Wunsch-Capri im Ausland entdeckt?

Was man beim Import eines Oldtimers beachten muss.

Du hast Deinen Wunsch-Capri im Ausland entdeckt? Der ADAC erklärt, was man beim Import von Oldtimern beachten muss und welche Kosten entstehen.

Der Erwerb eines Oldtimers in einem anderen Land der EU ist seit 1993 kein Zollvorgang mehr. Folglich fallen auch keinerlei Grenz- und Zollformalitäten an.

Wer ein Fahrzeug aus dem Nicht-EU-Ausland einführen möchte, sollte beachten: Die Zollanmeldung/Deklaration muss beim ersten Zollamt der EU erfolgen, in dem das Fahrzeug auf dem Land-, Wasser- oder Luftweg ankommt. An dieser Außengrenze der EU kann man die Verzollung gleich komplett erledigen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, sich einen Einfuhrbeleg (Transitschein) aushändigen zu lassen und mit diesem dann beim zuständigen Zollamt des eigenen Wohnorts den Zollvorgang abschließen.

Folgende Kosten kommen auf den Käufer zu: Der Einfuhrzoll in Höhe von zehn Prozent, berechnet auf den Wert des Fahrzeuges zum Zeitpunkt der Einfuhr (in der Regel der Kaufpreis) plus Verpackungs- und Frachtkosten, und die Einfuhrumsatzsteuer in der Höhe von 19 Prozent, berechnet auf Kaufpreis plus Verpackungs- und Frachtkosten plus Einfuhrzoll.

Als Nachweis dafür, dass der Einfuhrvorgang erledigt ist, wird eine sogenannte Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Zollamt ausgestellt. Diese wird für die spätere Zulassung des Fahrzeuges unbedingt benötigt.

Bei der Zollanmeldung kann es sein, dass eine Kaution (Zollsicherheit) hinterlegt werden muss. Sie soll sicherstellen, dass die Einfuhrabgaben auch wirklich im Zielland bezahlt werden oder bei einem Transit das Fahrzeug auch wieder ausgeführt wird. Die Kaution wird bei der Ausreise wieder zurückerstattet oder mit der eigentlichen Zollforderung verrechnet. Erfolgt die Zollanmeldung bei einem deutschen Zollamt, kann auch die Vorauszahlung der Kfz-Steuer verlangt werden.

Der Ursprungsnachweis

Die EU hat mit vielen Ländern sogenannte Präferenzabkommen geschlossen, wie etwa mit der Schweiz und Norwegen (die sogenannten „EFTA-Länder“). Mit dem Präferenznachweis entfällt bei der Einfuhr die Zollzahlung, aber nicht die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer. Für die Zollbefreiung muss ein Ursprungsnachweis in Form der Warenverkehrsbescheinigung vorliegen. Das Präferenzabkommen gilt jedoch nur, wenn das Fahrzeug ein Produkt der EU oder des präferenzbegünstigten Landes ist.

Auch bei der Ausfuhr kann diese Warenverkehrsbescheinigung eine Rolle spielen, wenn mit dem Zielland ein Präferenzabkommen besteht. Am besten fragt man beim Hersteller nach, ob die Bescheinigung für das Fahrzeug ausgestellt werden kann. Vor der Ausfuhr muss die Warenverkehrsbescheinigung vom deutschen Zoll bestätigt werden. Achtung: Nach erfolgter Ausfuhr ist die Bestätigung der Warenverkehrsbescheinigung nicht mehr möglich.

Das Sammlungsstück

Unter bestimmten Voraussetzungen werden Oldtimer bei der Einfuhr in die EU als Sammlungsstücke definiert. Das bedeutet: kein Zoll und ein verminderter Einfuhrsteuersatz von sieben Prozent. Die Kriterien zum Zolltarif 9705 sind in der Kombinierten Nomenklatur der EU im Kapitel 97 festgehalten worden. Demnach sind drei Voraussetzungen für die Einstufung als Sammlungsstück erforderlich. Das Fahrzeug muss sich in seinem Originalzustand befinden, ohne wesentliche Änderungen oder Umbauten. Es muss mindestens 30 Jahre alt sein (außer es war bei einem geschichtlichen Ereignis im Einsatz oder hat als Rennfahrzeug bedeutende Erfolge errungen). Das Fahrzeugmodell darf nicht mehr hergestellt werden.

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Wichtig ist, dass der Einführer sein Fahrzeug gleich bei der Zollanmeldung als Sammlungsstück deklariert. Die Entscheidung, ob es tatsächlich als solches eingestuft wird, trifft aber letztendlich das zuständige Hauptzollamt. Deshalb sollte man mit dem Zoll bereits vor dem Kauf des Fahrzeuges Rücksprache halten.

Kauf und Überführung

In jedem Fall sollte ein schriftlicher Kaufvertrag abgeschlossen sein. Dieser ist der Eigentumsnachweis, bis das Fahrzeug in Deutschland zugelassen ist. Preis, Ausstattung und Übergabetag sollten grundsätzlich im Kaufvertrag festgehalten werden. Man sollte sich außerdem alle im Kaufland üblichen Fahrzeugpapiere unbedingt im Original aushändigen lassen. Es ist ratsam, alles mitzunehmen, was die Geschichte des Wagens dokumentiert.

Mit der Mehrwertsteuer verhält es sich wie folgt: Wer als Privatperson einen Oldtimer von einer Privatperson kauft, zahlt keine Mehrwertsteuer. Weder im Kaufland noch in Deutschland. Wer als Privatperson bei einem Autohändler oder einer Auktion kauft, zahlt den Bruttopreis einschließlich der landesüblichen Mehrwertsteuer. In Deutschland fällt keine weitere Mehrwertsteuer an, dafür bekommt man die ausländische Mehrwertsteuer auch nicht zurück.

Zur Überführung von Oldtimern gibt es mehrere Möglichkeiten: Problemlos ist immer der Transport auf dem Anhänger, weil dazu weder eine Versicherung noch eine Zulassung notwendig ist. Völlig korrekt ist immer auch ein Ausfuhrkennzeichen des Kauflandes. Das Kennzeichen und auch die Kfz-Versicherung dazu sind aber manchmal nur für viel Geld und/oder unter Schwierigkeiten zu bekommen.

Das Fahrzeug kann auch mit der ausländischen Zulassung nach Deutschland gefahren werden. Vergewissere Dich jedoch unbedingt, dass die Zulassung und die Kfz-Versicherung, die der Vorbesitzer für das Fahrzeug abgeschlossen hat, noch aktiv ist und Du als Fahrer für die Überführungsfahrt versichert bist.

Beim Kauf eines Capri im Ausland gibt es einiges zu beachten.

Beim Kauf eines Capri im Ausland gibt es einiges zu beachten.

[Quelle: Pressemitteilung ADAC e.V. vom November 2019]


Deutsche Antwort auf Mustang

Das Hambacher Schloss ist immer einen Ausflug wert: Kai Tobie und sein Ford Capri.

Das Hambacher Schloss ist immer einen Ausflug wert: Kai Tobie und sein Ford Capri.

Wenn Capris in den Medien auftauchen…“ – so beginnt der Satz, wenn die Aktuell Berichterstattungen über unser Lieblingsauto in einer Zweitverwertung aufgreift. Unser Clubmitglied Kai Tobie weckte mit seinem Wagen das Interesse der größten Tageszeitung in der Pfalz. „Die Rheinpfalz“ druckte am 25. Februar 2021 einen Bericht über den Mann aus Limburgerhof mit dem Kölner Coupé. Er war mit Autor Claus Jürgen Holler und Fotograf Kai Mehn unterwegs, wir danken der „Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH“ für die freundliche Genehmigung zur Übernahme des Artikels.

Zu Hause waren sie in Vorstadtgaragen, ihr Jagdrevier waren Disco-Parkplätze: Opel Manta und Ford Capri waren die Lifestyle-Coupés der 70er- und 80er-Jahre. Viele von ihnen endeten an Straßenbäumen, als verbaute Tuningkarossen oder an der Grube des TÜV-Prüfers. Einige haben überlebt – wie der Capri 2.3 S von Kai Tobie. Tobie, ein waschechter Hambach-Fan, den es beruflich mittlerweile nach Limburgerhof verschlagen hat, hat sich auf unseren Aufruf gemeldet und wollte uns sein Garagengold vorstellen: Einen Capri der dritten Generation, die zwischen 1978 und 1986 gebaut wurde.

Charakteristisch für den Capri ist die langgezogene Schnauze und der „böse Blick“ der oben angeschnittenen Doppelscheinwerfer im Kühlergrill. Optisch ein typischer Muscle-Car – der Capri war die europäische Antwort auf den in Amerika überaus erfolgreichen Mustang – kam er leistungsmäßig allerdings eher schwachbrüstig daher: Zum Einstieg gab es damals zwei 1600er-Vierzylinder-Triebwerke mit 68 beziehungsweise 72 PS, für den Sprint von 0 auf 100 nahmen sich diese Capris um die 15 Sekunden Zeit. „Ein Vierzylinder wäre mir zu klein gewesen“, sagt denn auch Tobie, der viele Jahre auf der Suche nach seinem Traum-Capri war – mit sechs Zylindern unter der Haube. Davon waren seinerzeit gleich drei im Angebot, mit 2,0, 2,3 oder 2,8 Litern Hubraum, wobei die Spitzenmotorisierung etwa 185 PS auf die Hinterachse transportierte und dem Capri den Ruf der Heckschleuder einbrachte. Für Traktionsprobleme bei Nässe reicht freilich auch die 2,3 Liter-Maschine von Kai Tobie mit ihren 114 PS – etwa so viel wie der GTI im Golf I. „Wenn man im Regen nicht dran denkt, schlenkert man schon auf die Autobahn“, weiß Tobie.

Doch mit seinem Capri ist er in der Regel eher kommod unterwegs – auf Tagesausflügen mit seiner Freundin, immer gerne aber auch bei Oldtimer-Rallyes in Kaiserslautern, Ramberg, Baden-Baden oder Freiburg. „Da trifft man immer nette Leute und es gibt gute Gespräche“, berichtet der IT-Fachmann mit Benzin im Blut – dem Auslöser dafür, dass er sich vor vielen Jahren auf die Suche nach seinem Traum-Capri machte.

Etliche Autobahn-Kilometer absolvierte er dabei für die Besichtigung diverser verbauter Ruinen, Rostlauben oder notdürftig verkaufslackierter Garagenfunde: „Da wollten mir Leute ernsthaft erklären, dass es normal war, dass Seitenscheiben mit Badezimmersilikon eingepasst sind“, schüttelt er den Kopf. 2015 stieß er dann aber auf eine vielversprechende Anzeige: in Offenburg stand ein Capri V6 zum Verkauf, 15 Jahre stillgelegt mit original 85.000 Kilometern auf der Uhr. Vor Ort fand er dann das blaue Coupé vor, in vergleichsweise gutem Zustand und zu einem Preis, den er sich leisten konnte, aber mit Automatikgetriebe – für Tobie eigentlich ein No-Go.

Auch das Armaturenbrett ist ein echter Hingucker.

Auch das Armaturenbrett ist ein echter Hingucker.

„Meine Freundin hat mir dann aber die Pistole auf die Brust gesetzt“, erinnert er sich: „Wir haben uns so viel Schrott angeschaut, den nimmst Du jetzt“, habe sie gesagt. Und so traten sie aus Baden-Württemberg die Rückreise in die Pfalz an, mit den Capritypischen Roststellen an der A-Säule und den Radläufen sowie einem Motor mit wenig Kompression: „Der blaue Rauch aus dem Auspuff passte ganz gut zur verblichenen Wagenfarbe, aber auf Dauer wurde mir das Öl dann doch zu teuer“, erinnert er sich. Und so wurde die Karosserie bei einer befreundeten Werkstatt auf Vordermann gebracht, dem Capri neuer Lack in Originalfarbe spendiert und dem Motor in Bayern eine Generalüberholung gegönnt.

Maximal Tempo 100 galt für die ersten Kilometer, „da haben mich die Lastwagen auf der Autobahn überholt“, sagt er über eine gefühlt sehr lange Rückfahrt, doch die Entschleunigung am Volant des Sportcoupés sei bis heute geblieben. „Mit so einem Auto hat man’s nicht eilig“, ist er überzeugt.

Man sollte es auch nicht eilig haben, denn allein die Präsenz des 38 Jahre alten Wagens sorge für reichlich Gesprächsstoff mit Passanten: „Fast jeder hat eine Geschichte zum Capri zu erzählen, und sei es nur die, dass der Betreffende selbst von solch einem Auto träumte, dann aber doch ein Granada dabei rauskam“, berichtet Tobie von zahlreichen spontanen Unterhaltungen beispielsweise an der Zapfsäule.

„Das Auto weckt positive Emotionen“, so seine Erfahrung: Gerade bei Oldtimer-Veranstaltungen blieben Passanten eher an seinem Ford stehen, als dass sie mit den Fahrern historischer Porsche plauderten. Allzu forsche Fahrweise empfehle sich allerdings auch noch aus einem anderen Grund nicht: Die Bremsen seien für das Fahrzeug eigentlich unterdimensioniert, weshalb viele Capri-Fahrer auf Umbauteile aus der Granada-Reihe setzen würden: „Das habe ich nicht gemacht, ich fahre lieber vorausschauend und lasse es langsam angehen.“ Vielleicht mit ein Grund, dass sich der Wagen mit vergleichsweise bescheidenen 12 Litern zufrieden gibt – freilich vom guten Super plus …

Fast 30.000 Kilometer hat Tobie mittlerweile mit seinem Ford zurückgelegt, weitgehend pannenfrei, wie er betont: „Eigentlich wäre das ein tolles Alltagsauto, aber dafür ist er mir zu schade“, sagt er. Dass der Capri ein wenig zum Familienmitglied geworden ist, merkt man auch an den Details, die Tobie seinem Coupé spendiert hat: Aus dem Antiquariat hat er sich eine Originalausgabe des Playboy vom April 1983, dem Datum der Erstzulassung, besorgt, auf der Heckscheibe prangt ein zeitgenössischer „Atomkraft – nein danke!“-Aufkleber, und zurzeit ist er auf der Suche nach einem passenden Kindersitz: Sein kleiner Sohn soll endlich auch mitfahren dürfen, sich in sechs Jahren vielleicht darüber freuen, dass er „von einem coolen Papa nicht mit einem Geländepanzer in die Schule gefahren wird“ und zu seinem 18. Geburtstag möglichst sagen: „Den will ich haben, Papa.“

Mal abgesehen von kleinen Schönheitsfehlern wie dem gerissenen Armaturenbrett könnte der Capri das durchaus erleben. Ob die Oldies dann aber noch solche Sympathieträger wie heute sind, will Tobie nicht beschwören: „Heute sind Fahrzeuge mit H-Kennzeichen durchaus akzeptiert, aber wenn immer mehr Schindluder getrieben wird, könnte die Stimmung kippen“, sagt er im Hinblick auf so manches Fahrzeug ohne jeglichen musealen Charakter, das ihm schon begegnet ist.

[Text: Claus Jürgen Holler - Fotos: Kai Mehn - Quelle: Die Rheinpfalz]


Immer wieder Fernsehen

Die sehenswerte Sendung „Auto-Ikonen“ im SWR am Jahresende 2020, Walter Winkler und sein Auftritt in der Sendung über die 60er Jahre im Dezember 2020 im WDR, der Beitrag mit Dieter Johannes ebenfalls im SWR Anfang Oktober 2020, die Filme zum 50. unseres Lieblingsautos 2019 im ZDF und bei der DW. Der Capri fuhr zuletzt immer wieder über die Mattscheibe. Am nächsten Mittwoch tut er es wieder – diesmal gemeinsam mit dem Opel Manta.

Am 21. April ist in der WDR-Sendung „Markt“ ab 20.15 Uhr ein Beitrag zum Thema Oldtimer zu sehen. Über ihre Leidenschaft sprechen dabei Beate und Marc Keiterling. Beate in ihrem Manta GT/E, Marc in seinem Capri III. Thematisch geht es dabei unter anderem um die Frage, was ein rollendes Kulturgut ausmacht und ob Autos ab den kommenden „H-Kennzeichen-Jahren“ – aktuell ist das 1991 – aufgrund ihrer Ähnlichkeit erhaltenswert sind.


Beate und Marc Keiterling im Fokus.

Beate und Marc Keiterling im Fokus.

Anna Planken moderiert die Sendung „Markt“ im WDR.

Anna Planken moderiert die Sendung „Markt“ im WDR.

Capri und Manta vor der Kamera.

Capri und Manta vor der Kamera.

[Text & Fotos: Marc Keiterling]


Mit welchem Kennzeichen ins Ausland?

Achtung bei der 07-er Zulassung - keine Probleme mit dem H oder der Saison

Wer mit dem Oldtimer ins Ausland fährt, sollte die Vorschriften kennen: Wohin darf man mit H-Kennzeichen oder rotem 07er-Kennzeichen? Wo ist das D-Schild Pflicht und was gilt in Umweltzonen?

Wer ein H-Kennzeichen an seinem Capri hat, muss auf Reisen keine Probleme befürchten: Damit gibt es keine Einschränkungen für Fahrten ins Ausland. Das H-Kennzeichen dient dem Dauerbetrieb des Fahrzeugs, während das rote 07-Kennzeichen ausreicht, wenn nur die gelegentliche Teilnahme an Veranstaltungen geplant ist. Voraussetzung für beide Kennzeichen ist ein Mindestalter von 30 Jahren (Erstzulassung, nicht Baujahr). Für die Einstufung als Oldtimer ist in beiden Fällen eine spezielle Begutachtung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieur erforderlich.

Beim Saison-Kennzeichen für Fahrzeuge, die nicht das ganze Jahr genutzt werden, legt man verbindlich fest, für welchen zusammenhängenden Zeitraum- mindestens zwei, höchstens elf volle Monate - das Fahrzeug zugelassen sein soll. Die Kombination von H-Zulassung und Saisonkennzeichen ist ebenfalls möglich. Auch beim Saisonkennzeichen gelten bei Fahrten ins Ausland während der Gültigkeitsdauer keine Einschränkungen.

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Mit dem roten 07-er Wechselkennzeichen für mehrere Fahrzeuge sind nur die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen, An- und Abfahrten hierzu sowie Probe-, Überführungs- und Prüfungsfahrten zum Zweck der Wartung oder Reparatur (sog. Werkstattfahrten) gestattet. Für Fahrten im Ausland muss das 07er-Kennzeichen von den dortigen Behörden nicht anerkannt werden, auch wenn es in der Praxis häufig toleriert wird, wenn die Eintragung der Daten im Fahrzeugschein von der Zulassungsstelle vorgenommen wurde. Aus einigen Ländern, wie beispielsweise aus Frankreich und den Benelux-Staaten, wurden dem ADAC immer wieder einmal Beanstandungen gemeldet, so dass Schwierigkeiten mit hohen Bußgeldern und gegebenenfalls einer Fahrzeugbeschlagnahme nicht ausgeschlossen werden können. Bei Rallyes und Ausfahrten ins Ausland sollten Veranstalter eine entsprechende Genehmigung bei den zuständigen Behörden beantragen.

Wer schon einmal mit einem 07er-Kennzeichen Anerkennungsprobleme im Ausland hatte, wird gebeten, diese Erfahrungen den Oldtimer-Experten des ADAC mitzuteilen. Dies ist per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

Auch das rote 06-er Händlerkennzeichen wird nicht überall akzeptiert. Dieses Kennzeichen, das nicht nur auf Oldtimer beschränkt ist, bleibt gewerblichen Nutzern (Händlern, Herstellern, Werkstätten und anderen) vorbehalten für Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten. Es wird im Ausland nicht überall akzeptiert, da der hierfür ausgegebene rote Fahrzeugschein nicht dem internationalen Straßenverkehrsübereinkommen entspricht. In Österreich und in Italien wird es meist toleriert, in anderen Ländern kann die Verwendung problematisch sein.

Das Kurzzeit-Kennzeichen mit den Nummern 03 oder 04 für Probe- und Überführungsfahrten wird für maximal fünf Tage ausgestellt. Auch dieses Kennzeichen wird im Ausland nicht überall akzeptiert. In Dänemark, Österreich und Italien wird es aufgrund von Abkommen anerkannt, in anderen Staaten allenfalls toleriert.

Unzulässig ist die Praxis, mit einem roten 06-er Händlerkennzeichen oder einem Kurzzeitkennzeichen aus Deutschland „im Gepäck“ anzureisen, das Schild dann im Ausland an einem Kfz oder Anhänger anzubringen und so nach Deutschland zu fahren. Diese nicht erlaubte Fernzulassung kann hohe Strafen zur Folge haben.

Rallyes und Ausfahrten

Für Rallyes müssen Oldtimer bei allen Fahrten auf öffentlichen Straßen eine gültige Straßenzulassung besitzen. Bei internationalen und nationalen Renn-/Rallye- und Gleichmäßigkeitswettbewerben im Rahmen der FIA/DMSB-Gruppen haben Standard-Kennzeichen (Eurokennzeichen), Saison-Kennzeichen (innerhalb des angegebenen Zeitraumes) und H-Kennzeichen Gültigkeit. Dagegen sind rote 06-er Händlerkennzeichen, Kurzzeit-Kennzeichen (03-er oder 04-er) und Ausfuhr-Kennzeichen bei solchen Veranstaltungen nicht erlaubt.

Bei roten 07er-Kennzeichen gibt es bei sportlich orientierten Wettbewerben teilweise Zusatzbestimmungen – diese sollten vorher beim Veranstalter abgefragt werden beziehungsweise sind in den Ausschreibungsunterlagen verzeichnet.

Das genormte D-Schild (11,5 x 17,5 Zentimeter) ist nach wie vor für Pkw und Motorräder in allen Nicht-EU-Ländern Pflicht. Nur in EU-Ländern sowie in der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen wird das kleine D im Euro-Kfz-Kennzeichen anerkannt. Bei Nichtbeachtung drohen Geldbußen.

Umweltzonen

Für Umweltzonen in Deutschland gilt bekanntlich: Freie Fahrt mit H-Kennzeichen oder rotem 07-Kennzeichen. Fahrteinschränkungen für Oldtimer im benachbarten Ausland hatten die europäischen Oldtimer-Verbände jahrelang verhindert. Doch auch in Städten in Europa werden immer mehr verschiedene Zufahrtsbeschränkungen und -verbote eingerichtet. Teilweise ähneln diese Umweltzonen denen in Deutschland (zum Beispiel CRIT’Air in Frankreich), hinzu kommen Umweltzonen zur Senkung der Schadstoffbelastung, Zufahrtsbeschränkungen zur Verkehrsberuhigung, zeitlich begrenzt oder mit Straßenmaut. Wer mit dem Oldtimer in andere Länder reist, sollte sich grundsätzlich im Vorfeld über die verschiedenen Regelungen informieren.

Mit dem 07-er kann es im Ausland Probleme geben.

Mit dem 07-er kann es im Ausland Probleme geben.

Mehr Infos und den kompletten ADAC Oldtimer Ratgeber mit allen Infos gibt es zum Gratis-Download unter der Rubrik Oldtimer & Youngtimer.

[Text: Pressemitteilung ADAC e.V.]


Der Ort eines besonderen Capris

Das Ford-Werk Saarlouis wurde am 11. Juni 1970 offiziell eingeweiht. Merkwürdigerweise lief bereits am 20. Oktober 1969 die erste Rohkarosse vom Band. Der „Hundeknochen“-Escort wurde wie alle seine Nachfolger an der Saar produziert. Der Capri war im Südwesten nur ein „Nebenprodukt“, allerdings erlebte hier der einmillionste Wagen dieser Baureihe seinen Bandablauf.

Das Ford-Werk Saarlouis wurde am 11. Juni 1970 offiziell eingeweiht. Merkwürdigerweise lief bereits am 20. Oktober 1969 die erste Rohkarosse vom Band. Der „Hundeknochen“-Escort wurde wie alle seine Nachfolger an der Saar produziert. Der Capri war im Südwesten nur ein „Nebenprodukt“, allerdings erlebte hier der einmillionste Wagen dieser Baureihe seinen Bandablauf.

Das Ford-Werk Saarlouis wurde am 11. Juni 1970 offiziell eingeweiht. Merkwürdigerweise lief bereits am 20. Oktober 1969 die erste Rohkarosse vom Band. Der „Hundeknochen“-Escort wurde wie alle seine Nachfolger an der Saar produziert. Der Capri war im Südwesten nur ein „Nebenprodukt“, allerdings erlebte hier der einmillionste Wagen dieser Baureihe seinen Bandablauf.

Doch im beschaulichen Saarlouis fand am 16. Januar 1970 ein Ereignis statt, das für die Stadt, das gesamte Saarland und die Ford-Welt noch bedeutsamer war: Das erste Fahrzeug rollte im Ford-Werk Saarlouis vom Band.

Es war ein Escort mit 1,1-Liter-Motor und 40 PS. Also ein Auto mit relativ kleinem Motor und relativ wenig Leistung, aber umso größerer Bedeutung. Denn mit diesem Escort begann die Erfolgsgeschichte des Ford-Werks Saarlouis, das sich zu einer der effizientesten Produktionsstätten in der gesamten Branche und zu einem der größten Arbeitgeber des Saarlandes entwickelte.

Bis heute sind in Saarlouis mehr als 15 Millionen Ford-Modelle vom Band gelaufen. Dass das Werk solche Dimensionen erreichen würde, war vor 50 Jahren noch nicht absehbar und wohl auch kaum vorstellbar. Doch von Anfang an wurden große Hoffnung und wirtschaftliche Bedeutung mit dem Ford-Werk verbunden. Das zeigte sich schon allein daran, dass Ministerpräsident Franz-Josef Röder den ersten Ford Escort aus Saarlouis eigenhändig vom Band fuhr.

Inbetriebnahme in Etappen

EtappenBereits dreieinhalb Jahre zuvor, am 16. September 1966, legte Ford-Generaldirektor Robert G. Layton den Grundstein für den Bau des Werks. Es entstand im wahrsten Sinne des Wortes auf der grünen Wiese - nämlich auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Röderberg. Das 1,4 Millionen Quadratmeter große Werkareal war bis dahin von Wiesen und Bäumen überwuchert. Dass Ford sich hier niederließ, lag auch an einem besonders einflussreichen Unterstützer: Ludwig Erhard, damaliger Bundeskanzler und Vater des Wirtschaftswunders, setzte sich beim Ford-Vorstand in Köln für Saarlouis ein. Mit der Ansiedlung von Ford wollte Erhard die saarländische Wirtschaft beleben, die durch die starke Konzentration auf Kohle und Stahl in die Krise geraten war.

Die Produktion im Ford-Werk begann schon 1968, allerdings wurden noch keine kompletten Fahrzeuge hergestellt. Rund 700 Beschäftigte fertigten zunächst Karosserieteile für andere europäische Ford-Werke, aber auch für Renault aus dem benachbarten Frankreich. Im Oktober 1969 entstand dann die erste Escort-Rohkarosse und drei Monate später folgte die eigentliche Geburtsstunde des Automobilwerks Saarlouis.

15 Millionen Fords aus dem Saarland - es waren diese Baureihen: Escort (sämtliche Baureihen), Capri (I-er und II-er bis 1975), Fiesta (erste Baureihe bis 1980), Orion (beide Baureihen), Kuga (erste Baureihe bis 2012) und C-Max (2003 bis 2010 und 2014 bis 2019). Für den Focus ist Saarloius seit Produktionsanlauf 1998 das Stammwerk. Der 15-millionste Focus wurde im Dezember 2019 dem Verkauf übergeben. Sein 2,3-Liter-Motor ist mehr als doppelt so groß wie der des ersten Ford aus Saarlouis. Doch während der Escort der ersten Baureihe 40 PS generierte, bringt der Focus ST 280 PS auf die Straße, also exakt die siebenfache Leistung.

Offiziell eingeweiht wurde das Werk am 11. Juni 1970 bei einem Festakt mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch Henry Ford II. Der Enkel des Firmengründers bezeichnete das Fabrikgelände in Saarlouis „als eines der schönsten Ford-Werke der ganzen Welt“. Man habe sich aufgrund der günstigen geografischen Lage für das Saarland entschieden, sagte Ford. „Außerdem glauben wir, dass die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Gebiet nicht nur der Bevölkerung an der Saar, sondern auch unserem Unternehmen Nutzen bringt.“

1966: Auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Röderberg beginnt der Bau des Saarlouiser Ford-Werks. Am 16. September erfolgt die Grundsteinlegung durch Ford- Generaldirektor Robert G. Layton.

1966: Auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Röderberg beginnt der Bau des Saarlouiser Ford-Werks. Am 16. September erfolgt die Grundsteinlegung durch Ford- Generaldirektor Robert G. Layton.

[Text & Fotos: Ford Werke]


Ein Capri von Volkswagen

Schon berichtete Wolfgang Stein über seinen seltenen I-er in der speziellen Farbe Hellgrün 67. Über die Restaurierung berichtete er weiterhin, das besondere Grün trägt auch ein Capri von Volkswagen. Von wem?

In der Autostadt Wolfsburg befindet sich unter anderem das sogenannte „ZeitHaus“, in dem automobile Meilensteine auch fernab des VW-Konzerns ausgestellt sind. In dieser Sammlung befindet sich auch ein Capri in der selben Farbgebung wie Wolfgang sie besitzt: Hellgrün 67 mit schwarzem Vinyldach.

Warum für die dortigen Ausstellungsmacher der Capri ein Meilenstein ist, wird so begründet: „Der Capri war das erste europäische ´personal car´, ein sportlich eigenständig eingekleidetes Coupé, das sich der Käufer nach seinen individuellen Wünschen zusammenstellen konnte. Basismotorisierung war anfangs der im ZeitHaus gezeigte 1,3-Liter-V4, ab September 1972 ein Reihenvierzylinder mit 1,3 Liter Hubraum und 55 PS. Mit seinem Konzept fand der Capri bei Opel (Manta), Toyota (Celica) und Volkswagen (Scirocco) Nachahmer. Die vom Capri ausgelöste Entwicklung extrem breit gefächerter Motoren- und Ausstattungs-Optionen pro Typ ist heute genereller Standard.“

Auf Maß des Kunden zu schneidern

Die kennen sich aus bei VW, da gibt es nichts einzuwenden. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass sie die Basismotorisierung nicht gerade loben: „Insbesondere in der 1,3-Liter-Variante, wie sie die Autostadt aus erster Hand und unrestauriert in der Schweiz fand und nun im ZeitHaus präsentiert, herrscht beim Beschleunigen eine gewisse Lethargie, die so gar nicht zum dynamischen Äußeren des Coupés passen will. “ Den Neupreis der im ZeitHaus präsentierten Variante 1300 XL gibt VW mit 8.385 D-Mark an.

Zusammengefasst schwärmen sie in Wolfsburg über unser Lieblingsauto: „Automobile Meilensteine sind das Thema des ZeitHauses in der Autostadt – dies ungeachtet ihrer Herkunft. ZeitHaus-Philosophie ist es, Trendsetter zu präsentieren: Automobile, die Maßstäbe definierten und anderen Herstellern als Vorbild dienten, sei es technologisch, in der Produktionsweise, im Design, konzeptionell oder in Sachen Marketing. Der Ford Capri gehört zweifellos zu diesem elitären Kreis. Er war Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts das erste preisgünstige Großserien-Sportcoupé Europas, das sich der Kunde dank üppigen Variantenreichtums schon ab Werk individuell auf Maß schneidern lassen konnte.“

In der Knallerfarbe Hellgrün 67 glänzt dieser Capri aus der Schweiz (erkennbar an den Seitenblinkern und weißen Blinkergläsern vorn) im „ZeitHaus“ der Autostadt Wolfsburg.

In der Knallerfarbe Hellgrün 67 glänzt dieser Capri aus der Schweiz (erkennbar an den Seitenblinkern und weißen Blinkergläsern vorn) im „ZeitHaus“ der Autostadt Wolfsburg.

[Text: Autostadt Wolfsburg & Marc Keiterling - Foto: Autostadt Wolfsburg]