Professionell in Szene gesetzt: Pünktlich zum eigenen 50. Geburtstag hat Andreas Spohrer seinen Capri fertiggestellt.

Professionell in Szene gesetzt: Pünktlich zum eigenen 50. Geburtstag hat Andreas Spohrer seinen Capri fertiggestellt.

„Ich stelle mich zunächst kurz vor. Mein Name ist Andreas Spohrer, 49 Jahre jung. Zum Capri bin ich dank einer Frau gekommen.

Am Nürburgring sind wir gemeinsam einst auf diesen Fahrzeugtyp aufmerksam geworden. Obwohl ich selbst aus der Kfz-Branche komme, hatte ich den Capri nie wirklich auf dem Schirm. Als ich dann aber erstmalig in einem solchen Auto gesessen habe, war es um mich geschehen. Diese geniale Form faszinierte mich.

Es musste ein breiter I-er sein

2010 kaufte ich einen 2,3 S, den ich nach und nach verbesserte. Irgendwann wuchs in mir der Wunsch einen breiten I-er zu besitzen. Aber zu kaufen gibt es kaum etwas. Also beschloss ich, ein Fahrzeug nach meinen Geschmack aufzubauen.

Kopfüber auf dem selbstgebauten Drehgestell: So lässt sich arbeiten.

Kopfüber auf dem selbstgebauten Drehgestell: So lässt sich arbeiten.

So erstand ich im September 2015 eine rollbare Karosserie, mit Türen und Kofferraumdeckel. Ohne Motor, ohne Getriebe, ohne Innenausstattung. Die Liste der fehlenden Teile war lang. So blickte ich in einen leeren Motorraum, aber dafür in einen Kfz-Schein voll wilder technischer Eintragungen. Der Capri hatte zweifelsohne schon allerhand erlebt.Nach und nach besorgte ich mir die notwendigen Teile und der Capri wurde auf ein selbstgebautes Drehgestell montiert. Hierbei konnten die Karosseriearbeiten sehr bequem durchgeführt werden.

Einen ganzen Sommer habe ich geschweißt, oft bis in die Nacht. Meine Nachbarn haben mich sicherlich für verrückt gehalten.

Anschließend wurde die Karosserie gestrahlt, grundiert und teilweise lackiert. Zugekaufte Teile habe ich probeweise montiert und angepasst. Zwischenzeitlich machte ich mir Gedanken über die Lackierung. Er sollte sich etwas von der Masse abheben, aber trotzdem zeitgenössisch sein. Ich entschied mich für ein klassisches Design mit neuer Farbkombination. Der Farbton ist Daytona-Gelb mit Weiss.

Vieles war krumm und schief

Die angebrachten Polyesterteile sollten meinen Lackierer noch vor eine große Herausforderung stellen. Als ich den Capri ablieferte, schlug er einigermaßen entsetzt die Hände über den Kopf zusammen. Vieles war nämlich krumm und schief, daher verbrachte der Capri erstmal ein halbes Jahr unbeachtet in der Ecke.

Andreas Spohrer packte über insgesamt fünf Jahre hinweg richtig an.

Andreas Spohrer packte über insgesamt fünf Jahre hinweg richtig an.

Zahlreiche Modifikationen

Erst nach einem Vier-Augen-Gespräch gab er sich endlich einen Ruck und ging das Projekt an. Nach weiteren drei Monaten konnte ich die jetzt lackierte Karosse abholen. Während der Capri-Abstinenz bereitete ich viele Teile vor und so war das Auto innerhalb von vier Monaten zusammen gebaut. In dieser Zeit der Restauration konnte ich mein Wissen über Capris vertiefen und ich habe einiges dazugelernt. Arbeiten, die ich früher nicht angegangen bin, erledige ich nun wie selbstverständlich. Man muss sie nur einmal angehen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Ich pflanzte einen modifizierten 2,8-er Motor mit drei 40-er Weber-Vergasern ein. Der Ansauggeräuschdämpfer ist eine Eigenkonstruktion. Immerhin sollte der TÜV auch seinen Segen geben.

Gaaaanz vorsichtig kommt der modifizierte 2,8-er an seinen Platz.

Nicht nur optisch ein Schmuckstück.

Nicht nur optisch ein Schmuckstück.

Gaaaanz vorsichtig kommt der modifizierte 2,8-er an seinen Platz. Nicht nur optisch ein Schmuckstück.

Geschaltet wird mit einem Fünfgang-Getriebe. Eine Servolenkung für die dicken Pneus musste es außerdem sein. Diese fanden in der Dimension 235/60/13 auf den BBS E30 Felgen ihren Platz.

Extra angefertigte Oldtimersitze der Firma König sorgen für ausreichend Sitzkomfort. Vorne ist ein Gewindefahrwerk mit Konistoßdämpfern und hinten sind Einblattfedern mit Spaxstoßdämpfern verbaut. Beide Stoßdämpferpaare sind von außen einstellbar.

Ich fahre, so lange ich kann!

Zu Beginn dieser Restauration war mein Wunsch, den Capri zu meinem 50. Geburtstag fertig in der Garage stehen zu haben. Das hat funktioniert, Ende August dieses Jahres hatte ich Geburtstag.

Die Restauration dauerte fast fünf Jahre. Als ich damit angefangen habe, wusste ich, was mich erwartet. Neben viel Geld ist auch ein enormes Durchhaltevermögen gefordert.

Das nun montierte Dreispeichen-Lenkrad weist eine Turbo May-Prägung auf. „Ein Originalteil. Ich hatte dies von einem Bekannten, der hier bei mir im Ort eine kleine Werkstatt hat, bekommen. Er hat mir erzählt, dass er es aus einem VW Käfer demontiert hat. Ich habe zwar keinen Turbo May, aber dieses Lenkrad ist sehr selten. Anfang der 70 er sind davon sicherlich nur ein paar aus dem Zubehörprogramm verkauft worden. Daher habe ich es montiert und es gefällt mir sehr“, sagt Andreas Spohrer.

Das nun montierte Dreispeichen-Lenkrad weist eine Turbo May-Prägung auf. „Ein Originalteil. Ich hatte dies von einem Bekannten, der hier bei mir im Ort eine kleine Werkstatt hat, bekommen. Er hat mir erzählt, dass er es aus einem VW Käfer demontiert hat. Ich habe zwar keinen Turbo May, aber dieses Lenkrad ist sehr selten. Anfang der 70 er sind davon sicherlich nur ein paar aus dem Zubehörprogramm verkauft worden. Daher habe ich es montiert und es gefällt mir sehr“, sagt Andreas Spohrer.

Ich bin jetzt froh, dass die Arbeit geschafft ist. Autos werde ich wieder restaurieren, aber nicht mehr solch große Baustellen. Diesen Capri fahre ich solange ich kann!

Ich möchte mich bei allen, die mir bei meinem Projekt geholfen haben bedanken. Besonderen Dank an meine Freunde Nathalie, Andreas, Marco, Volker, Ralf und Zoltan. Bis dann, wir sehen uns sicherlich bald auf einem Treffen.“

[Text & Fotos: Andreas Spohrer]