„Bald 40 Jahre am Capri-Steuer“

„Zur Rubrik ´Mottenkiste´ möchte ich gerne meine Geschichte beisteuern. Mein Name ist Klaus Köster, ich komme aus Pfungstadt, bin 1959 geboren und fahre seit 1981 Capri. Also bald 40 Jahre.

Der erste war ein III-er, ein 2 Liter V6 aus dem Baujahr 1978 in Signalgelb. Von diesem Auto gibt es nicht viele Bilder. Bei einer Aufnahme muss ich heute lachen. Meine damalige Freundin - seit inzwischen 32 Jahren Ehefrau - sitzt auf der Haube. So etwas gibt es heute natürlich nicht mehr.

Sitzen auf der Motorhaube - so etwas gibt es heute nicht mehr.

Sitzen auf der Motorhaube - so etwas gibt es heute nicht mehr.

Zu Beginn des Jahres 1988 hatte ich die Gelegenheit, den immer noch in meinem Besitz befindlichen US-Capri zu kaufen. Der war zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt und man sah ihm die Jahre auch an. Es war ein 2,8 Liter mit unglaublichen 96 PS. Wahnsinn, dieses Verhältnis von Hubraum zu Pferdestärken.

So fand Klaus Köster Anfang 1988 den US-Capri vor. Der II-er kostete 800 D-Mark.

So fand Klaus Köster Anfang 1988 den US-Capri vor. Der II-er kostete 800 D-Mark.

So fand Klaus Köster Anfang 1988 den US-Capri vor. Der II-er kostete 800 D-Mark.

So fand Klaus Köster Anfang 1988 den US-Capri vor. Der II-er kostete 800 D-Mark.

Der Capri kostete mich 800 D-Mark und bis zur Fertigstellung noch mal circa 15.000 Märker. Nach Fertigstellung und Zulassung musste ich dann erst einmal herausfinden, was unter der Motorhaube entfernt werden konnte was die Fahrfreude trübt. Unter diesem Aspekt flogen Abgaspumpe, Abgasrückführung und jede Menge Luftschläuche raus. Im Laufe der Jahre wurden diverse weitere Teile ausgetauscht. So verbaute ich eine leichtere Schwungscheibe, Fächerkrümmer und Holleyvergaser. Auch eine schärfere Nockenwelle kam hinzu. So ist der Capri inzwischen bei 136 eingetragenen PS angelangt.

Im Sommer 1988 sind wir mit dem in blau lackierten Capri zur Trauung gefahren und haben 1990 unseren neugeborenen Sohn aus dem Krankenhaus geholt.

Fahrten durch den Odenwald

Ich fahre noch immer richtig gerne bei schönem Wetter mit meinem US-Boy. Bevorzugt werden dabei reizvolle Strecken durch unseren schönen Odenwald oder Taunus, außerdem steuere ich gerne Oldtimertreffen in der Umgebung an.“

Frischlackiert, frisch getraut 1988 (oben). Auf der Fahrt zum Capri-Treffen nach Kiel und im Urlaub am Ferienhaus in Friesland.

Frischlackiert, frisch getraut 1988 (oben). Auf der Fahrt zum Capri-Treffen nach Kiel und im Urlaub am Ferienhaus in Friesland.

Frischlackiert, frisch getraut 1988 (oben). Auf der Fahrt zum Capri-Treffen nach Kiel und im Urlaub am Ferienhaus in Friesland.

Frischlackiert, frisch getraut 1988 (oben). Auf der Fahrt zum Capri-Treffen nach Kiel und im Urlaub am Ferienhaus in Friesland.

[Text & Fotos: Klaus Köster]


Ein Capri zum Geburtstag

„Irgendwann im März 2019 bekam ich vom Club die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, meinen Capri jemandem zum Geburtstag zu schenken. Wie bitte?

Nachdem sich bei mir die Schnappatmung wieder gelegt hatte, folgte die Präzisierung: Rolf Chelmowski hatte beim CCD angefragt, ob wir es organisieren könnten, dass seinem Vater zum 70. eine Fahrt in einem I-er, den er selbst früher mal besessen hat, ermöglicht wird. Da sich der Wohnort der Eltern in Bochum befindet, hat unser 3. Vorsitzender, Frank Lehmann, bei mir angefragt, ob ich dies übernehmen würde. Dass dem Herrn das Fahrzeug dabei nicht als Geschenk und auch nicht als ´Leihwagen ´ übergeben wird, wurde dem Fragesteller noch mal ordnungshalber mitgeteilt. Angesichts der im Ruhrgebiet zahlreichen Oldtimerveranstaltungen, die sich als Ziel für eine gemeinsame Ausfahrt mit dem ´Geburtstagskind´auf dem Beifahrersitz anbieten würden, wird sich sicher was organisieren lassen.

Ralf Geisler unternahm für und mit Franz Chelmowski (links) eine Zeitreise im Capri.

Ralf Geisler unternahm für und mit Franz Chelmowski (links) eine Zeitreise im Capri.

Leider liegt das fragliche Datum Mitte November. Ich habe dann erklärt, dass zu dieser Jahreszeit leider nur kurzfristige Touren möglich sind, da ich zwar kein Problem mit Regen und dem Capri habe, aber bei im November möglichem Sauwetter würde ich einmal die Tour ungern machen, zudem ist kein interessantes Ziel auszumachen. Wir haben dann vereinbart, dass wir die Einlösung des Geschenks, das die Kinder ihrem Vater machen wollten, auf das Frühjahr 2020 verschieben. Ich habe mir eine passende Veranstaltung herausgesucht, es sollte ein Oldtimertreffen bei Wuppertal am 26. April sein, eine schöne Tour wollte ich mir zum Termin heraussuchen. Wollte…..

Corona! Ende März war klar, dass im Frühjahr sicher keine Veranstaltung, auch nicht die geplante, würde stattfinden können. Zudem war es mitten im damaligen Lockdown auch nicht sinnvoll, solche grundsätzlich erlaubten Touren (zwei Haushalte) zu unternehmen. Somit haben wir es dann verschoben.

Über Sommer, obwohl es in diesem Jahr wettermäßig sicher oft gepasst hätte, war es dann auch ziemlich mager mit geeigneten Veranstaltungen, dazu kamen gesundheitliche Probleme beim geduldigen Geburtstagskind, Franz Chelmowski, die diese Sache in den Hintergrund stellten. Und eine Tour bei über 30 Grad macht auch nicht wirklich Spaß, wenn man gesundheitlich nicht auf der Höhe ist. Somit wurde es Herbst, bis wir endlich einen Termin gefunden haben. Es ist der 11. Oktober geworden, leider fast ein ganzes Jahr nach dem eigentlichen Anlass.

Angesagt war für diesen Sonntag durchwachsenes Wetter, aber es war während der ganzen Tour trocken und relativ warm. Ich bin kurz nach 11 Uhr in Bochum eingetroffen und wurde nach der Parkplatzsuche bereits draußen empfangen. Nach einer sehr kurzen Kennenlernphase, die sicher auch deswegen kurz war, weil wir uns direkt gut verstanden haben, haben wir den Wagen besichtigt und sind dann schnell zu einer Tour durch die Ausläufer des Bergischen Landes in Richtung Wuppertal gestartet. Während der Fahrt konnten wir uns angeregt unterhalten, natürlich über frühere Gegebenheiten mit dem Capri, den Franz Chelmowski selbst mal gefahren hatte, aber auch über allgemeine Dinge, da wir auch recht schnell wussten, dass wir beide in Elektroberufen tätig sind beziehungsweise waren.

Insgesamt waren wir eineinhalb Stunden unterwegs, bevor wir wieder in Bochum angekommen sind. Die folgende Einladung zum Kaffee habe ich gerne angenommen, wir haben dann noch recht angeregt einige Zeit verbracht. Beendet haben wir den Termin mit einer kleinen Fotosession.“

[Text & Foto: Ralf Geislern]


Ein „Zak“ für die Straße

Der Nachbau eines Zakspeed Turbo-Capri aus der DRM-Saison 1978 mit H-Zulassung.

Der Nachbau eines Zakspeed Turbo-Capri aus der DRM-Saison 1978 mit H-Zulassung.

Diese Geschichte begann im Mai dieses Jahres mit einer Anfrage. Diese wurde von einer Nürnberger Karosseriebaufirma an unseren Ersatzteilmann, 2. Vorsitzender Wolfgang Stein gerichtet. Gesucht wurden eine Heckscheibendichtung und eine Kofferraumdichtung für einen III-er. Nach kurzer Korrespondenz war der Handel perfekt, zur Information schickte die Firma ein paar Fotos des Capri, versehen mit dem Hinweis, dass es sich um das ehemalige Auto von Hans Heyer handele.

Hans Heyer? Schnappatmung!

Kurze Schnappatmung beim ersten flüchtigen Betrachten der Bilder. Das wird doch nicht ein Zakspeed-Turbo von 1978/79 sein, mit dem der uns allen wohlbekannte Rennfahrer damals sein Capri-Comeback in der Deutschen Rennsportmeisterschaft feierte? Nein, das lässt sich schnell erkennen. Nicht zuletzt angesichts der Straßenzulassung. Aber was ist das für ein Auto? Ein optisch sehr aufwändig gemachter Wagen in dem bekannten „Mampe-Design“, der dem großen Vorbild aus der Motorenschmiede in Niederzissen tatsächlich unheimlich nahe kommt.

Klar, dass wir da nachhaken. Wolfgang informiert mich, schickt mir die Bilder und ich kontaktiere die fränkische Karosseriebaufirma mit der Bitte, um einen Kontakt zum Besitzer. Der meldet sich schnell.

Mario Gehring bezeichnet sich selbst als „Liebhaber aufgemotzter Schlitten der 80er“. Über die Entstehung dieses Fahrzeugs kann er fast nichts sagen: „Ich habe den Capri erst Anfang des Jahres gekauft und kann leider über die Geschichte des Autos wenig sagen. Der Umbau wurde sicherlich schon vor Jahrzehnten gemacht, höchstwahrscheinlich in den 80er Jahren.“

Was die Bilder nicht verraten, verrät Gehring: „Es handelt sich um einen 2,8 Liter-Motor mit Eichberg-Turbolader und einer eingetragenen Leistung von 154 Kilowatt gleich 209 PS. Als Höchstgeschwindigkeit sind 220 km/h notiert. Eingetragen sind außerdem die Zakspeed-Verbreiterungen und -Spoiler sowie Überrollbügel, Hosenträgergurte, das Raid-Lenkrad und die Supersprint Auspuffanlage.“

Der Schriftzug an der Fahrertür.

Der Schriftzug an der Fahrertür.

Das ein solches Verkaufsangebot ins Auge fällt, versteht sich von selbst. Warum er darauf sofort „steil ging“, erklärt Mario Gehring so: „Ich hatte als Kind ein Auto für meine Carrera-Bahn in genau diesem Design. Und als ich den Capri dann ´in echt´ zum Verkauf sah, musste ich einfach zuschlagen.

Das Auto von der Carrera-Bahn

Dieser Mampe-Capri war als Kind mein absolutes Lieblingsrennauto und ich hätte nie gedacht, dass es ein Fahrzeug mit Straßenzulassung - und auch noch H-Kennzeichen - tatsächlich mal zu kaufen gibt.“ Ein „Zak“ also für die Straße, ein Wahnsinn!

An diesem Capri hätte sicherlich auch jener Mann seinen Spaß, dessen Name auf der Fahrertür zu sehen ist. Hans Heyer gehörte ab den späten 60er Jahren zu jenen verwegenen Gasfüßen, die über die Rennpisten der Welt jagten. Der gebürtige Mönchengladbacher gewann 1968 die Deutsche Meisterschaft und die Europameisterschaft der Formel K. Nachdem er 1970 mit einem Hattrick zum dritten Mal den deutschen und europäischen Formel-K-Meistertitel errungen hatte, verlieh ihm der Bundespräsident das Silberne Lorbeerblatt. 1971 sicherte sich Heyer zum vierten Mal in Folge den Formel-K-Doppelerfolg.

Der Mann zu diesem Auto

In der Deutschen Rennsportmeisterschaft fuhr er den Capri I, seine drei Titel in der DRM gewann er jedoch mit anderen Autos. 1975 und 1976 für das Team Zakspeed auf dem Escort und 1980 für GS-Tuning auf einem Lancia Beta Montecarlo Turbo. Dazwischen, eben 1978/79, gehörte er zu den Tretern des Zakspeed-Turbo-Capri III.

Zwischen 1972 und 1986 nahm Heyer auch zwölfmal am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil, fiel aber jedes Mal aus.

Lieblingsrennauto des kleinen Mario auf der Carrera-Bahn.

Lieblingsrennauto des kleinen Mario auf der Carrera-Bahn.

Beeindruckend aus allen Blickwinkeln. Blinker und Kennzeichen mussten vorn integriert werden.

Beeindruckend aus allen Blickwinkeln. Blinker und Kennzeichen mussten vorn integriert werden.

Beeindruckend aus allen Blickwinkeln. Blinker und Kennzeichen mussten vorn integriert werden.

Beeindruckend aus allen Blickwinkeln. Blinker und Kennzeichen mussten vorn integriert werden.

Beim Großen Preis von Deutschland 1977 startete er zum ersten und einzigen Mal in einem Formel-1-Rennen. Mit seinem ATS-Penske hatte er sich zwar nicht qualifizieren können, nahm aber dennoch am Rennen teil. Dies galt aber nicht als offizieller Start. Mit einem Defekt am Schaltgestänge schied er allerdings bereits nach neun Runden aus. Das Kuriosum: Heyer erreichte in einem Rennen ein DNQ, DNS, DNF und DSQ. Zu deutsch: Er qualifizierte sich nicht, er startete nicht offiziell, er beendete das Rennen nicht und er wurde disqualifiziert. Bisher ist er der einzige Fahrer, dem dies widerfahren ist.

Hans Heyer während eines CCD-Mitgliedertreffens auf dem Nürburgring.

Hans Heyer während eines CCD-Mitgliedertreffens auf dem Nürburgring.

Am Nürburgring entdeckten wir im Rahmen unserer dortigen alljährlichen Mitgliedertreffen auch schon einmal einen Herrn mit Tirolerhut. Und tatsächlich, es war der wohl berühmteste Träger dieser Kopfbedeckung außerhalb Österrreichs: eben Hans Heyer persönlich.

In der Capri aktuell 2/2017 erinnerte sich Thomas Ammerschläger, ab den frühen 70er Jahren technischer Leiter der Ford-Motorsportabteilung, an einige Begebenheiten mit Heyer: „Er war 1977 mit dem Zakspeed-Escort noch ohne Turbo-Aufladung unterwegs. Ich erinnere mich, dass er auf dem Norisring von den BMW´s geradezu zerfleddert wurde. Da war allen Beteiligten klar, dass ein Turbo her muss. Mir war außerdem bewusst, dass der eckige Escort dafür nicht das geeignete Auto war.“ 1978 erteilte der amtierende Ford-Vorstand Ammerschläger den Auftrag zur Entwicklung eines Turbo-Capris im Zusammenarbeit mit Erich Zakowski.

Erst spät in der Saison 1978 war das Auto einsatzbereit. Hans Heyer schwärmte: „Das ist ein wunderschönes Auto. Mit einer 50/50 Gewichtsverteilung hat es ein sehr gutes Handling, es ist pro Runde sechs Sekunden schneller als der Escort. Man fährt überall etwa 30 Stundenkilometer schneller in die Kurven.“ Anderen Quellen zufolge soll er sich außerdem über sich selbst geärgert haben. „Verdammt! Das Auto kann noch viel mehr. Ich war schon wieder zu langsam“, habe der Mann während des Testens einmal geflucht. „Ja, das stimmt. Heyer musste sich erst trauen, an die Grenze zu fahren, sie auszuloten. Der gewaltige Abtrieb machte enorm hohe Kurvengeschwindigkeiten bei gleichzeitig kürzeren Bremswegen möglich“, bestätigt Ammerschläger.

[Text: Marc Keiterling - Fotos: Mario Gehring & Archiv]


Geschichte aus Gladbeck

Wolfgang Kill aus Gladbeck im Ruhrgebiet wurde auf meine Leidenschaft für den Capri und meine Tätigkeit für die Capri aktuell durch meine journalistische Arbeit aufmerksam. In mehreren Mails berichtete er mir von seinen Erlebnissen mit Capris. Einige davon gebe ich hier nun wieder, weil sie wunderbar zu unseren „Mottenkisten-Erinnerungen“ passen. Kill besaß mehrere Exemplare.

„Mein erster Capri war ein grüner GT. Das muss etwa 1969 gewesen sein. Ein 1700-er mit 75 PS. Auf dem Bild dazu ist schön zu sehen: Damals trug man noch Anzug. Und die Frau des Halters ist tatsächlich bis zum heutigen Tag noch immer die selbe Frau.

In der Neubausiedlung mit noch unbefestigter Straße: Der Herr trägt Anzug und Krawatte. Man hatte Stil.

In der Neubausiedlung mit noch unbefestigter Straße: Der Herr trägt Anzug und Krawatte. Man hatte Stil.

Der zweite trug die Farbe Orange und war das 73-er Modell. Rein von der Leistung her ein riesiger Sprung nach vorn. Ein 2300-er mit 108 PS. Die `Sonderfarben` an den Sicken und auf den beiden Motorhauben waren auf meinem Mist gewachsen. Dann folgte ein Capri II, weiß mit braunem Vinyldach.

Auch Frau bewies Stil - im zeittypischen Kleid vor dem Coupé.

Auch Frau bewies Stil - im zeittypischen Kleid vor dem Coupé.

Als ich den bestellte, riet mir der Verkäufer im Ford-Autohaus Oder dringend ab. Ich solle doch unbedingt ein schwarzes Dach nehmen. Tat ich nicht. Als der Wagen dann neu vor uns stand, gestand er: ´Sieht ja doch gut aus´. Das war zunächst auch ein 2,3 Liter. Später bekam er noch eine stärkere Maschine. Ein `Zwosechser` mit 125 PS. Das war damals eine echte Ansage! Auch hier hatte ich in Sache Farbe Hand angelegt: die Hutze war von mir in braun lackiert worden, ebenso kamen Streifen in dieser Farbe an die Seiten. Alles passend zum Dach.

Zum II-er gibt es eine weitere nette Geschichte. Meine Heimatstadt Gladbeck verlor genau in dieser Zeit ihr eigenes Kennzeichen (GLA). Für ein Jahr wurde einem BOT für Bottrop verpasst, danach war es dann RE für Recklinghausen. Ich wollte aber auf gar keinen Fall ein BOT am Auto haben. Daher ließ ich das Auto im sauerländischen Rüthen zu, wo wir einen Zweitwohnsitz bei einem Vetter meiner Frau hatten.

Das war die nette Geschichte zu diesem Wagen. Die unschöne hat mit dem schon erwähnten Motorentausch zu tun. Und die hatte ihren Ursprung bei einer Auseinandersetzung zum Getriebe mit Ford Oder und den Ford-Werken insgesamt während der Garantiezeit.

„Sie haben sich wohl verschaltet?“

Wir bewohnten damals Eigentum mit einer circa 30 Meter langen Zufahrt. Ergo musste man schon ein ganzes Stück rückwärts fahren, um aus dem Grundstück herauszukommen. Da geschah das Unglaubliche: Es gab einen Knall und der fast noch nagelneue Capri stand still auf der Stelle. Ich, seinerzeit zarte 23 Jahre alt, stieg aus und guckte doof aus der Wäsche.

Ich habe dann einen Blick unters Auto gewagt und da sah ich Flüssigkeit auslaufen. Ich rief also beim Autohaus Oder – wo bereits mein Vater langjähriger Kunde gewesen war – an und schilderte das Malheur. Es kam einer der Meister aus der Werkstatt und beruhigte mich: ´Na, Herr Kill, ist ja noch Garantiezeit drauf. Machen sie sich keine Sorgen´. Jau, klar! Abgeschleppt und nach einigen Tagen konnte ich meinen Capri wieder haben. Nebst einer satten Rechnung: Ich musste mehr als 2.000 D-Mark bezahlen, weil das Werk diesen Schaden nicht als Garantieleistung anerkannt habe. Die Aussage des Werks-Ingenieur lautete: `Sie haben sich doch wohl verschaltet?` Gegenfrage: ´Wie soll man sich verschalten wenn man schon etwa 20 bis 25 Meter rückwärts gefahren ist?`

Nun ja, um vielleicht doch an mein Geld zu kommen musste ich bis vor das Landgericht Essen, weil der Betrag eben so hoch war. Und tatsächlich bestätigte selbst ein Gutachter die abenteuerliche Theorie von Ford. Somit blieb ich tatsächlich auf meinen Kosten sitzen.

Einziger ´Trumpf´, den ich ausspielen konnte: Das defekte Getriebe, in Einzelteile zerlegt (eine ziemlich große Kiste voller Einzelteile), habe ich mir seitens der Ford-Vertretung nach Hause liefern lassen. Somit konnten von denen zumindest keine Ersatzteile verkauft werden. Aber unterm Strich ist klar: Ich hatte sicherlich keinen guten Rechtsanwalt.

Das Foto vom Capri 73 ist beschädigt, der Blickwinkel auf den II-er nicht optimal. Egal - schöne, alte Bilder.

Das Foto vom Capri 73 ist beschädigt, der Blickwinkel auf den II-er nicht optimal. Egal - schöne, alte Bilder.

Das Foto vom Capri 73 ist beschädigt, der Blickwinkel auf den II-er nicht optimal. Egal - schöne, alte Bilder.

Nach Emmerich - des Tempos wegen

Ein Meister aus diesem Autohaus hatte sich zwischenzeitlich selbständig gemacht. Mit ihm habe ich anschließend über dieses Thema und andere technische Sachen geklönt. Und da ich mit der Leistung dieses V6 mit 108 PS nur bedingt zufrieden war, kamen wir auf die Idee des ´Aufpuschens´. Somit wurde ein 2,6 Liter-Motor gekauft und eingebaut. Da ich damals viel Stadtverkehr fuhr bin ich einmal im Monat mit ordentlich Tempo die Strecke von Gladbeck nach Emmerich an der niederländischen Grenze gefahren. Hin und zurück gut 140 Kilometer. Verrückt, ich weiß...

Mit dem II-er war unsere `Capri-Karriere` dann beendet. Trotz des Ärgers mit Ford habe ich aber noch viele weitere Autos mit der Pflaume besessen. Darunter einen Escort RS 2000, einen Sierra Turnier mit Allrad und zuletzt bis vor gut zehn Jahren einen Cougar mit 170 PS.

Die Fotos sind nicht die besten Motive, vor allem die Bilder vom 73-Modell und dem II-er. Ich habe aber auch nicht geahnt, dass sich rund 50 Jahre später noch jemand für so etwas interessieren würde...“

[Text: Wolfgang Kill & Marc Keiterling - Fotos: Wolfgang Kill]


Viel Blech blieb nicht übrig

Ankunft von Wolfgang Steins Sanierungsobjekt bei Capri-Restaurator Tilo Rögelein.

Ankunft von Wolfgang Steins Sanierungsobjekt bei Capri-Restaurator Tilo Rögelein.

„Mit dem Wunsch, meinen seit rund 30 Jahren abgestellten I-er, einen 2000 GT XLR in der Farbe Hellgrün 67, wieder zu reaktivieren, endete der Bericht über dieses Auto hier. Jetzt folgt nun die Fortsetzung.

Grundsätzlich schraube ich ja gerne an Autos. Sollte ich mir also diese Arbeit einer Komplett-Restauration vornehmen? Schätzungsweise drei bis fünf Jahre an dem Ding nebenher arbeiten? Ich entschied mich, in dieser Zeit lieber Capri zu fahren - mit meinem 2.8i - und meinen Aufgaben als Ersatzteilbeauftragter des CCD nachzugehen.

Ich hatte mir im Laufe der letzten 25 Jahre sehr viele neue Ersatzteile (Blech und Technik) für die mal anstehende Restaurierung zugelegt. Eine Basis war daher vorhanden und so befragte ich meinen Wunsch-Restaurator, Tilo Rögelein, auf der diesjährigen Oldtimermesse in Stuttgart Ende Februar nach einem passenden Zeitpunkt. Dieser war dann im Mai gekommen.

Rost, wohin das Auge blickt.

Rost, wohin das Auge blickt.

Rost, wohin das Auge blickt.

Rost, wohin das Auge blickt.

Rost, wohin das Auge blickt.

Mit meinem CCD-Freund Joachim von Alten habe ich das Auto am Stellplatz ´aufgeweckt´ und drei platte Reifen mit ausreichend Luft befüllt. Dann haben wir das gute Stück aus dem Schatten in die Sonne gerollt, den Wagen ans Abschleppseil angehängt und in die nur circa 700 Meter entfernte Garage an meinem Haus geschleppt. Dort wurde ein anderen Satz Räder montiert und die vorderen Sitze sowie die Rücksitzbank demontiert, die bei einem befreundeten Sattler aufgearbeitet werden.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Das Heck - weg. Tilo Rögelein baut Wolfgang Steins Capri konsequent neu auf. Glücklich kann sein, wer die originalen Bleche besitzt - und die Farbe trifft. Es wird wieder Hellgrün 67.

Am 19. Mai war es dann soweit. Der Capri wurde auf den schon am Vortag ausgeliehenen Anhänger gezogen und verzurrt und los ging die Reise ins schwäbische Erligheim. Dort wurden wir schon erwartet. Sowohl von der Familie Rögelein als auch vom Fernsehteam des SWR. Den großen Bericht dazu findet ihr auch hier.

 

Die Inaugenscheinnahme durch Tilo von oben und unten erbrachte erwartungsgemäß das von mir schon vorab erwartete Ergebnis: Totaloperation! Es wurde vereinbart, dass Fahrzeug komplett zu demontieren. Die Rohkarosse sollte anschließend ohne jegliche Anbauteile mit Trockeneis gestrahlt werden, um danach alle Rostschäden in vollem Umfang erkennen zu können.

Viel ließ das Trockeneis nicht übrig

Nach dem Trockeneisstrahlen besuchte ich Mitte Juni die ´Restkarosserie´, die zwischenzeitlich auf ein Rollgestell montiert worden war, um jetzt den Umfang der Schweißarbeiten festzulegen.

Mir war vorher schon klar, dass der Rost ganze Arbeit geleistet hatte, aber ganz so heftig hatte ich es mir dann doch nicht vorgestellt. So waren beispielsweise Teile der Radläufe hinten, der A-Säule unten oder die Windleitblechecken rechts und links nicht oder fast nicht mehr vorhanden. Ich schätze, noch vor einigen Jahren hätte man viele Capris bei einem vergleichbaren Schadensbild schlicht entsorgt. Aber nun ist 2020 und ich habe es mir auch in den Kopf gesetzt, dieses Auto nach dem Kauf anno 1990 endlich auch mal zu fahren.

So wurde festgelegt, dass die nun aus meinem Keller mitgebrachten Original-Blechteile wie A-Säule links und rechts, Innen- und Außenschweller links und rechts, Querträger vorne zweiteilig, Frontschürze, Seitenwände links und rechts und Abschlussblech hier gute Verwendung finden werden.

Wiederauferstehung eines Capri

Beim nächsten Besuch, der vier Wochen später stattfand, wurden von mir weitere Ersatzteile angeliefert und ich konnte schon die ersten Fortschritte bei den Karosseriearbeiten erkennen. Die Schweller, die A-Säulen und das innere Windleitblech waren bereits erneuert. Wenige Wochen später war auch schon der Frontbereich des Capri mit Frontschürze, und allem was dazu gehört, wieder hergestellt.

Auch habe ich mit Tilo die nächsten Schritte abgestimmt. Es stand eine Entscheidung hinsichtlich der Türen und des Kofferraumdeckels an. Da sich nach dem Entrosten nur kleine und überschaubare Schäden offenbarten, habe ich entschieden, diese drei Teile am Auto zu lassen und daher wurden sie fachgerecht instandgesetzt.

Nun stand eine ´nachschubbedingte´ Pause an, da die in England bestellten äußeren Radhaushälften erst Ende September verfügbar waren.

Die nächste Verabredung in Erligheim nach dieser Schaffenspause stand am 7. Oktober im Kalender. Auch hier waren schon wieder deutliche Fortschritte zu sehen. Seitenwände und Abschlussblech waren eingepasst und vorab nur geheftet, da ein passgenaues Einschweißen ja erst nach den äußeren Radhaushälften möglich ist. Auch die Seitenwände, das Abschlussblech und das Dach waren mittlerweile blank geschliffen. Beim Dach hatten wir uns nach Abwägen von Erhalten oder Erneuern doch entschlossen, das alte Vinyldach zu entfernen und gegen ein neues zu ersetzen. Im Falle einer späteren Beschädigung durch endgültige Aushärtung und dem darauffolgenden Einreißen an einen jetzt komplett neu lackierten Fahrzeug wahrscheinlich die richtige Entscheidung.

Nun ging es munter weiter. Es kam auch schon das für meinem Geschmack richtig geile Hellgrün 67 zum Einsatz. Folgende Teile wurden vor dem Einschweißen innen ´vorlackiert´: Seitenwände links und rechts, das innere Windleitblech sowie das sogenannte `Lüftungsblech`unterhalb der Heckscheibe. Danach wurde der Heckbereich zügig mit den gelieferten Blechteilen fertiggestellt und dann ging es weiter mit dem Einpassen von Kotflügel und Türen. Letztendlich konnten die Kotflügel fix verschweißt werden.

Anfang November bekam ich dann schon Eindrücke von einem ´Silberpfeil´. Die farblose Karosserie wurde mit verchromten Anbau- und Zierteilen versehen, um alle nicht vorhandenen Montagelöcher für Vinyldach-Abschlußleisten, Zierleisten am Heck und seitlich, Embleme und anderes zu bohren. Ebenso fiel die Entscheidung für eine zeitgenössische verchromten Stabantenne, die - wie mal original - am rechten Kotflügel positioniert wurde.

Der gesamte Fahrzeugunterboden ist gereinigt worden, wurde von kleinen Anrostungen befreit sowie natürlich sauber grundiert.

Im nächsten Schritt ist nun der Lackierer gefragt. Und was macht eigentlich die Innenausstattung? Antworten gibt es in der nächsten Fortsetzung.“

„Silberpfeil“ mit Zierleisten.

„Silberpfeil“ mit Zierleisten.

[Text: Wolfgang Stein - Fotos: Caroline Rögelein & Wolfgang Stein]


„Wir haben den Dreh raus!“

Die Aufnahmen zur Capri-Folge der SWR-Fernsehserie „Auto-Ikonen“

In der Zeit zwischen Mai und Juli dieses Jahres war der Südwestrundfunk (SWR) landauf und landab dem Capri auf der Spur, wie bereits in den vergangenen beiden Ausgaben der Aktuell berichtet. Der Film über unser Lieblingsauto aus der Serie „Auto-Ikonen“ wird am Sonntag, 27. Dezember, ab 16.30 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt. Alle Mitwirkende wurden um Beiträge zu den Dreharbeiten gebeten.

Über den Drehort Gelsenkirchen berichtet Guido Heisner und findet: „Wir haben den Dreh raus“. Fotos von Malte Hallwachs, Frank Lehmann, Marc Keiterling und Guido Heisner.

Kameramann Malte Hallwachs und Autor Thorsten Link nehmen in Gelsenkirchen zuerst CCW-Mitglied Arthur Porfetye (von rechts) ins Visier.

Kameramann Malte Hallwachs und Autor Thorsten Link nehmen in Gelsenkirchen zuerst CCW-Mitglied Arthur Porfetye (von rechts) ins Visier.

Am 22. und 23. Mai hatte der Capri Club Westerholt (CCW) den Südwestrundfunk (SWR) in der heimischen „Schrauberbude“ in Gelsenkirchen-Bismarck für Dreharbeiten zu einer Dokumentation über den Ford Capri zu Gast. Aber nicht nur das Fahrzeug in seinen unterschiedlichen Baureihen und technischen Besonderheiten sollte im Mittelpunkt der Dokumentation stehen, sondern auch die Fahrer und ihre persönliche Verbindung zu ihrem Fahrzeug und wie sie sprichwörtlich „auf den Capri gekommen“ sind.

Doch wie kam das Team vom SWR um Redakteur Thorsten Link nun gerade auf uns Ruhrpottler? Der Capri Club Deutschland (CCD) hatte eine Anfrage erhalten, man würde für Dreharbeiten eine aussagekräftige Location suchen, in der auch ein aktives Vereinsleben inklusive Hege und Pflege an Fahrzeugen zu sehen wäre. Und da hatten die verantwortlichen Leute vom CCD - wie „Wickie“ - die zündende Idee, bei uns im Club anzufragen ob wir uns vorstellen könnten, für die Dreharbeiten zur Verfügung zu stehen. Da brauchte Dirk - unser „Vorturner“ - nicht lange fragen. Na klar doch!

Warum ein „Porno-Capri“?

Die Anfrage wurde natürlich noch vor Beginn der unsäglichen Corona-Zeit gestellt und als der Drehtermin näher kam bestand ein Restrisiko, dass das Ganze doch noch verschoben werden müsste. War dann aber doch nicht der Fall. Unter Beachtung entsprechender Abstandsregeln wurde das Projekt am 22. Mai mit einer ausgiebigen Begehung unseres Geländes nebst Werkstatt und Clubraum begonnen. Das TV-Team um Thorsten Link zeigte sich begeistert und so wurde gleich losgelegt.

Erster Hauptdarsteller wurde Arthur Porfetye, der in seinem weißen I-er 1700 GT ausgiebig Rede und Antwort stehen musste und sich vor allem der Frage stellte, warum er denn einen „Porno-Capri“ fahren würde? Letzteres ist dem Umstand geschuldet, dass der Vorbesitzer den Wageninnenraum mit reichlich Plüsch, Teppich und Elektroinstallationen versah und die Motorhaube mit einem fein gezeichneten Mantra verziert ist.

Danach wurde am ebenfalls weißen I-er der 1500-er V4-Motor wiederbelebt. Dies gestaltete sich zunächst etwas schwierig, aber mit ein wenig Gehirnschmalz war dann auch der fehlende Verteilerfinger wieder da, wo er hingehört. Der Motor dankte es uns mit ausgezeichneter Startleistung und das Projekt kann weiter voran schreiten.

Dirk Trapka und Frank Lehmann beschreiben Thorsten Link (von rechts) ihre beiden Turbo-Modelle.

Dirk Trapka und Frank Lehmann beschreiben Thorsten Link (von rechts) ihre beiden Turbo-Modelle.

Drucksache: TurboMay und Werksturbo

Nun standen als nächstes die Geschichte des Turbo auf dem Drehplan, genauer die Unterschiede zwischen einem I-er TurboMay und einem III-er Werksturbo. Hierzu begann das Team zunächst Frank Lehmann vom CCD zu befragen, der für das Fernsehen aus Euskirchen angereist war. Mit dem gewohnt tiefgründigen Wissen um sein Fahrzeug und dem der Abstammung entsprechenden norddeutschem Humor zog er Autor Thorsten Link in seinen Bann: „Was Vaddern nicht kauft, muss der Sohn bei Zeiten nachholen“.

Der sehr originale III-er von Andreas Berger wird bei der Einfahrt in die Halle des Capri Clubs Westerholt aufgenommen.

Gerd Niederberger und seine Söhne erinnern sich an den Capri als Familienauto anno 1969.

Der sehr originale III-er von Andreas Berger wird bei der Einfahrt in die Halle des Capri Clubs Westerholt aufgenommen. Gerd Niederberger und seine Söhne erinnern sich an den Capri als Familienauto anno 1969.

Thorsten Link fertigt Detailbilder am Werksturbo.

Tim und Jana Willenweber - Vater und Tochter im Capri-Fieber - berichten von ihrer gemeinsamen Leidenschaft.

Thorsten Link fertigt Detailbilder am Werksturbo. Tim und Jana Willenweber - Vater und Tochter im Capri-Fieber - berichten von ihrer gemeinsamen Leidenschaft.

Auch Fahrszenen mit der Capri-Kolonne werden gedreht. Der orange-gelbe Capri ´73 von Markus Schulte Rebbelmund wurde zuvor kameragerecht entpackt.

Auch Fahrszenen mit der Capri-Kolonne werden gedreht. Der orange-gelbe Capri ´73 von Markus Schulte Rebbelmund wurde zuvor kameragerecht entpackt.

Nicht minder begeistert zeigte sich die Crew von der Technik des Werksturbos von CCW-Mann Dirk Trapka und wie ihm der Wagen förmlich ins Gesicht sprang. Tja, manchmal lohnt es sich, von einem eingefahrenen Weg abzuweichen.

Der zweite Drehtag begann mit ein paar weiteren externen Fahrern, mit ihren Capris und den dahinter stehenden Geschichten. So war Gerd Niederberger mit seinem Söhnen aus Krefeld gekommen. Außerdem Jana und Tim Willenweber aus dem Westerwald. „Familienangelegenheiten“ wurden in Szene gesetzt.

Nächster Hauptdarsteller vom CCW war Markus Schulte Rebbelmund alias „Christo“, der seinen orange-gelben Renner, Typ Capri 73, aus dem Container kameragerecht entpacken durfte. Daran schloss sich eine Einfahrtsszene von Andreas Berger mit seinem III-er 2.0 GL in die Schrauberhalle an.

Das Finale des zweiten Drehtags führte uns mit acht Capris aller drei Baureihen aufs Land, um hier noch Fahrszenen in Kolonne einzufangen. Diese wurden mit verschiedenen Einstellungen am Boden und auch mittels Drohneneinsatz aus der Höhe gedreht. Nach mehreren Umläufen und dem zusätzlichen Einsatz von Kleinstkameras an und in dem einen oder anderen Fahrzeug konnte auch der zweite Drehtag zur Zufriedenheit des Drehteams vom SWR und unserer aller Freude abgeschlossen werden. Wie viele Szenen sich am Ende von unserem Set schließlich in der 45-minütigen Dokumentation wiederfinden werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: „Dat war töffte!“

Filmemacher Thorsten Link ließ sich beim Capri Club Westerholt inspirieren und war gleichzeitig im Blickpunkt: Hier lichtet ihn Guido Heisner von vorn ab, während hinten Stefan Glowatz (links) und Frank Lehmann (rechts) auf die Auslöser drücken.

Filmemacher Thorsten Link ließ sich beim Capri Club Westerholt inspirieren und war gleichzeitig im Blickpunkt: Hier lichtet ihn Guido Heisner von vorn ab, während hinten Stefan Glowatz (links) und Frank Lehmann (rechts) auf die Auslöser drücken.

Der Fingerzeig von CCW-„Vorturner“ Dirk Zentara macht es deutlich: Der Südwestrundfunk war in Gelsenkirchen-Bismarck zu Gast. Und alle Beteiligten hatten großen Spaß an den beiden Tagen mit dem Fernsehteam.

Der Fingerzeig von CCW-„Vorturner“ Dirk Zentara macht es deutlich: Der Südwestrundfunk war in Gelsenkirchen-Bismarck zu Gast. Und alle Beteiligten hatten großen Spaß an den beiden Tagen mit dem Fernsehteam.


Über die Drehorte Gelsenkirchen und Wollersheim berichten Frank Lehmann und Walter Winkler. Fotos von Malte Hallwachs, Marc Keiterling, Frank Lehmann und Walter Winkler.

Die Geschichte begann für mich Mitte Februar, als ich meinen TurboMay - gerade zurück von der Bremen Classic Motorshow - in Wollersheim bei meinem Clubkollegen Walter Winkler nachbereitete. Dort erreichte mich die Anfrage Thorsten Links vom SWR, auf Unterstützung der Serie „Auto-Ikonen“. Nach kurzer Abstimmung innerhalb des Vorstandes sagte ich dann telefonisch unsere Unterstützung zu. Ich vereinbarte mit Aktuell-Redakteur Marc Keiterling die weitere Zuarbeit mit dem Filmteam zu koordinieren. Hier nun Walters und meine Erlebnisse an drei von 16 Drehtagen.

Gelsenkirchen, Freitag, 22. Mai. Nach einer gründlichen Autoreinigungsaktion am Tag zuvor startete ich von Euskirchen nach Gelsenkirchen zum Ahlmannshof, wo der Capri Club Westerholt seine Halle unterhält. Ich freute mich natürlich sehr, nach dem Lockdown der Corona-Pandemie endlich einmal wieder bekannte Gesichter zu treffen und über unser Hobby zu philosophieren. Die rund 90-minütige Fahrt verlief problemlos und ich wurde von den Kollegen aus Westerholt sowie dem Filmteam, bestehend aus Autor Thorsten Link, dem Kameramann Malte Hallwachs und Tontechniker Stephen Breitling, begrüßt. Dann wurde eine Kurzabstimmung des Turbo-Themas durch Thorsten mit Dirk Trapka (Besitzer eines Werksturbos) und mir durchgeführt.

Der TurboMay in der Industriekulisse von Gelsenkirchen-Bismarck.

Der TurboMay in der Industriekulisse von Gelsenkirchen-Bismarck.

Der III-er gehört seit 33 Jahren Marc Keiterling...

Der III-er gehört seit 33 Jahren Marc Keiterling...

...während Walter Winkler seinen individualisierten Turbo seit 44 Jahren besitzt.

...während Walter Winkler seinen individualisierten Turbo seit 44 Jahren besitzt.

Es folgten kleine Fahraufnahmen auf dem Gelände und dann die Gegenüberstellung der zwei Turbos mit Gesprächen über unsere zwei „aufgeladenen“ Capris. Nach Beendigung des Drehtages ging es zum gemütlichen Teil des Tages über. Es versorgte der vereinseigene „Marketendertrupp“ uns alle noch mit Grillgut und Drinks. Es war wieder einmal sehr schön bei den Westerholtern, vielen Dank dafür.

Wochenende in Wollersheim

Wollersheim, Samstag, 20. Juni. Der Tag vor den Filmaufnahmen an diesem Samstag war wieder gekennzeichnet von einer gründlichen Reinigung aller Capris (ich meine, es waren insgesamt sieben an der Zahl) durch Walter und mich. Walters Frau Regina pflegte den Innenhof. Was für ein Aufwand einmal wieder für unsere Lieblingsautos. Ganz nach dem Spruch „Klagt nicht - kämpft“!

Am nächsten Morgen ging es ganz früh los. Marc Keiterling war ebenfalls mit einem Capri eingetroffen, diesen besitzt er seit 33 Jahren. Thema des Tages war es, „Langzeitbeziehungen“ - 44 Jahre Walters Turbo und 33 Jahre Marcs IIIer - darzustellen. Das Filmteam inspizierte den Drehort und war sofort begeistert. Letzte Fragen wurden geklärt und dabei Vorschläge in Lösungen verwandelt.

Dreieinhalb Stunden Fahrszenen

Der Drehort in Wollersheim wurde großräumig abgesperrt und durch einen Sicherheitsdienst (war ich an dem Tag) bewacht. Bei sehr schönem Wetter konnten wir im internen „Winkler-Restaurant“ Kaffee und gekühlte Getränke frei genießen.

Als erstes wurden die Fahraufnahmen in der wunderschönen Eifel mit Walters blau-weißem Turbo und Marcs IIIer gemacht. Dies war eine sehr zeitaufwendige Sache. Das Filmteam verpasste den Capris immer wieder kleine Kameras an den verschiedensten Stellen. Die große Kamera wurde an drei verschiedenen Standorten der Fahrstrecke aufgebaut. Nach dreieinhalb Stunden waren die Fahraufnahmen im Kasten. Wir alle freuten uns dann auf den von Regina zubereiteten „Strammen Max“.

Auf insgesamt sieben Capris trifft das SWR-Fernsehteam in Wollersheim. Kameras werden für atmosphärisch dichte Aufnahmen an verschiedenen Stellen der Autos montiert.

Auf insgesamt sieben Capris trifft das SWR-Fernsehteam in Wollersheim. Kameras werden für atmosphärisch dichte Aufnahmen an verschiedenen Stellen der Autos montiert.

Malte Hallwachs und Thorsten Link (linkes Bild) lassen die Kamera einmal an den stehenden Coupés vorbeifahren. Dazu rücken auch die Innenräume in den Fokus.

Malte Hallwachs und Thorsten Link (linkes Bild) lassen die Kamera einmal an den stehenden Coupés vorbeifahren. Dazu rücken auch die Innenräume in den Fokus.

„Mit Thorsten am Tisch“: Walter Winkler und Marc Keiterling erklären, wie es zu ihren Langzeitbeziehungen kommt und sprechen generell über ihre Leidenschaft. Material für allein 30 Minuten - mindestens.

„Mit Thorsten am Tisch“: Walter Winkler und Marc Keiterling erklären, wie es zu ihren Langzeitbeziehungen kommt und sprechen generell über ihre Leidenschaft. Material für allein 30 Minuten - mindestens.

Und weiter ging es gestärkt mit „Klappe und Action“ im Innenbereich des Winkler´schen Hofes. Die Capris wurden in verschiedenste Positionen gestellt. Die sehr schön scheinende Sonne an diesem Tag machte es jedoch Kameramann Malte nicht leicht. Selbst der von Regina so schön dekorierte Innenhof wurde ein wenig verändert. „Kann das Grünzeug (eine Pflanze) dort hin?“, war etwa eine Frage von Malte. Aber bis in den Spätnachmittag waren auch diese Aufnahmen im Kasten.

Es folgte noch ein Umbau für ein Interview zu den Langzeitbeziehungen und weiteren Capris der beiden „Hauptdarsteller“ dieses Tages. Am runden Tisch gaben Walter und Marc Auskunft. Dabei spielten auch Walters „Goldjunge“, sein erst kürzlich erworbener Mako sowie Marcs Autos aus allen drei Baureihen eine Rolle.

Den Abend ließen wir alle zusammen beim Italiener mit sehr schönen interessanten Gesprächen ausklingen.

Drohne gegen Turbo chancenlos

Wollersheim, Sonntag, 21. Juni. Und wieder ganz nach dem Spruch „der frühe Vogel fängt den Wurm“ ab nach Wollersheim zu unserem letzten Drehtag. Erstes Thema am Sonntagmorgen waren Fahraufnahmen unter Drohneneinsatz mit einem 2000 XLR Automatik. Dieser Traum-Capri – der besagte „Goldjunge“ - hat nur 18.500 originale Kilometer auf der Uhr. Gesamtzustand besser als 1970 vom Band gelaufen. Wieder ein wunderschöner Morgen und der Capri wurde gekonnt in Szene gesetzt. „Die Drohne liefert klasse Aufnahmen“, so die Meldung von Kamera-Spezialist Malte an Autor Thorsten.

Frank Lehmanns TurboMay wird für den Dreh präpariert - und fährt der Drohne einfach davon...

Frank Lehmanns TurboMay wird für den Dreh präpariert - und fährt der Drohne einfach davon...

...hier hat das Flugobjekt Walter Winklers „Goldjungen“ im Blick.

...hier hat das Flugobjekt Walter Winklers „Goldjungen“ im Blick.

Auf dem Winkler´schen Hof wohnen Capris aller Baureihen. Von dieser Optik zeigte sich auch die SWR-Truppe restlos begeistert.

Auf dem Winkler´schen Hof wohnen Capris aller Baureihen. Von dieser Optik zeigte sich auch die SWR-Truppe restlos begeistert.

Nächstes Vorhaben des Tages waren die geplanten Fahraufnahmen mit meinem TurboMay. Also dann den May gemütlich zum geplanten Treffpunkt gesteuert, damit er auch so langsam auf Temperatur kam. Auf einem Parkplatz wurde er dann vom Filmteam mit Kameras innen und außen bestückt. Und los ging die Fahrt auf Walters und meiner schönen Teststrecke.

Schon bei der ersten Runde konnte die Drohne dem Turbo nach kurzer Zeit nicht mehr folgen. Der Drohnenmann landete die Drohne nach einem zweiten Versuch, obwohl ich doch normal unterwegs war. Es wurde dann noch einige Male an verschiedenen Orten Malte mit der Kamera neu positioniert.

Nach Rückkehr wurde der Innenhof mit Walters Modellen I bis III bestückt und anschließend noch mit der Drohne letzte Aufnahmen gemacht. Damit war der Drohneneinsatz abgeschlossen.

Zum Abschluss der Filmaufnahmen baute das SWR-Team noch sehr aufwendig professionelle Kameraslider im Innenhof auf, um gleitende und schwebend wirkende Kameraaufnahmen zu realisieren.

Nach den zwei Drehtagen in Wollersheim ging es am Abend an das „klar Schiff machen“. Unsere geliebten Capris haben die Filmaufnahmen jedenfalls unbeschadet überstanden.

Das Resümee aus unserer Sicht: Die Filmaufnahmen gingen an allen Tagen problemlos über die Bühne. Dank an die total entspannte Fernsehcrew des SWR, bestehend aus Thorsten, Malte und Stephen. Es war für Walter, Marc und mich eine sehr schöne und hochinteressante Zeit. Alle Drehtage, für mich auch in Bismarck beim CC Westerholt, ein absolutes Highlight nach den ganzen Corona-Absagen. Wir alle fiebern nun der Ausstrahlung entgegen und sind sehr gespannt, was am Ende des Jahres von diesen 16 Drehtagen in den 45 Minuten gezeigt werden wird.


Über den Drehort Erligheim berichtet Wolfgang Stein. Fotos von Caroline Rögelein.

Die Anfrage, mit meinem „Grünen“ (die Geschichte der Restauration begann in der letzten Aktuell und findet in dieser Ausgabe ihre Fortsetzung) bei den Fernsehaufnahmen mitzuwirken, fand ich sofort sehr spannend und reizvoll. Wie die meisten von uns habe ich so etwas vorher noch nie gemacht. So eine Gelegenheit hat man ja nicht alle Tage. Aufgeregt im eigentlichen Sinne war ich nicht, ich habe das so auf mich zukommen lassen. Aber selbstverständlich war ich sehr gespannt, dies einmal aus dieser Perspektive zu erleben. Sonst konsumiert man am Fernseher ja immer nur das fertige Produkt.

Grundsätzlich hatte sich Autor Thorsten Link als einen Aspekt für den Film einen restaurationsbedürftigen Capri gewünscht und wollte etwas zum heiklen Thema der Ersatzteilversorgung einfangen. Das passte hervorragend mit dem Beginn des Wiederaufbaus meines I-ers zusammen, den unser Clubkollege Tilo Rögelein aus Erligheim im Schwabenland erledigen wird.

So wurde also das Auto bei mir daheim in Raisting verladen und los ging die Reise. Zeitgerecht traf ich am Drehort ein. Hier hat sich das Super-Team um Thorsten kurz vorgestellt, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Regeln in Zeiten von Corona. Lauter sympathische Jungs, passt. Thorsten und Kameramann Malte gaben Tilo und mir dann eine kurze Einweisung, wie das dann so abläuft und auch die Ankündigung, dass es schon mal vorkommen kann, dass eine Szene zwei- bis dreimal gedreht wird.

Dazu dann noch die Erklärung der Mikrofonverkabelung, denn es waren ja auch von mir Statements, Informationen und Erklärungen gefragt.

Ton läuft, Kamera an und bitte...

Was sollte gedreht werden? Der Einstieg an diesem Ort ist das Abladen des Autos, gefolgt vom Hineinschieben in Tilos Werkstatt. Dann den Capri auf die Hebebühne gepackt, gefolgt von einer Bestandsaufnahme durch Capri-Profi Tilo. Anschließend mein Part zum Thema Ersatzteilversorgung durch den CCD, also mein Job als 2. Vorsitzender und Ersatzteilbeauftragter.

Wolfgang Stein präsentiert Autor Thorsten Link und Kameramann Malte Hallwachs (von links) den Ersatzteilkatalog.

Wolfgang Stein präsentiert Autor Thorsten Link und Kameramann Malte Hallwachs (von links) den Ersatzteilkatalog.

Dreimal schieben Wolfgang Stein und Tilo Rögelein den Capri in die Werkstatt.

Dreimal schieben Wolfgang Stein und Tilo Rögelein den Capri in die Werkstatt.

Dreh unter dem Auto.

Dreh unter dem Auto.

Dann fiel die Klappe, Kamera an, Ton läuft und los. Das Reinschieben des Capri in die Werkstatt haben wir dann gleich dreimal gemacht, einmal mit circa zehn Minuten Pause, da Kamerastandort und Beleuchtung neu gemacht wurden. Die hochsommerlichen Temperaturen sorgten dafür, dass wir da durchaus erwärmt waren.

Dann auf die Bühne mit dem Auto, zunächst noch ohne Luftfahrt. Tilo und ich haben mit der Bestandsaufnahme im stehenden Zustand begonnen. Dann ging es nach oben, hier waren auch zwei Sequenzen dabei, die wir zweimal gemacht haben. Für uns als Darsteller war dabei zu beachten, dass die zuvor gesprochenen Sätze in der Wiederholung möglichst exakt wiederholt werden. Hat gekappt.

Danach hat mit Thorsten dann „vernommen“. Im Interview habe ich geschildert, warum jetzt dieses Fahrzeug restauriert wird und etwas zur Geschichte dieses Wagens erzählt. Auch, dass mein Capri-Freund Joachim von Alten exakt dieses Auto 1971 neu beim Händler gesehen hat, mit der hellgrünen Farbe allerdings so gar nichts anfangen konnte.

Zum Schluss folgte noch das Gespräch über meine Tätigkeit hinsichtlich Ersatzteile im CCD, mit meinem Ersatzteilkatalog in Papierform und einiger Musterteile, zu denen ich dann immer etwas erklärt habe.

Jetzt bin ich natürlich gespannt wie ein Flitzebogen auf das Ergebnis! Also rufe mich bitte am 27. Dezember zwischen 16.30 und 17.15 Uhr niemand an. Und hoffentlich geht die Glotze nicht gerade an diesem Tag kaputt...


Über den Drehort Tanusstein berichtet Gregor Reininger. Fotos von Gregor Reininger.

Mein Sohn Lukas und ich haben ja schon die eine oder andere Berichtserstattung über den Capri mitgemacht, aber es ist immer wieder aufregend und macht viel Spaß. So auch der Drehtag für den SWR.

Als wir im Frühjahr den Anruf über unseren Capri Club Deutschland bekamen, ob wir Interessen hätten, mit unseren beiden Deutsch-Cabrios an einer Fernsehproduktion teilzunehmen, waren wir sofort begeistert. Nach erster Kontaktaufnahme via E-Mail erfolgte kurz darauf ein sehr nettes Telefonat mit Thorsten Link, dem verantwortlichen Redakteur. Schnell war ein Termin im Juli gefunden und wir haben damit begonnen, die gewünschten Unterlagen für den Termin zusammen zu stellen.

Als ich Thorsten dann auch die Information zukommen lies, dass mein weißes Cabrio eines der Fahrzeuge des Dreigestirns vom Rosenmontagszug 1972 in Köln gewesen ist, konnten wir noch nicht ahnen, was das bedeuten würde. Thorsten machte sich wohl sofort daran, zu recherchieren, ob von diesem Rosenmontagsumzug Aufnahmen vom verantwortlichen Sender WDR archiviert worden sind. Die positive Antwort des Westdeutschen Rundfunks lautete: Das Material ist vorhanden.

Elektrisiert von WDR-Aufnahmen

Er hat uns nach Überspielung des Films von Köln nach Stuttgart dann ein Bildausschnitt geschickt und sofort waren Lukas und ich elektrisiert, mehr zu sehen. „Mehr dann am Drehtag“ war die Antwort, „es gibt da eine Überraschung für euch. Was wir bis dahin nicht wussten, Thorsten hatte dann tatsächlich den kompletten Mitschnitt des Zuges im Gepäck.

Ein Traumduo, bestehend aus zwei Deutsch-Cabrios: Den RS (rechts) gab es unter etwa 50 Exemplaren tatsächlich nur einmal.

Ein Traumduo, bestehend aus zwei Deutsch-Cabrios: Den RS (rechts) gab es unter etwa 50 Exemplaren tatsächlich nur einmal.

Lukas Reininger am Steuer, Kameras kommen an die Cabrios. Das weiße Exemplar hat eine besondere Geschichte...

Lukas Reininger am Steuer, Kameras kommen an die Cabrios. Das weiße Exemplar hat eine besondere Geschichte...

...es transportierte den Kölner Prinzen 1972 durch den Rosenmontagszug.

...es transportierte den Kölner Prinzen 1972 durch den Rosenmontagszug.

Der vereinbarte Termin rückte immer näher, aber leider auch die Corona-Pandemie. Bis zum Schluss war nicht klar, ob unsere Verabredung überhaupt würde stattfinden können. Die Enttäuschung wäre groß gewesen, wenn alles wegen Corona ins Wasser gefallen wäre. Aber letztlich konnte doch gefilmt werden, der Dreh fand am 7. Juli unter besten Wetterbedingungen statt.

Wir trafen uns wie verabredet bei uns daheim, um den Ablauf zu besprechen. Danach ging es dann zu unserer Halle, um die Gegebenheiten vor Ort zu checken. Das komplette SWR-Team war total nett und cool darauf.

Als dann die Capris in Szene gesetzt und die Sitzgruppe arrangiert war, konnte das Interview mit meinen Sohn und mir beginnen. Nach den üblichen Themen kamen wir dann endlich zum lang ersehnten Punkt, dem „Auftritt“ meines weißen Cabrios beim Rosenmontagsumzug in Köln. Ich wusste bis dato nur, dass er als Fahrzeug des Dreigestirns im Umzug eingestellt war. Im Internet sind davon allerdings keine Bilder zu finden. Jetzt bekamen wir – wie erwähnt - den kompletten Mitschnitt zu sehen. In voller Pracht fuhr er da mit dem „Prinzen“ an Bord durchs Bild.

Einfach toll. Aber halt. Gemäß eines Zeitungsartikels aus dieser Zeit sollte mein Auto der Wagen der „Jungfrau Josi“ gewesen sein. Auf dem Film war aber nur eine weißer Capri zu sehen. Nach mehrfachem Hin- und Herspulen des Films war an Hand des Autokennzeichens klar, mein Auto war das des Prinzen. „Skandal, falsche Berichtserstattung der Zeitung!“ Der damalige Artikel drehte sich um den auf den Straßenbahnschienen in Köln abgestellten Wagen der Jungfrau. Dieser blockierte für circa 30 Minuten den Straßenbahnverkehr. Wo der Fahrer sich in dieser Zeit aufgehalten hatte, wollte er der Polizei nicht sagen. Und mitten im Bild mein Cabrio - was an dem Autokennzeichen eindeutig zu erkennen war.

Gregor Reininger macht während der Dreharbeiten das eine oder andere Foto. Unser I-er Typreferent besitzt neben den beiden offenen Capris auch noch einen Perana. Seinen RS hat er Sohn Lukas vermacht.

Gregor Reininger macht während der Dreharbeiten das eine oder andere Foto. Unser I-er Typreferent besitzt neben den beiden offenen Capris auch noch einen Perana. Seinen RS hat er Sohn Lukas vermacht.

Also gleich eine doppelte Überraschung, Josi, so heißt unser Cabrio bei uns (bedingt durch die Annahme, es war das Auto der Jungfrau Josi), ist also doch keine Jungfrau, sondern ein Prinz. Das soll nochmal einer verstehen. Zumal es bereits der zweite Widerspruch war. Verkauft worden ist das Fahrzeug einst als „Auto des Bauern im Rosenmontagszug 1972“. Somit war das gesamte Dreigestirn einmal durchgehechelt.

Zurück zum eigentlichen Thema. Es war einfach genial, unser Auto in dem Film zu sehen. Damit hat uns Thorsten eine große Freude bereitet.

Mittlerweile war auch ein Pilot mit seiner Drohne eingetroffen und es konnten die Fahraufnahmen gemacht werden. Der Sonnengott hatte es wirklich gut gemeint an diesem Tag und so drehten Lukas und ich gefühlt unendlichen Runden damit die Fahraufnahmen im Kasten waren. Kameras an allen erdenklichen Positionen im und am Auto. Zu Abschluss gab noch schönen Aufnahmen auf eine Bauernhof, den uns nette Leute im Dorf als Drehort spontan zur Verfügung gestellt hatten.

Am späten Nachmittag ging dann ein für alle anstrengender aber schöner Drehtag zu Ende. Es hat einen Riesenspaß gemacht mit der netten Truppe vom SWR und wir sind gespannt auf das Ergebnis. Wir können nur sagen, vielen Dank und jederzeit wieder!

Und übrigens: Josi heißt für uns auch weiterhin Josi. Prinz Bernhard I hin oder her. Den Zeitungsausschnitt von damals findet Ihr hier.

Kameramänner unter sich: Malte Hallwachs macht das professionell, Lukas Reininger auch eine gute Figur.

Kameramänner unter sich: Malte Hallwachs macht das professionell, Lukas Reininger auch eine gute Figur.

Malte Hallwachs macht das professionell, Lukas Reininger auch eine gute Figur.

Die Tageszeitung in Köln berichtete 1972 über den verbotswidrig geparkten Wagen der „Jungfrau Josi“. Im Rosenmontagszug trohnte aber der Prinz in diesem Capri, wie sich anhand des Kennzeichens K-VZ 888 eindeutig erkennen lässt. „Zeitungs-Ente“! Beim Verkauf wurde dieses Cabrio dann auch noch als Auto des Bauern angepriesen - vollkommene Verwirrung. Gregor Reininger wird seine „Josi“ nicht umtaufen, obwohl es ein „Bernhard“ ist. Das Kölner Dreigestirn bildeten vor 48 Jahren Bernhard Beckers („Prinz Bernhard I“), Adam de Haas („Bauer Adam“) und Josef Kreimers („Jungfrau Josi“). Weiter geht es...

Die Tageszeitung in Köln berichtete 1972 über den verbotswidrig geparkten Wagen der „Jungfrau Josi“. Im Rosenmontagszug trohnte aber der Prinz in diesem Capri, wie sich anhand des Kennzeichens K-VZ 888 eindeutig erkennen lässt. „Zeitungs-Ente“! Beim Verkauf wurde dieses Cabrio dann auch noch als Auto des Bauern angepriesen - vollkommene Verwirrung. Gregor Reininger wird seine „Josi“ nicht umtaufen, obwohl es ein „Bernhard“ ist. Das Kölner Dreigestirn bildeten vor 48 Jahren Bernhard Beckers („Prinz Bernhard I“), Adam de Haas („Bauer Adam“) und Josef Kreimers („Jungfrau Josi“). Weiter geht es...


Autor Thorsten Link hat den CCD Anfang November über den Erstausstrahlungstermin informiert und uns dabei noch einige nette Zeilen zukommen lassen.

Ich möchte mich bei Euch allen noch einmal sehr herzlich bedanken. Ich bin überzeugt: es ist wieder ein schöner Film geworden. Das haben wir in erster Linie Euch zu verdanken. Eurem Mitwirken, Eurer Begeisterung, Eurer Unterstützung. Ich habe nicht nur den Capri kennen und schätzen gelernt, sondern auch und vor allem die Menschen dazu. Seid gewiss, ich darf mir mit 30 Jahren Filmerfahrung das Urteil erlauben: die Capri-Szene ist eine herausragende.

Natürlich hätten wir für solche Filme gerne noch mehr Sendezeit, obwohl 45 Minuten schon ein ziemlicher Brocken sind. Das erfordert zwangsläufig auch den Mut zur Lücke. Nicht alles, was wir gedreht haben, konnten wir berücksichtigen, das ist allerdings ganz normal, denn letzten Endes entsteht die finale Story immer erst im Schnitt. Aber: wir haben fast alles untergebracht, ohne dass der Film dadurch kleinteilig wird. Das ist mir besonders wichtig. Ich hoffe es wird Euch gefallen.Es hat uns, dem SWR Team, sehr viel Spaß gemacht. Bleibt gesund!

An diesem Schnittplatz machte Autor Thorsten Link aus mehr als 20 Stunden Rohmaterial einen 45-minütigen Film.

An diesem Schnittplatz machte Autor Thorsten Link aus mehr als 20 Stunden Rohmaterial einen 45-minütigen Film.

Fotoarchiv SWR Filmaufnahmen 2020

[Texte: Guido Heisner, Frank Lehmann, Walter Winkler, Wolfgang Stein & Gregor Reininger
Fotos: Malte Hallwachs, Frank Lehmann, Walter Winkler, Marc Keiterling, Guido Heisner, Caroline Rögelein & Gregor Reininger]