Eine Reise mit Hindernissen - für Elke Hermanowicz und Heinz Arndt aus dem Raum Köln-Bonn ist das keine gänzlich neue Erfahrung, wenn sie mit dem Capri unterwegs sind. Der schwere Unfall vor einigen Jahren, das „Schlüsselerlebnis“ in England, über beide Fälle haben sie auch in der Capri aktuell berichtet. Hier folgt nun die Schilderung einer Fahrt in Richtung Bodensee und Schweiz. Erneut mit Hindernissen.

„Wir fuhren im Frühjahr 2019 zur Messe Motorworld Classics Bodensee nach Friedrichshafen um uns da mit einigen Kollegen des CCD zu treffen, um sich ein bisschen umzuschauen und um bei den Vintage-Demoläufen mit dem Capri ein paar Runden zu drehen. Anschließend sollte es noch für ein paar Tage zu Freunden in die Schweiz gehen.

Ein Loch im Auspuff

So war der Plan. Aber eine Stunde vor der Ankunft in Friedrichshafen ereignete sich ein Drama. Ein erstes Drama, was wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnten. Auf einer dicht befahrenen Landstraße lag ein Gegenstand auf der Straße, ich konnte weder ausweichen noch rechtzeitig bremsen und musste drüber fahren. Ein Rumpeln unterm Capri und dann wurde es laut.

Sofort rechts ran und nach kurzem Check war ich mir sicher, dass es wohl nur ein Defekt an der Auspuffanlage ist. Also vorsichtig und lautstark weiter. Nach kurzer Fahrt tauchte ein Industriegebiet auf und ein Reifenservice wurde gesichtet. Nix wie hin und nach kurzer Wartezeit war das entstandene Loch geflickt. Ansonsten waren keine weitere Schäden zu finden. Glück gehabt!

Deutlich leiser ging es weiter nach Friedrichshafen. Nach einer erholsamen Nacht ging es am Samstag früh zur Messe, bei der Vintage Race Rennleitung die Startzeit geklärt und ab zu den CCDlern auf dem Messestand des Capri Teams Weilheim-Schongau. `Fahr nicht mit bei den Demoläufen, die fahren da eher Rennen´, wurde mir hier gesagt. Aber ich war schon vom Rennfieber befallen und damit völlig beratungsresistent.

Kurz nach dem Start dachte ich mir: `Oh je, worauf hab´ ich mich da nur eingelassen?´ Doch zu spät, nach der zweiten Runde hatte sich die Gangschaltung meines Capri verabschiedet. Nix ging mehr, rechts raus und aus. Per Abschlepper ging es dann zurück in die Box und es wurde umgehend der CCD-Krisenstab einberufen. Erste Schnelldiagnose: Kupplungsschaden.

Zum Glück kennt in der CCD-Familie zumeist einer einen, der einen kennt. Ein Anruf bei unserem Ersatzteilmann Wolfgang Stein erbrachte schon mal ein gutes Ergebnis. Er hat eine passende, gebrauchte Kupplung und diese würde er zu seinem Messebesuch am folgenden Sonntag mitbringen. Das Teil also in Sicht, fehlte nur noch die passende Werkstatt.

Einen kennen, der einen kennt

Jemand vom Reutlinger Capri Club empfahl mir den Auto-Service vom Georg Kiefer in Brigachtal bei Villingen-Schwenningen, da der sich mit alten Ford auskenne und außerdem selbst einen Capri fährt. Na, das ist doch der richtige Mann! Ein Anruf und seine Hilfe ging klar. So klärte ich mit meinem Versicherer, dem ADAC, einen Transport für den nächsten Tag zur Werkstatt, einen Mietwagen und die Hotelkosten. Abends an der Hotelbar haben wir dann erstmal auf das bewältigte Chaos mit den anwesenden CCDlern angestoßen.

Die Rampe ist zu kurz!

Am Sonntagmittag ging das Drama dann aber weiter. Mein leicht tiefergellegter Capri passte nicht über die Rampe des ADAC-Transporters. Ernüchterung! Der sehr lösungsorientierte ADAC-Mann telefonierte nun diverse Kollegen an, gesucht waren Rampenverlängerungen. Nach gefühlt einer halben Ewigkeit kam dann der Mann mit den richtigen Hilfsmitteln. Mit denen zog man den Capri, gerade so mit Millimeterabstand, auf die Plattform. Am frühen Abend stand der Wagen dann endlich beim Kiefer-Auto-Service in Brigachtal. Von dort aus ging es dann noch mit dem Taxi zum ADAC-Mietwagen und schließlich ins dortige Hotel. Mamma Mia, was für ein Messebesuch!

In der Werkstatt von Georg Kiefer ist der Capri bestens aufgehoben.

In der Werkstatt von Georg Kiefer (oben) ist der Capri bestens aufgehoben.

Am Montagmorgen folgte dann die Lagebesprechung mit Georg Kiefer. Der sagte uns den zeitnahen Austausch der Kupplung zu. Ein mehrfacher Federnbruch in der Reibscheibe wurde schließlich als Ursache für meine Panne ausgemacht. Mit einer nun wieder funktionierenden Schaltung konnten wir letztlich in die Schweiz reisen. Den Mietwagen, das Hotel und die Taxirechnung zahlte der ADAC. Erneut kann ich diese Versicherung nur empfehlen!

Also eins ist am Ende klar: Ohne die Hilfe der anwesenden Capri-Fachmänner, ohne den Georg Kiefer Auto-Service und den ADAC hätten wir uns die Weiterfahrt in die Schweiz abschminken können. Darum sagen wir auch auf diesem Weg noch einmal einen großen Dank an alle, die uns aus dem Schlamassel geholfen haben!“

Georg Kiefer reckt den Daumen nach erfolgter Reparatur, Elke und Heinz können ihre Fahrt in die Schweiz fortsetzen.

Georg Kiefer reckt den Daumen nach erfolgter Reparatur, Elke und Heinz können ihre Fahrt in die Schweiz fortsetzen.

[Text & Fotos: Heinz Arndt]