Text & Fotos: Frank Wilhelm & Malcom BeresfordOnline seit: 27. April 2018

Es war das Millenniumjahr 2000. Die Welt hatte gerade das ganz große Kalenderblatt umgeschlagen und unser Capri Club Deutschland schickte sich an seinen zehnten Geburtstag zu feiern. Die standesgemäße Party sollte im Anschluss an die Mitgliederversammlung im Herbst stattfinden. Das Buffet war ausgewählt, ein DJ gebucht, die Reden geschrieben, aber es fehlte noch etwas…

Wir - Frank Wilhelm und Malcom Beresford - überlegten, wie wir der Feier noch eine kleine Showeinlage verpassen könnten. Da wir beide bereits früher in Bands gespielt und das Musikmachen nie ganz aufgegeben hatten war der Entschluss schnell gefasst: Wir schreiben einen CCD-Song und präsentieren ihn als Programmpunkt der Feier!

Als Vorlage wurde der 60er Jahre-Hit „House of the rising sun“ auserkoren, denn den kennt jeder und er ist relativ leicht auf der Gitarre zu spielen. Wir schrieben einen neuen Text zur bekannten Melodie, in dem wir einige Freunde aus der Capri-Szene ein wenig veräppelten.

Alles Essex auf diesem Bild: Malcom Beresford und Frank Wilhelm vor dem Capri-Typ, der Auslöser für den Song „Querlenker Blues“ war.

Alles Essex auf diesem Bild: Malcom Beresford und Frank Wilhelm vor dem Capri-Typ, der Auslöser für den Song „Querlenker Blues“ war.

Text: Stefan Brockmann
Foto: Bernd „Blacky“ Ebert
Online seit: 27. April 2018

„Den kennt man“: „Blackys“ RS ist wohlbekannt, weil Bernd Ebert zu den ganz aktiven Mitgliedern des CCD gehört und oft mit seinem wunderschönen Fahrzeug die Veranstaltungen bereichert. Nun stand der „Zwosechser“ auf der TC.

„Den kennt man“: „Blackys“ RS ist wohlbekannt, weil Bernd Ebert zu den ganz aktiven Mitgliedern des CCD gehört und oft mit seinem wunderschönen Fahrzeug die Veranstaltungen bereichert. Nun stand der „Zwosechser“ auf der TC.

Im letzten Jahr war der CCD nicht auf der Techno Classica in Essen zu finden – in diesem Jahr feierten wir ein Comeback. Sogar in doppeltem Sinne.

Während ich dies schreibe liegt die TC noch vor uns, die Aktuell erreicht Euch allerdings erst nach der Messe. Es braucht halt seine Zeit zwischen Fertigstellung der Artikel, Druck und Versand. Dennoch möchte ich an dieser Stelle über die Entwicklung des letzten Jahres im Bezug auf die Essener Messe informieren.

Mitte März also, Techno Classica. Wir waren nicht mehr mit einem eigenem Messestand - wie zuletzt 2016 - sondern als Mitglied der Ford Markenclubs auf dem Ford-Stand vertreten. Thema der diesjährigen Messe: „50 Jahre Ford Escort und 50 Jahre Ford RS“. Wir haben einen „schlanken“ 2600 RS präsentiert, das Fahrzeug wurde uns von Bernd Ebert zur Verfügung gestellt, den viele von Euch als „Blacky“ kennen. Die Hintergründe, warum der CCD wieder unter der Ford-Pflaume anzutreffen war, sollen nicht im Dunklen bleiben.

Die geschrumpften Flächen

In den Jahren 2015 und 2016 zeichnete sich die Tendenz ab, dass den Clubs und IG´s immer weniger Fläche für eine Präsentation ihrer Fahrzeuge zur Verfügung gestellt wird. Waren es 2014 noch knapp 100 Quadratmeter, bekamen wir 2015 und 2016 nur noch 56 Quadratmeter. Im letzten Jahr sollten wir uns dann mit 36 Quadratmetern begnügen. Für 2017 hat der Vorstand daher beschlossen, die Teilnahme an der Messe mit eigenem Stand abzusagen da Aufwand und Kosten in keinem Verhältnis zur Verfügung gestellten Fläche und den daraus resultierenden Präsentationsmöglichkeit standen.

Einstimmig: der CCD kehrt zurück

Die Messe aber ganz aus dem Veranstaltungskalender des CCD zu streichen kam nicht in Frage. Der Vorstand war und ist der Meinung, dass ein Verein der Mitglieder nicht nur in Deutschland sondern auch in den angrenzenden Ländern hat auf dem Ford-Stand vertreten sein sollte oder sogar muss. So war es aus den genannten Gründen hier die einzig vernünftige Entscheidung eine Rückkehr zum Konzern anzustreben. Es wurde seitens des Vorstands Kontakt zu den Verantwortlichen bei Ford und den anderen Ford-Clubs aufgenommen, um dieses Ziel zu verwirklichen. Im November 2017 - während der Retro Classics in Köln - wurde ein spontaner Workshop zur Techno Classica von Helga Müller vom Ford Club Service einberufen, auf dem das Thema der Messe 2018, sowie die Fahrzeugwünsche seitens Ford bekanntgegebenen wurden. Die Abstimmung über die Rückkehr des CCD auf den Ford Stand war ein weiterer Punkt dieses Workshops, bei dem sich alle anwesenden Clubs für die Wiederaufnahme des CCD aussprachen.

Gemeinsam mit unserem Beisitzenden Bernd Steeg besuchte ich im Januar den Workshop in den Ford-Werken auf dem die meisten Punkte rund um die Messe geklärt wurden. Dazu zählen Fragen zum Auf- und Abbau, Gestaltung des Messestands, Beleuchtung, welche Fahrzeuge werden ausgestellt, Ausstellerkarten aber auch der Küchendienstplan oder die Einkäufe für den Messestand wurden dort besprochen.

Alles geklärt und Essen im Visier. Für den gesamten Vorstand darf ich sagen, dass wir sehr froh darüber sind, in Essen wieder unter der Ford-Flagge vertreten zu sein.

Wir sehen uns, Euer Stefan Brockmann, Schriftführer Capri Club Deutschland.

Fotoarchiv Techno Classica 2018


Interview: Marc Keiterling
Fotos: Anja Merbach, Jürgen Dietlein, Drive
Online seit: 27. April 2018

Wie bereits in der finalen Ausgabe 2017 der Capri aktuell berichtet, ist Anja Merbach die Wanderpokal-Inhaberin der Saison 2017/2018. Unsere Clubkollegin aus dem fränkischen Fürth erhielt die Auszeichnung in Würdigung ihrer großen Capri-Leidenschaft.

Auf einem Bein kann man nicht stehen. Aller guten Dinge sind drei. Und Anjas Sammlung umfasst fünf. Und noch ein paar Teileträger mehr. Innerhalb der Szene sind sie und ihr Lebenspartner Jürgen Dietlein selbstverständlich bekannt – doch in diesem Interview verrät sie ein paar Fakten bezüglich dieses Hobbys, die selbst langjährigen Weggefährten nicht in Gänze bekannt sind.

Wie bist Du zum Capri gekommen?

Den ersten Capri-Kontakt hatte ich als zehnjähriges Mädchen. Meine ältere Schwester wohnte in Berlin. Ihr Freund besuchte sie dort oft übers Wochenende. Und so ergab es sich, dass er uns - meine Mutter, mich und meine jüngere Schwester - in seinem Auto zu einem dieser Besuche über die Transitstrecke durch die DDR mitnahm. Und eben dieses Auto war ein Capri I in Ocker mit schwarzem Vinyldach. Die Autofahrt beeindruckte mich und ich sagte zu meiner Mutter, wenn ich mal groß bin kaufe ich mir auch so ein „Rennauto“. Als ich im Teenie-Alter war, hatte ich zwei Bekannte, die einen Capri III fuhren. Mit 16 Jahren drehte ich dann auf einem Privatgrundstück eine kleine Runde in einem Capri III mit der 3 Liter-Maschine.

Anja Merbach am Steuer ihres „Nobel-Hobels“: Der Tickford-Capri entstand in einer Kooperation zwischen Ford und Aston Martin.

Anja Merbach am Steuer ihres „Nobel-Hobels“: Der Tickford-Capri entstand in einer Kooperation zwischen Ford und Aston Martin.

Wie lange bist Du bereits in Sachen Capri aktiv?

Meinen Führerschein machte ich im März 1991. Kurz darauf kaufte ich meinen ersten Capri III. Das war ein 2 Liter aus dem Baujahr 1978 oder 1979. Den hatte ich dann nur ein paar Monate, er fiel einem Mercedes zum Opfer, der mir die Vorfahrt nahm.

Maximal 100 Exemplare entstanden vom Tickford-Capri mit Turbomotor, exklusiven Karosserieanbauteilen und aufgewertetem Interieur.

Maximal 100 Exemplare entstanden vom Tickford-Capri mit Turbomotor, exklusiven Karosserieanbauteilen und aufgewertetem Interieur.

Text: Gregor Reininger
Fotos: Carsten Greb, Marc Keiterling, ATC
Online seit: 26. April 2018

Getränk und Auto: passt! Nach abgeschlossener Produktion für die AUTO BILD KLASSIK prosten die beteiligten Teams mit einer Capri Sonne in die an einer Drohne montierte Kamera. Die „acht heißesten Capri“ kamen im September 2017 auf dem Gelände des Aldenhoven Testing Centers (ATC) zu einer zweitägigen Produktion zusammen.

Getränk und Auto: passt! Nach abgeschlossener Produktion für die AUTO BILD KLASSIK prosten die beteiligten Teams mit einer Capri Sonne in die an einer Drohne montierte Kamera. Die „acht heißesten Capri“ kamen im September 2017 auf dem Gelände des Aldenhoven Testing Centers (ATC) zu einer zweitägigen Produktion zusammen.

Alles begann mit einem Anruf von Marc Keiterling. Es war irgendwann im Juni oder Juli 2017 als ich von der Arbeit nach Hause kam und meine Frau mir sagte, dass ein Marc vom Capri Club Deutschland angerufen habe und sich nochmal melden würde. Der Anruf ließ auch nicht lange auf sich warten.

Marc stellte sich kurz vor und erzählte mir, dass er neben seiner Tätigkeit im CCD für unsere Capri Aktuell auch im „richtigen“ Leben als Journalist arbeitet. Unter anderem für die AUTO BILD KLASSIK. Anlässlich des Produktionsstarts des Capri vor 50 Jahren im November 1968 plane die Zeitschrift für 2018 eine Story zu diesem Thema. Es solle um die schnellsten Capris gehen und da habe er an mich gedacht, da ich ja einen unverbreiterten 1970er RS 2600 und einen Perana besitze. Die Zeitung plane im September ein Foto-Wochenende auf dem Testing Center Aldenhoven in der Nähe von Aachen. Ich war sofort begeistert und wir plauderten noch ein wenig über die Autos. Der Perana war kurz vor der Fertigstellung, ich hatte gerade das Getriebe zerlegt, die Kardanwelle demontiert und die Kreuzgelenke ausgepresst um sie zu erneuern. Auch der Innenraum war noch zu komplettieren.

Text: Marc Keiterling
Fotos: Ford Werke Aktiengesellschaft
Online seit: 20. April 2018

Kinder, wie die Zeit vergeht! Der März des Jahres 1978 liegt bereits mehr als 40 Jahre zurück. Das kann der Autor gerade kaum fassen. Blick auf den Kalender, stimmt. Damit sind volle vier Jahrzehnte seit der offiziellen Präsentation des finalen Ford Capri vergangen.Kinder, wie die Zeit vergeht! Der März des Jahres 1978 liegt bereits mehr als 40 Jahre zurück. Das kann der Autor gerade kaum fassen. Blick auf den Kalender, stimmt. Damit sind volle vier Jahrzehnte seit der offiziellen Präsentation des finalen Ford Capri vergangen.

Sie haben es sich nicht leicht gemacht bei Ford. Sogar unverständlich umständlich war es und auch nicht schlüssig, was sich da tat. Was hat ein sportliches Coupé in einem Schloss zu suchen? Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, was das Marketing seinerzeit dazu veranlasst hat, ein derartiges Fahrzeug in einem solchen Gemäuer zu zeigen.

Doch das Schloss Kronberg im Taunus ist auserwählt. Dummerweise verfügt es über kein Portal, welches ein Auto dieses Maßes hätte auf natürliche Weise – also mit den Rädern nach unten - passieren kann. Daher muss die Karosse zunächst umständlich und selbstverständlich ohne Bodenberührung auf die Fahrerseite gekippt werden, um in den Saal geschoben werden zu können.

Schwierige Geburt, nicht nur bei diesem Termin. Der Hersteller listet seine Neuvorstellung, die unter dem Projektnamen „Carla“ entwickelt worden war, als „Capri 78“ ins hauseigene Verzeichnis. Exakt wie beim I-er, dessen überarbeitetes Modell ab September 1972 als „Capri 73“ bezeichnet wurde, sieht Ford die Sache lediglich als Facelift an. Doch da machen sie die Rechnung ohne den Wirt, sprich ohne die Kundschaft. Während es beim Capri der ersten Generation bei differenzierenden Zusätzen wie eben „73er“ oder auch „1b“ blieb, setzt sich nun alsbald der Begriff „Capri III“ durch. Die deutlichen Überarbeitungen an Bug und Heck im Vergleich zum II-er sind dafür verantwortlich.

Das Innere des Schlosses Kronberg ist für den Capri III zu seiner Präsentation nur seitlich gelagert erreichbar.

Das Innere des Schlosses Kronberg ist für den Capri III zu seiner Präsentation nur seitlich gelagert erreichbar.

Zur Ausstattung des frühen S im Capri III gehören die „Fliegengitter-Kopfstützen“

Zur Ausstattung des frühen S im Capri III gehören die „Fliegengitter-Kopfstützen“. 

Die Stahlsportfelgen gab es bereits beim „Capri 73“.

Die Stahlsportfelgen gab es bereits beim „Capri 73“.

Vorn sorgt die über die Doppelscheinwerfer gezogenen Motorhaube in Kombination mit dem Lamellengrill, dem Frontspoiler und den bis zu den Radhäusern verlängerten Stoßstangenecken für den veränderten Auftritt. Die von vielen Betrachtern als klobig-unvorteilhaft-glotzend empfundenen Scheinwerferblöcke sind Vergangenheit. Die heruntergezogene Motorhaube, der veränderte Grill und der kleine Spoiler verringern den Auftrieb an der Vorderachse. Verbesserungen der Aerodynamik und eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs sind die Folge. Hinten reichen die Stoßstangen mittels der Plastikecken folglich nun ebenfalls bis zu den Radläufen. Die Rücklichter sind jetzt geriffelt ausgeführt und haben an Höhe zugelegt. Änderungen, die gefallen. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass viele II-er alsbald auf die Optik des III-ers umgestrickt werden.

Hier kommen frühe Vertreter

Frühe Exemplare in originaler Optik sind 40 Jahre nach Produktionsanlauf sehr selten. Die Stahlsportfelgen - bereits am „Capri 73“ zu sehen - wurden nur ganz zu Beginn am „78-er“ montiert. Die optionalen Vinyldächer strich Ford alsbald aus dem Programm. Auch den „Fliegengitter-Kopfstützen“ war kein sehr langes Leben gegönnt. Farben wie das milde „Hochlandgrün“ oder das vergleichsweise krachende Gelb verschwanden bald. Wir hatten in der finalen 2017-er Ausgabe einen Aufruf gestartet, um einige frühe Vertreter des Capri III präsentieren zu können. Hier im Blatt und auch gern bei den CCD-Auftritten im Rahmen der Rheinbach Classics vom 20. bis zum 22. Juli und auf der Retro Classics Cologne vom 15. bis zum 18. November in der Koelnmesse.

Auf den folgenden Links gibt es einige Fahrzeuge in frühen Optiken, mit den entsprechenden Geschichten dazu.