Die „Porsche-Killer“

Mit einem kompletten Ausfall ihrer Messe aufgrund der Corona-Pandemie wollten sich die Macher der traditionsreichen Bremen Classic Motorshow in diesem Jahr nicht abfinden. So wurde aus dem Wochenende in der dortigen Messe ein Online-Event. Dieser sehenswerte Beitrag war eine Michung aus Livesendung und zuvor aufgezeichneten Beiträgen. Das Thema „Porsche-Killer“ konnte selbstredend nicht ohne Capri stattfinden. Und so reiste RS-Besitzer Lukas Reininger mit Vater Gregor, unserem C I-Referenten, in die Hansestadt.

„Die Vorfreude war groß, nachdem unser 3. Vorsitzender, Frank Lehmann, bei uns angerufen hatte und das Interesse der Messe Bremen an der Ausstellung unseres Capri RS auf der Sonderausstellungsfläche mitteilte. Das war im November 2021, endlich wieder eine Messe, so lange hatten wir dieses Gefühl nicht mehr gespürt. Im Februar 2022 sollte es dann soweit sein. Frank berichtete von seinen Erfahrungen, da er ja bereits schon einmal mit seinem Capri auf der Messe in Bremen vertreten war. Er war total zufrieden mit der Abwicklung des Transportes und dem gesamten Ablauf.

Wenn Frank, der ja, genau wie wir, äußerst empfindlich mit seinem Capri ist, schon so zufrieden ist, waren wir gerne für ein Gespräch mit dem Projektverantwortlichen der Messe, Frank Ruge, bereit. Es dauerte auch nicht lange, da meldete sich Frank Ruge bei uns, um zu hören, ob wir grundsätzlich bereit wären, an diesem Vorhaben mit unserem Capri teilzunehmen und gab uns weitere Detailinformationen zum Ablauf.

Vater und Sohn Reininger bereicherten mit Lukas´ RS das Online-Event aus Anlass von 20 Jahren Bremen Classic Motorshow.

Vater und Sohn Reininger bereicherten mit Lukas´ RS das Online-Event aus Anlass von 20 Jahren Bremen Classic Motorshow.

Verladung im Schneetreiben: Unter einem Opel Commodore A GS/E parkt der RS.

Verladung im Schneetreiben: Unter einem Opel Commodore A GS/E parkt der RS.

Schnell war klar, dass das Ganze professionell ablaufen würde. Ein Transport im geschlossenen LKW mit Hotelübernachtung und Messebesuch. Lukas, dem der RS mittlerweile gehört, gab seine Zusage und wir freuten uns auf ein schönes Vater-Sohn-Event. Das Einzige was immer noch im Hintergrund schwelte war dieses Virus, das uns noch einen Strich durch die Rechnung machen konnte.

Es kam, wie es kommen musste. Im Dezember meldete sich Frank Ruge mit der traurigen Nachricht, dass man sich auf Grund der zu hohen Auflagen zur Absage der Messe entschieden habe. Schade, wieder ein Event weniger! Umso größer war die Freude, als sich Frank Ruge erneut bei uns meldete und vom Vorhaben einer Online-Geburtstagsshow berichtete. Man wollte das 20-jährige Jubiläum der Classic nicht so sang- und klanglos untergehen lassen. Hierzu war geplant, einige Filmbeiträge zu erstellen und Online zu präsentieren. Er fragte, ob wir uns vorstellen könnten, bei solch einem Beitrag mit unserem Capri mitzuwirken, Thema sei ,Porsche-Killer‘ der 70-er.

Schnell waren wieder die Details wie Transport, Hotel und anderes geklärt und Anfang Januar sollte es los gehen. Also doch wieder ein Grund zur Vorfreude, Gleichgesinnte treffen, über Oldtimer reden, einfach Spaß haben. Das Thema klang auch interessant. Geplant waren ein BMW 2002 Turbo, ein Opel Commodore A GS/E und unser Capri RS als ,Gegenspieler‘ eines 911 T. Die Einzelheiten mit dem Transport wurden dann direkt mit der Firma Hübinger aus Wiesbaden geklärt, die auch den Opel aus der Werkssammlung in Rüsselsheim nach Bremen bringen sollte.

So kam es dann, dass unser Capri am 7. Januar bei uns in Taunusstein abgeholt wurde und gemeinsam mit dem Opel auf die Reise nach Bremen ging. Welch ein Spektakel für die Nachbarschaft, als dieser doch recht große LKW mit Absenkvorrichtung und Verladebühne vorgefahren kam und der auf Hochglanz gebrachte RS verladen wurde.

Lukas und ich haben uns dann am gleichen Tag nachmittags auf die Reise nach Bremen gemacht. Wie sich am Samstagmorgen herausstellte, war es genau die richtige Entscheidung auch am Vortag anzureisen, denn im Taunus hatte es über Nacht massiv geschneit und die Straßen, ja sogar die Autobahnen, waren teils nicht befahrbar. So wäre das Projekt fast nicht an Corona, sondern am Wetter gescheitert! Wir haben in Bremen von all dem nichts abbekommen und konnten bei kaltem, aber sonnigem Wetter den Tag genießen.

Ankunft in Bremen bei steifer Brise aus Nord-Ost.

Ankunft in Bremen bei steifer Brise aus Nord-Ost.

Nach dem Frühstück sind wir vom nahe gelegenen Messehotel direkt zur Messehalle gegangen. Unser Dreh war zwar erst für den Nachmittag vorgesehen, wir wollten aber mal schauen, was es sonst noch so an Beiträgen gab.Außerdem warteten wir gespannt auf die Ankunft des Autotransportes, der hoffentlich wohlbehalten mit den beiden Oldies eintreffen würde. Dem war auch so, wie geplant rollte der gelbe LKW pünktlich um 12 Uhr auf dem Messegelände an, wo dann beide Autos unversehrt entladen werden konnten.

Die Killer aus dem Nebel

In und vor den Messehallen lief schon die Produktion der einzelnen Beiträge des Online-Events auf Hochtouren. Bei schönem Wetter drehten die Oldies des Bremer Oldtimer Clubs vor der Halle ihre Runden und bildeten ein 20 zu Ehren des Messejubiläums. Alles von einer Kamera und Drohne festgehalten.

Zwischendrin hatten Lukas und ich dann noch die Zeit, Bremen etwas zu erkunden. Beeindruckt von der schönen Altstadt und mit platten Füßen kehrten wir dann rechtzeitig zu unserem Dreh wieder an die Messehallen zurück.

„So, 911-er: Jetzt wirst du gekillt!“ Der RS lauert im Nebel, bereit zum Sprung aus der Gitterbox heraus.

„So, 911-er: Jetzt wirst du gekillt!“ Der RS lauert im Nebel, bereit zum Sprung aus der Gitterbox heraus.

Die drei Herausforderer des Porsche haben Aufstellung genommen.

Die drei Herausforderer des Porsche haben Aufstellung genommen.

Die Aufregung stieg und die Autos wurden in Position gebracht. Mittlerweile brach die Dämmerung an und die Halle bot das passende Ambiente für den geplanten Ablauf des Auftritts der ,Porsche-Killer‘. Dazu hatte man Gittertore aufgebaut, zwischen denen die drei Killer unter Zugabe von Nebel auf ihr Opfer lauerten. Ein traumhaft schöner condagrüner 911-er kam in die Halle gefahren und positionierte sich in der Mitte der Fläche. Nach und nach erstrahlten die Scheinwerfer der drei Killer und sie setzten sich in Bewegung, um den Porsche zu umkreisen. Eine großartige Inszenierung bot sich den Fahrern und Zuschauern. Wie das bei Filmaufnahmen so ist, wurde das ganze mehrfach in Szene gesetzt, bis alle Kameraleute und die Drohne die gewünschten Bilder im Kasten hatten.

Nach den Fahrszenen wurden noch Einzelaufnahmen von allen Fahrzeugen gemacht. Zeit, um den Adrenalinspiegel wieder herunter zu fahren und mit Johannes Hübner zu quatschen. Wer den Livestream gesehen hat, kennt ihn, er war der kenntnisreiche Moderator vieler Beiträge der Show. Johannes Hübner ist echt ein Sympathieträger mit einem unheimlichen Fachwissen und mit dem man viel Spaß haben kann. Der spätere Kommentator des Beitrags ,Porsche-Killer‘, Motorjournalist Wolfgang Blaube, konnte krankheitsbedingt leider nicht live vor Ort kommentieren und besprach die Szenen später im Livestream.

Mittlerweile war es fast 20 Uhr und der Capri konnte verladen werden. Die Firma Hübner machte sich dann am Samstagabend wieder auf den Weg in den Taunus, um wenigsten noch einen Teil der Strecke vor dem sonntäglichen Fahrverbot zu absolvieren. Unsere Heimfahrt verlief gut und wir waren weit nach Mitternacht auch wieder im Heimathafen angekommen. Die vorhandenen Schneemassen ließen erahnen, was sich tags zuvor hier abgespielt haben muss. Am Montagvormittag kam auch unser Capri wohlbehalten an. Es war ein tolles Event, klasse organisiert und von netten Leuten begleitet. Das ist es was unser Hobby ausmacht, man kennt sich nicht, versteht sich aber gleich richtig gut. Schön auf diesem Weg, neue Leute kennenzulernen!“

Der RS in der Nahaufnahme.

Der RS in der Nahaufnahme.

Wunderschöner 911-er in der Farbe Condagrün.

Wunderschöner 911-er in der Farbe Condagrün.

[Text: Gregor Reininger - Fotos: Lukas & Gregor Reininger]


Seit 20 Jahren startet die BREMEN CLASSIC MOTORSHOW die Oldtimer-Saison in Deutschland.

Zwar muss die Messe 2022 bedingt durch die anhaltende Pandemie ausfallen, dennoch dürfen sich Experten und Interessierte zum 20-jährigen Jubiläum der Bremen Classic Motorshow auf ein zweistündiges Online-Event am Samstag, 5. Februar von 16 bis 18 Uhr freuen. Mit Sachverstand und Herzblut werden neue und altbewährte Klassiker-Themen fachlich unterhaltsam präsentiert!

Das komplette Programm wird am 24. Januar auf der Homepage BREMEN CLASSIC MOTORSHOW veröffentlicht. Das Online-Event wird unkompliziert und kostenlos auf www.classicmotorshow.de zu sehen sein. Der Live-Stream mit dem bewährten Moderatoren-Duo Frank Ruge und Oldtimer-Experte Johannes Hübner ist anschließend noch bis zum 1. Mai abrufbar.

Anmerkung Capri Club Deutschland e.V.: Mitwirken bei dem Online-Event wird auch ein Ford Capri RS 2600 unter der Sondershow "Biedermann & Brandstifter - die Porsche-Killer"!

Hier der Link zum Trailer:

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[Text & Foto: BREMEN CLASSIC MOTORSHOW]


Bremen Classic Motorshow 2021 startet die Saison digital

Am ersten Februarwochenende treffen sich Liebhaber von Old- und Youngtimern auf der Bremen Classic Motorshow 2021 jetzt online.

Online-Programm mit Marktplatz für Fahrzeuge, Teile und Automobilia am 6.2.2021 von 15 bis 20 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich.

Es ist bereits Tradition: Seit fast 20 Jahren eröffnen die Veranstalter der Bremen Classic Motorshow die Oldtimer-Saison am ersten Februar Wochenende – so auch 2021. Am Samstag, 6. Februar 2021, startet das Team um Projektleiter Frank Ruge die Saison digital mit einem Online-Event und präsentiert von 15 bis 20 Uhr ein abwechslungsreiches Format. „Wir planen einen kompakten Live-Stream von fünf Stunden Sendezeit aus der Messe Bremen“, sagt Ruge. Interessierte können die Veranstaltung über die Internetseite www.classicmotorshow.de in heimischer Atmosphäre entspannt von der Couch aus verfolgen. Der Zugang für das Online-Event ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich.

[Text: Pressemitteilung Bremen Classic Motorshow - Fotos: Archiv]


Viel Capri, wenig Ford

Nach dem alljährlichen Start der Oldtimermesssen hierzulande in Bremen markiert die Retro Classics Stuttgart in normalen Jahren die Fortsetzung. Angesichts der Corona-Krise wäre es durchaus möglich, dass es auch der letzte Szenetreff 2020 war. Zwar gibt es für die Techno Classica Ende Juni einen neuen Termin in Essen, derzeit deutet jedoch wenig darauf hin, dass dies stattfinden kann.

Tilo zeigte die ganze Capri-Palette

Ende Februar zog das Unheil in Form des Virus bereits heran, die Stuttgarter Messe wurde jedoch, sozusagen „kurz vor Toresschluss“, noch abgehalten. Ich war mit meinem Kollegen Joachim von Alten am Freitag, 28. Februar, vor Ort. Es war deutlich zu merken, dass die Angst vor einer Ansteckung bereits die Runde gemacht hatte. Spürbar weniger Besucher als in sonstigen Jahren waren in den Hallen unterwegs, nirgendwo entstanden Staus.

„1, 2 oder 3“ - der Tilo hatte in Stuttgart alles dabei.

„1, 2 oder 3“ - der Tilo hatte in Stuttgart alles dabei.

„1, 2 oder 3“ - der Tilo hatte in Stuttgart alles dabei.

Einen sehr schönen Stand präsentierte CCD-Mitglied Tilo Rögelein mit sechs Capris. Bei ihm wurden wir für unsere „Fuß-Ruhepausen“ wie immer sehr freundlich aufgenommen und konnten uns mit Kaffee und kalten Getränken stärken. Zu sehen gab es jeweils zwei Autos aus allen drei Baureihen. Herauszuheben waren dabei ein I-er 2,6 GT XLR Automatik im seltenen Braunmetallic und ein Capri ´73 in US-Ausführung in Orangemetallic. Selbstverständlich ist es bei Tilo, dass die Fahrzeuge bei ihm immer sehr gut dastehen.

Einen Stand mit wunderschönen Capris präsentierte Rögelein (links) in Stuttgart.

Einen Stand mit wunderschönen Capris präsentierte Rögelein (links) in Stuttgart.

Das Gesamtangebot in Sachen Ford war dagegen leider sehr mager. Wir konnten bei unserem Messerundgang durch wirklich alle Hallen nur weitere drei Wagen unseres Herstellers entdecken. Dies waren zwei Sierra Cosworth und ein „Knudsen“-Taunus von 1970.

Ewähnenswert war noch die Sonderschau Rennfahrzeuge im Gulf-Design aus einer Sammlung im Eingangsbereich, wirklich schöne und interessante Fahrzeuge von einem Sammler.

Am Ende will ich nicht zu schwarz malen. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Szenetreff in diesem Jahr. Vom 4. bis zum 6. Dezember ist die Retro Classcis Bavaria in Nürnberg vorgesehen. Dort will unser Clubkollege Georg Klughardt wieder etwas Besonderes präsentieren. Ich habe es mir im Terminkalender notiert.

[Text & Fotos: Wolfgang Stein]


Einstige Rivalen in Bremen

Die Bremen Classic Motorshow ist alljährlich der Startschuss in die Oldtimersaison, die Messe öffnet stets im frühen Februar ihre Pforten. Ich war in diesem Jahr erstmals in der Hansestadt dabei und gleich einer der Aussteller.

Und das kam so: Auf der Techno Classica letzten Jahres wurde unser 1. Vorsitzender, Toni Feßler vom Projektleiter der „Messe Bremen & ÖVB-Arena M3B GmbH“, Frank Ruge, angesprochen, ob der Club behilflich sein könnte das für 2020 geplante Sondershow-Thema „Rivalen! - Ford Capri gegen Opel Manta“ zu unterstützen. Es wurden die Kontakte ausgetauscht und eine Zusage der Unterstützung seitens des Clubs gegeben. Toni informierte mich von diesem Gespräch noch während der Messe in Essen.

Schwarze Motorhaube ein Muss

Anfang September 2019 trudelte dann die offizielle Anfrage durch Frank Ruge ein. Zur Sondershow wurden Autos gesucht, die in den 50er bis 90er Jahren miteinander konkurriert haben. Unter anderem die Paarung Capri und Manta. Gefunden hatte Ruge bereits einen originalen Manta 1900 SR aus der ersten Serie mit schwarzer Motorhaube und Zierstreifen an der Seite. Nun war das passende Gegenstück gefragt: Capri I 2000 oder 2300 V6 in GT-Ausstattung mit schwarzer Motorhaube. Diese Anfrage leitete Toni an mich zur Bearbeitung weiter. Einige Tage später nahm ich persönlich telefonischen Kontakt zu Frank Ruge auf. In diesem Gespräch bot ich ihm die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug an. Unter anderem erwähnte ich, dass ich einen 69er Capri 2300 GT XL Turbo May besitze. Er bat um Aufnahmen des Capri, die ich ihm zusendete. Der Capri stand aber zu diesem Zeitpunkt nicht zur Diskussion, da die Leistung meines Capri mit 180 PS gegen die 90 PS des Manta SR ein mindestens unfairer Vergleich ist. Nur mal rein von den Leistungsdaten her.

So machte ich mich daran unsere Datenbank zu durchforsten und fand natürlich sehr schöne Capris als Gegenstück zum Manta. Doch die Kontaktaufnahme und persönliche Gespräche während der folgenden 14 Tage zu den Besitzern stoppte dann meinen Elan. Feste oder eingeschränkte Zusagen hatte ich nur von zwei Besitzern. Einen top restaurierten Capri I 2000 GT L in hochlandgrüner Metallic-Lackierung sowie einen daytonagelben Capri ´73 2300 GT konnten wir bieten. Beide jedoch ohne die gewünschte schwarze Sportlackierung. Ich übermittelte Ruge dann Aufnahmen der zwei Capris. Es dauerte nicht lange, dann kam der Rückruf.

Gemeinsam mit Fachjournalist Wolfgang Blaube, der für die redaktionellen Texte zur Bremen Classic Motorshow zuständig ist, habe man sich klar für meinen Capri entschieden, da er die mit dem Manta vergleichbare Sportlackierung trägt. Blaube ist Schreiber unter anderem für verschiedene Oldtimermagazine, Fotograf und Fachbuchautor. Seine Fachgebiete sind Oldtimer und die allgemeine Geschichte der Motorisierung. Zu ihm hatte ich bereits mehrfach Kontakt bezüglich Kontaktanfragen mit Michael May.

Die Gespräche mit dem Projektleiter

Im folgenden Telefonat mit Frank Ruge berichtete ich dann über meine „Bauchschmerzen“ bezüglich der Leihgabe. Verladung, Entladung, Präsentation in der Messehalle, Rücktransport - man will das Unglück ja nicht herbeirufen. Aber da kann doch eine Menge passieren. So vereinbarten wir ein persönliches Gespräch.

Anfang Dezember fand dieses dann in Nideggen-Wollersheim, dem „Winterschlafquartier“ meines Capri, statt. In Anwesenheit von Freund Walter Winkler, bei ihm überwintert das Auto, wurden alle meine Fragen vertrauensbildend von Ruge beantwortet. Folgende Voraussetzungen waren und sind sehr wichtig für mich: geschlossener versicherter Transport einer deutschen Spedition, kein Subunternehmen, Versicherungsschutz beim Aufladen und Entladen sowie während der Präsentation auf der Messe Sicherung des Fahrzeuges durch ein Absperrung und einen Sicherheitsdienst.

Die Rivalen duellieren sich in der Messe Bremen.

Die Rivalen duellieren sich in der Messe Bremen.

Im Bauch des Spezialtransporters wartete in Wollersheim bereits ein Opel Kadett GT/E.

Im Bauch des Spezialtransporters wartete in Wollersheim bereits ein Opel Kadett GT/E.

Kurz vor Weihnachten kam dann der Leihgabevertrag der Messeleitung zur Unterschrift, wo auch die genannten Punkte festgeschrieben wurden. Selbst die Versicherungspolice machte ganz klare Festlegungen zu den Punkten.

Verladung in Wollersheim

Von der durchführenden Spedition, Hübinger Transporte aus Wiesbaden, wurde ich informiert, dass der Capri am Dienstag, 28. Januar, ab 9 Uhr in Wollersheim aufgeladen wird. Also bin ich einen Tag vorher dorthin gefahren und habe „meinen May“ aus dem Winterschlaf geholt und ihn für die Präsentation vorbereitet. Am folgenden Morgen um Punkt 9 Uhr blockierte der Spezialtransporter, ein geschlossener Kässbohrer-Sattelzug neuester Generation mit separatem Ausschub für bis zu sechs Fahrzeuge, die Hauptdurchgangsstraße in Wollersheim. So etwas hatten einige Anwohner und auch ich live noch nicht gesehen.

Blutdruck und Ladedruck

Ein beeindruckendes Erlebnis wie professionell und schnell der Capri in dem Sattelzug sicher verschwand. Keine zehn Minuten vergingen und der Spezialtransporter setzte seinen Weg, nun mit drei Klassikern an Bord, nach Bremen fort. Zwei weitere Oldtimer sollten auf der Wegstrecke noch eingesammelt werden. Zu Hause angekommen berichtete ich meiner Frau Birgit von der sehr kurzen Verladung unseres Capri. An diesem Tag ersparte ich es mir übrigens zur Gänze, meinen Blutdruck zu messen. Schließlich hat so ein Gerät nach oben hin ja auch seine Grenzen...

Hübinger hat jahrelange Erfahrung im Transport und der Betreuung von Motorsportfahrzeugen, etwa aus der DTM. Auch die Verfrachtung von Prototypen, Vorserienfahrzeugen, Fahrzeugen für Film-, Fernsehen- und Fotoaufnahmen sowie natürlich auch Oldtimern wird durch das Unternehmen durchgeführt. Die wissen wirklich, was sie da tun. Aber komme mal gegen die eigenen Albträume an!

Am folgenden Mittwoch, vor Start der Messe, kam dann der erlösende Anruf von Frank Ruge: „Alles gut! Ihr Capri steht wohlbehalten und trocken in der Halle 5 und glänzt vor sich hin!“ Eine Aufnahme mit dem Kontrahenten Manta fand ich auch noch abends über den Facebookauftritt des Veranstalters, nachdem Freund Walter mich daraufhin aufmerksam gemacht hatte. Ab dem Zeitpunkt war mein „Ladedruck“ dann auch wieder normal.

Am Freitagvormittag starteten Birgit und ich gemeinsam mit Walter ohne größere Staus nach Bremen. Nach unserem Hotel Check-in trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen mit Manfred und Wolfgang Borgert. Es war zwar nur kurz und spontan, aber wir hatten viel Spaß bei interessanten Gesprächen. Wir hatten uns für diesen Tag kein Messebesuch vorgenommen, obwohl das Hotel in unmittelbarer Nähe zum Messegelände lag. Ein paar kleine „Absacker“ später ging es dann in die Koje, einen prallen Messesamstag voraus.

Aufforderung zur Unterlassung

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstagmorgen stand für uns der Messebesuch und ein Wiedersehen mit meinem Capri auf dem Programm. Birgit hatte sich einen Besuch der historischen Innenstadt mit Shoppingmöglichkeit vorgenommen und wollte uns zwei auch „in Ruhe“ genießen lassen. Unser erster Gang führte uns in die Halle 5 zum Capri, das war ja klar. Eindrücke und Bilder hatte ich bereits von Manfred Borgert am Freitagabend bekommen. Da stand er - ein Wiedersehen voller Freude.

Sportcoupés mit Platz für vier Personen: Manta A und Capri I fischten im selben Revier.

Sportcoupés mit Platz für vier Personen: Manta A und Capri I fischten im selben Revier.

Als ich die Absperrung überstieg, wurde ich sofort vom Sicherheitspersonal angesprochen und aufgefordert dies zu unterlassen. „Ich bin der Besitzer des Capri“ antwortete ich. Er studierte eine Liste mit Bildern und Namen und dann: „Ein Frank Lehmann steht nicht auf der Liste“. Beeindruckt war ich, dass die zugesagte Absicherung meines geliebten Capris eingehalten wurde und funktionierte. Erst viel später - gegen Mittag - durfte ich dann nach Genehmigung des Projektleiters ans Fahrzeug.


Die Sondershow „Rivalen!"

„Rivalen!“ Diesen herausfordernden Titel trug die diesjährige Sondershow. VW Käfer gegen DKW Junior, Manta A versus Capri I, Ferrari Daytona kontra Lamborghini Miura, Opel Kadett GT/E und VW Golf GTI: 14 solcher klassischen Duellanten standen sich paarweise gegenüber, stilvoll arrangiert in einem boxringartigen Ambiente. Der bekannte Moderator Johannes Hübner hatte an allen drei Tagen, zweimal täglich, sehr aufschlussreiche Informationen zu jedem Duell sowie die Geschichte der einzelnen Modelle für die Besucher parat. Diesem Mann zuzuhören ist wahrlich ein Fest für die Ohren!

An unseren beiden Messetagen ging es durch alle acht Hallen und das Parkhaus, in dem überwiegend Privatleute insgesamt 262 Old- und Youngtimer zum Kauf anboten. Insbesondere Walter war auch an Zweirädern interessiert. Hier bildeten 20 der 438 Motor- und Fahrrad- Klassiker die Sonderausstellung „70 Jahre Motorroller-Kultur in Deutschland“.

Rücktransport ins Winterquartier

Montagmorgen. Hotel Check-out und dann zum Messegelände zur Verladung des May. Wieder pünktlich um 10 Uhr traf der Spezialtransporter mit dem selben Fahrer ein. Wow, ich war total begeistert angesichts dieses hochprofessionellen Vorgehens.

Erst ein Bulli T4, dann der Kadett GT/E, danach habe ich meinen Capri in den Sattelzug gefahren. Es folgten die weiteren zwei Oldtimer, darunter der Manta 1900 SR. In Burscheid erwartete ihn sein Besitzer auch wieder zurück. Birgit war auch tief beeindruckt, wie schnell so etwas abläuft, wenn echte Profis am Werk sind. Anschließend machten wir drei uns auf den Rückweg nach Euskirchen. Auch die Rückfahrt verlief ohne große Verzögerungen. Am Dienstagmittag traf der Capri wohlbehalten zur Entladung in Wollersheim wieder ein und wurde wiederum ohne Probleme schnell entladen und zum Fortsetzen seines Winterschlaf übergeben.

Für uns drei war der erstmalige Besuch der Messe ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde es immer wieder machen mit diesem Veranstalter - und nun auch frei von allen „Bauchschmerzen“.

Zahlen aus Bremen

Hier noch einige Daten aus der abschließenden Pressemitteilung der Messe. 45.582 Besucher - so viele wie noch nie - ließen sich die 18. Auflage der Bremen Classic Motorshow nicht entgehen. „Dieser deutliche Zuspruch zeigt, dass das Interesse an klassischen Fahrzeugen nach wie vor groß ist und wir mit unserem breiten Angebot auch den Nerv des Nachwuchses treffen“, sagte Projektleiter Frank Ruge angesichts einer knapp zehnprozentigen Steigerung der verkauften Tickets im Vergleich zu 2019.

738 Aussteller wurden gezählt, satte 61 mehr als noch im Jahr zuvor. Das sind bemerkenswerte Zahlen, wenn man diese einmal mit dem Niedergang an später hinzugekommenen Orten vergleicht. Köln und Hamburg haben ihre Messen im letzten Jahr beerdigt, Berlin verzeichnete 2019 einen massiven Rückgang an Präsentatoren und Besuchern.

Ein weiteres Ergebnis, das für das Renommee der Bremen Classic Motorshow spricht: Knapp die Hälfte aller Befragten reiste mehr als 100 Kilometer, um beim Saisonauftakt dabei zu sein.

Der Termin für die nächste Ausgabe steht. Die 19. Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2021, an bekannter Stelle statt.

Frank - nach vorherigem „Ladedruck“ in Bremen völlig entspannt.

Frank - nach vorherigem „Ladedruck“ in Bremen völlig entspannt.

[Text: Frank Lehmann & Messe Bremen - Fotos: Frank Lehmann]


Text: Frank Lehmann
Fotos: Anton Feßler, Capri Freaks Bayern, Motorworld Classics Bodensee
Online seit: 5. Juli 2019

Die Oldtimerszene erlebte drei Tage ein volles Programm rund um die historische Mobilität bei der diesjährigen Motorworld Classics vom 10. bis zum 12. Mai in Friedrichshafen. Das Geschäft mit Oldtimern und die fachgerechte Restaurierung standen im Fokus.

Fahrzeuge in allen Preisklassen waren im Angebot. Dazu ein höchst dynamisches Rahmenprogramm mit Vintage Racing auf dem Messerundkurs, täglichen Airshows, Flower Power-Party auf der Sonnenkönigin und mittendrin das Londoner Wahrzeichen „Big Ben“, um den sich eine wunderbare Vielfalt von historischen „British Cars“ präsentierte.

Als

Als Plakat und im Original: RS am Stand des Capri Teams Weilheim/Schongau.

Die Veranstaltung ist mit einem guten Ergebnis zu Ende gegangen: Mit 38.100 Besuchern verzeichnete die Messe am Ende einen leichten Zuwachs. 2018 waren es 37.700 Interessierte.