt bei uns stehendes Rennteam unterstützte uns tatkräftig, unter anderem durch Überlassung eines Rangierwagenhebers.

So konnte ich das defekte Seil austauschen. Die Capri-Gemeinde kennt eben keine Grenzen! So hat sich unser Freundeskreis nun um zwei liebenswerte Menschen erweitert.

Dieter arbeitete „unter Beobachtung“.

Dieter arbeitete „unter Beobachtung“.

Sabrinas unter ALS leidender Bruder war im defekten Capri in der Tiefgarage eingeschlossen. Sabrina (rechts, mit CCD-Schatzmeister Dirk Appel) rief die Capri-Freunde zur Hilfe. Reinhard „Eumel“ Förster hatte ein Kupplungsseil dabei.

Sabrinas unter ALS leidender Bruder war im defekten Capri in der Tiefgarage eingeschlossen. Sabrina (rechts, mit CCD-Schatzmeister Dirk Appel) rief die Capri-Freunde zur Hilfe. Reinhard „Eumel“ Förster hatte ein Kupplungsseil dabei.

[Text: Dieter Johannes - Fotos: Kirsten Schmidt]


Reise mit Hindernissen

Eine Reise mit Hindernissen - für Elke Hermanowicz und Heinz Arndt aus dem Raum Köln-Bonn ist das keine gänzlich neue Erfahrung, wenn sie mit dem Capri unterwegs sind. Der schwere Unfall vor einigen Jahren, das „Schlüsselerlebnis“ in England, über beide Fälle haben sie auch in der Capri aktuell berichtet. Hier folgt nun die Schilderung einer Fahrt in Richtung Bodensee und Schweiz. Erneut mit Hindernissen.

„Wir fuhren im Frühjahr 2019 zur Messe Motorworld Classics Bodensee nach Friedrichshafen um uns da mit einigen Kollegen des CCD zu treffen, um sich ein bisschen umzuschauen und um bei den Vintage-Demoläufen mit dem Capri ein paar Runden zu drehen. Anschließend sollte es noch für ein paar Tage zu Freunden in die Schweiz gehen.

Ein Loch im Auspuff

So war der Plan. Aber eine Stunde vor der Ankunft in Friedrichshafen ereignete sich ein Drama. Ein erstes Drama, was wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnten. Auf einer dicht befahrenen Landstraße lag ein Gegenstand auf der Straße, ich konnte weder ausweichen noch rechtzeitig bremsen und musste drüber fahren. Ein Rumpeln unterm Capri und dann wurde es laut.

Sofort rechts ran und nach kurzem Check war ich mir sicher, dass es wohl nur ein Defekt an der Auspuffanlage ist. Also vorsichtig und lautstark weiter. Nach kurzer Fahrt tauchte ein Industriegebiet auf und ein Reifenservice wurde gesichtet. Nix wie hin und nach kurzer Wartezeit war das entstandene Loch geflickt. Ansonsten waren keine weitere Schäden zu finden. Glück gehabt!

Deutlich leiser ging es weiter nach Friedrichshafen. Nach einer erholsamen Nacht ging es am Samstag früh zur Messe, bei der Vintage Race Rennleitung die Startzeit geklärt und ab zu den CCDlern auf dem Messestand des Capri Teams Weilheim-Schongau. `Fahr nicht mit bei den Demoläufen, die fahren da eher Rennen´, wurde mir hier gesagt. Aber ich war schon vom Rennfieber befallen und damit völlig beratungsresistent.

Kurz nach dem Start dachte ich mir: `Oh je, worauf hab´ ich mich da nur eingelassen?´ Doch zu spät, nach der zweiten Runde hatte sich die Gangschaltung meines Capri verabschiedet. Nix ging mehr, rechts raus und aus. Per Abschlepper ging es dann zurück in die Box und es wurde umgehend der CCD-Krisenstab einberufen. Erste Schnelldiagnose: Kupplungsschaden.

Zum Glück kennt in der CCD-Familie zumeist einer einen, der einen kennt. Ein Anruf bei unserem Ersatzteilmann Wolfgang Stein erbrachte schon mal ein gutes Ergebnis. Er hat eine passende, gebrauchte Kupplung und diese würde er zu seinem Messebesuch am folgenden Sonntag mitbringen. Das Teil also in Sicht, fehlte nur noch die passende Werkstatt.

Einen kennen, der einen kennt

Jemand vom Reutlinger Capri Club empfahl mir den Auto-Service vom Georg Kiefer in Brigachtal bei Villingen-Schwenningen, da der sich mit alten Ford auskenne und außerdem selbst einen Capri fährt. Na, das ist doch der richtige Mann! Ein Anruf und seine Hilfe ging klar. So klärte ich mit meinem Versicherer, dem ADAC, einen Transport für den nächsten Tag zur Werkstatt, einen Mietwagen und die Hotelkosten. Abends an der Hotelbar haben wir dann erstmal auf das bewältigte Chaos mit den anwesenden CCDlern angestoßen.

Die Rampe ist zu kurz!

Am Sonntagmittag ging das Drama dann aber weiter. Mein leicht tiefergellegter Capri passte nicht über die Rampe des ADAC-Transporters. Ernüchterung! Der sehr lösungsorientierte ADAC-Mann telefonierte nun diverse Kollegen an, gesucht waren Rampenverlängerungen. Nach gefühlt einer halben Ewigkeit kam dann der Mann mit den richtigen Hilfsmitteln. Mit denen zog man den Capri, gerade so mit Millimeterabstand, auf die Plattform. Am frühen Abend stand der Wagen dann endlich beim Kiefer-Auto-Service in Brigachtal. Von dort aus ging es dann noch mit dem Taxi zum ADAC-Mietwagen und schließlich ins dortige Hotel. Mamma Mia, was für ein Messebesuch!

In der Werkstatt von Georg Kiefer ist der Capri bestens aufgehoben.

In der Werkstatt von Georg Kiefer (oben) ist der Capri bestens aufgehoben.

Am Montagmorgen folgte dann die Lagebesprechung mit Georg Kiefer. Der sagte uns den zeitnahen Austausch der Kupplung zu. Ein mehrfacher Federnbruch in der Reibscheibe wurde schließlich als Ursache für meine Panne ausgemacht. Mit einer nun wieder funktionierenden Schaltung konnten wir letztlich in die Schweiz reisen. Den Mietwagen, das Hotel und die Taxirechnung zahlte der ADAC. Erneut kann ich diese Versicherung nur empfehlen!

Also eins ist am Ende klar: Ohne die Hilfe der anwesenden Capri-Fachmänner, ohne den Georg Kiefer Auto-Service und den ADAC hätten wir uns die Weiterfahrt in die Schweiz abschminken können. Darum sagen wir auch auf diesem Weg noch einmal einen großen Dank an alle, die uns aus dem Schlamassel geholfen haben!“

Georg Kiefer reckt den Daumen nach erfolgter Reparatur, Elke und Heinz können ihre Fahrt in die Schweiz fortsetzen.

Georg Kiefer reckt den Daumen nach erfolgter Reparatur, Elke und Heinz können ihre Fahrt in die Schweiz fortsetzen.

[Text & Fotos: Heinz Arndt]


Capris in Film und Fernsehen. Da denkt man sofort an die britische Fernsehserie „Die Profis“. „The Professionals“ (der Originaltitel) wurde zwischen 1977 und 1981 in fünf Staffeln hergestellt. Das ZDF begann mit der Erstausstrahlung am 7. Oktober 1981, zeigte aber nur 41 der insgesamt 57 Folgen. Ab der zweiten Staffel waren Capris regelmäßig zu sehen, in den letzten beiden Staffeln fahren die CI5-Agenten William Bodie (Lewis Collins) und Raymond Doyle (Martin Shaw) beide einen III-er. Neben den Profis kamen und kommen Capris aber auch in vielen weiteren Produktionen zum Einsatz. Hier ein paar Beispiele zum I-er.

Der I-er wurde beim Dreh 1970 nicht geschont.

Der I-er wurde beim Dreh 1970 nicht geschont.

Das Finale des Films findet nicht im, sondern auf Capri statt.

Das Finale des Films findet nicht im, sondern auf Capri statt.

Romy Schneider als Beifahrer

Erst im Capri - dann auf Capri. Im französisch-italienischen Spielfilm „Die Geliebte des Anderen“ aus dem Jahre 1970 rast Serge (Maurice Ronet) mit seiner Geliebten Marina (Romy Schneider) auf dem Beifahrersitz des Capri auf eine Klippe zu.

Die Geschichte des Films: Marina und Claude (Gabriele Tinti) sind ein Paar. Sie machen mit dem Auto einen Ausflug in die Bretagne. Dort kommt es zum Streit. Claude schlägt Marina und zwingt sie zu einer gemeinsamen Autofahrt. Dabei kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Das Cabriolet fliegt über eine Klippe in den Abgrund und versinkt im Meer. Wie durch ein Wunder rettet sich Marina und meldet sich bei der Polizei, die den Unfall aufnimmt. Claude ist spurlos verschwunden.

Romy Schneider sieht dem Abgrund entgegen.

Romy Schneider sieht dem Abgrund entgegen.

Sein Bruder Serge nimmt Kontakt mit Marina auf und verliebt sich in sie. Als er Revolverpatronen in ihrer Handtasche entdeckt, beginnt er Marina des Mordes an seinem Bruder zu verdächtigen. Trotz der Verdächtigungen beginnt er eine Liebesaffäre mit Marina und fährt mit ihr gemeinsam in die Bretagne an den Unfallort. Dort macht er sich auf Spurensuche. Er möchte den wahrscheinlich toten Bruder finden. Bei einem Tauchgang findet er jedoch anstelle des Bruders einen rostigen Revolver, der zu den Patronen Marinas passt.

Er konfrontiert sie mit seinem Verdacht, will sie mit der Raserei im Capri auf den Abgrund zu einem Geständnis bringen. Doch Marina streitet alles ab. Die Flut spült schließlich eine Leiche an Land und es stellt sich heraus, dass es nicht Claude ist.

Claude taucht plötzlich wieder bei Marina auf und will sich an ihr für die Untreue mit seinem Bruder rächen. Im Streit ersticht Marina Claude und vergräbt ihn im Garten. Sie flieht daraufhin in die Arme von Serge und gesteht ihm die Tat. Doch Serge will ihr dies nicht mehr glauben. Das Liebespaar fährt nach Italien. Die Leiche wird jedoch durch einen starken Regen im Garten freigelegt und die Polizei kommt Marina auf die Spur. Als das Liebespaar auf Capri ankommt, wird es von der Polizei festgenommen.

Doch nicht nur Zeiten, in denen der Capri in der Produktion war, wurden diese Fahrzeuge vor die Kameras gefahren. Hier zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Hannelore Hoger am Steuer

„Hotel Heidelberg“ ist eine bisher siebenteilige Fernsehfilmreihe der ARD. Die ersten beiden Teile wurden im Sommer 2015 in Heidelberg gedreht. Mit Blick auf den Schlossberg liegt das „Hotel Heidelberg“ am Ufer des Neckars. Das für seinen besonderen Charme geschätzte Haus ist das Lebenswerk von Hermine Kramer (Hannelore Hoger), einstmals linke Aktivistin und heute eine stadtbekannte Persönlichkeit. Obwohl ihre Tochter Annette inzwischen die Geschäfte führt, möchte die flippige Seniorchefin nicht loslassen.


Hannelore Hoger am Steuer

„Hotel Heidelberg“ ist eine bisher siebenteilige Fernsehfilmreihe der ARD. Die ersten beiden Teile wurden im Sommer 2015 in Heidelberg gedreht. Mit Blick auf den Schlossberg liegt das „Hotel Heidelberg“ am Ufer des Neckars. Das für seinen besonderen Charme geschätzte Haus ist das Lebenswerk von Hermine Kramer (Hannelore Hoger), einstmals linke Aktivistin und heute eine stadtbekannte Persönlichkeit. Obwohl ihre Tochter Annette inzwischen die Geschäfte führt, möchte die flippige Seniorchefin nicht loslassen.

Hannelore Hoger steuert einen gelb-schwarzen I-er durch Heidelberg.

Hannelore Hoger steuert einen gelb-schwarzen I-er durch Heidelberg.

Unterwegs unterhalb des Heidelberger Schlosses.

Unterwegs unterhalb des Heidelberger Schlosses.

Ganz nah ran an die Kamera.

Ganz nah ran an die Kamera.

Wegen ihrer allgegenwärtigen Aura kommen viele Gäste wie US-Altrocker Dave Rivers (Reiner Schöne). Den holt Hermine stilecht mit ihrem gelb-schwarzen Capri vom Flughafen ab. Weil es einen Rivers allerdings nie gab, schieben sie Hermine bei ihrer Fahrt im Coupé ein gänzlich anderes Rockstück unter. Zu hören ist in dieser Szene „Learn to fly“ von den Foo Fighters.

Abfahrt zum Treff mit dem fiktiven US-Altrocker Dave Rivers.

Abfahrt zum Treff mit dem fiktiven US-Altrocker Dave Rivers.

Über die Dreharbeiten berichtete Christoph Maria Herbst („Stromberg“), der in dieser Serie den Therapeuten Ingolf Muthesius spielt: „Die Lage hier am Neckar ist ein Traum. So wie wir arbeiten, machen andere ihren Urlaub! Beim Dreh im Sommer 2015 bin ich bei 37 Grad den Neckar entlang gejoggt, hätte fast ‘nen Herzinfarkt dabei bekommen. Dann hätte ich tatsächlich mein Herz in Heidelberg verloren...“


I-er als Zugfahrzeug

Ein Beispiel gibt es auch aus diesem Jahr, das Geschehen des ARD-Fernsehfilms „Big Manni“ spielt in Ettlingen, Mitte der 1980er Jahre. Manfred Brenner (Hans-Jochen Wagner), mit seiner Fassadenfarbe ein regional erfolgreicher Unternehmer, hat gerade ein kleines Tief. Aber mit seiner neu gegründeten Firma FloxTex, davon ist Brenner überzeugt, wird er den großen Durchbruch schaffen. Mit neuartigen Horizontalbohrsystemen soll der Rohrleitungsbau im Untergrund revolutioniert werden. Doch der große Erfolg bleibt erst mal aus. Manfred Brenner spielt auf Zeit– und es klappt. Er arbeitet mit Bohr-systemen und Aufträgen, die gar nicht existieren, häuft Kredit auf Kredit und Leasingvertrag auf Leasingvertrag. Er setzt Charme und Überzeugungskraft ein, und lange Zeit bemerkt niemand, dass Brenner mit wenigen Helfern und vielen gefälschten Unterlagen ein betrügerisches Firmenkonsortium aufbaut. Zu seinen Helfern gehört der Angestellte Alfred Hoppe (Georg Alfred Wittner). Der fährt einen rot-schwarzen Capri mit Hängerkupplung, der auch für jenseits der Legalität angesiedelte Einsätze herhalten muss.

Auf dem Firmenhof.

Auf dem Firmenhof.

Dieser Streifen ist angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma FlowTex. Er erzählt von einem der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden DM betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider 1999 verhaftet wurde. In ihrem Fernsehfilm sezieren Regisseur Niki Stein und die Autoren Johannes Betz und Jürgen Rennecke mit viel Spaß an der Realsatire, wie Banker und Politiker sich von dem Unternehmer täuschen lassen. „Big Manni“ lief am Mittwoch, 1. Mai, um 20.15 Uhr in der ARD.

Der Name der Firma Flow Tex aus dem Film „Big Manni“ entspricht dem Original: So legte Manfred Schmider 1999 einen Milliardenbetrug hin..

Der Name der Firma Flow Tex aus dem Film „Big Manni“ entspricht dem Original: So legte Manfred Schmider 1999 einen Milliardenbetrug hin.

[Text & Screenshots: Marc Keiterling]