Wird es im Corona-Jahr 2020 überhaupt möglich sein, Fernsehdrehs durchzuführen? Schließlich wurden Ende März sogar Dreharbeiten für eine Folge der ARD-Krimireihe Tatort auf behördliche Anordnung hin abgebrochen. Die gute Nachricht: Mit Einschränkungen sind Produktionen möglich. So konnte der Südwestrundfunk (SWR) das Material für die „Auto-Ikone“ Capri erstellen.

2016 startete der SWR seine Serie „Auto-Ikonen“. Zwölf Fahrzeuge stellte der SWR seither in dieser Reihe vor. Nun ist der Capri an der Reihe, mit intensiver Unterstützung durch den Capri Club Deutschland. Wie bereits berichtet hatte Autor Thorsten Link den CCD Anfang Februar dieses Jahres kontaktiert. Link hatte sich im Vorfeld umfassend mit dem Thema „Capri“ beschäftigt. Im Dialog mit dem Club wurden seine Ideen präzisiert und schließlich umgesetzt.

Mit „Abstand“ der beste Ton

Um den Abstandsregeln gerecht zu werden, wurden dabei die Protagonisten teilweise nicht, wie sonst üblich, zum Zwecke der Tonaufzeichnung verkabelt.

Svenja Martin freute sich: Sie gehörte zu den CCD-Mitgliedern, die beim Fernsehdreh dabei waren.

Svenja Martin freute sich: Sie gehörte zu den CCD-Mitgliedern, die beim Fernsehdreh dabei waren.

Stattdessen kamen Mikrofonangeln zum Einsatz, die aus entsprechender Entfernung in Richtung der Sprechenden gehalten werden. Selbstverständlich immer so, dass die Mikros nicht durch die Kamera zu sehen sind. Schwerstarbeit für den Tontechniker!

Filmautor Thorsten Link (links) mit Jana und Tim Willenweber beim Dreh in Gelsenkirchen-Bismarck.

Filmautor Thorsten Link (links) mit Jana und Tim Willenweber beim Dreh in Gelsenkirchen-Bismarck.

Autor Thorsten Link (links) studiert seine Aufzeichnungen, während Frank Lehmann und Dirk Trapka über ihre „aufgeladenen“ Capris, den Werksturbo und den Turbo May, philosophieren.

Autor Thorsten Link (links) studiert seine Aufzeichnungen, während Frank Lehmann und Dirk Trapka über ihre „aufgeladenen“ Capris, den Werksturbo und den Turbo May, philosophieren.

Kein Weg zu weit für eine „Auto-Ikone“: Der Südwestrundfunk (SWR) reiste zum Capri-Dreh auch über sein heimatliches Stammgebiet hinaus. Hier wird eine Fahrszene in Herten-Westerholt im Ruhrgebiet vorbereitet.

Kein Weg zu weit für eine „Auto-Ikone“: Der Südwestrundfunk (SWR) reiste zum Capri-Dreh auch über sein heimatliches Stammgebiet hinaus. Hier wird eine Fahrszene in Herten-Westerholt im Ruhrgebiet vorbereitet.

Zeugen für eine Langzeitbeziehung: Walter Winkler besitzt den rechten Capri seit 44 Jahren, Marc Keiterling kaufte sein erstes Kölner Coupé (links) mit Vaters Hilfe vor 33 Jahren. Kameramann Malte Hallwachs setzt die Autos ins Bild.

Zeugen für eine Langzeitbeziehung: Walter Winkler besitzt den rechten Capri seit 44 Jahren, Marc Keiterling kaufte sein erstes Kölner Coupé (links) mit Vaters Hilfe vor 33 Jahren. Kameramann Malte Hallwachs setzt die Autos ins Bild.

Der Sender genehmigte Thorsten Link allein 16 Drehtage, eine ungewöhnlich hohe Zahl. Diese benötigte Link allerdings auch, weil der Film ihn und sein Team, bestehend aus Kameramann Malte Hallwachs und Tontechniker Stephen Breitling, tatsächlich in viele Regionen Deutschlands führte. So wurde im Frankenland (Töpen und Kronach) gedreht, am Nordrand der Eifel (Nideggen), im Ruhrgebiet (Gelsenkirchen und Herten) im Rhein-Main-Gebiet (Taunusstein) und im Schwabenland (Erligheim). Jeweils für mindestens zwei Tage waren die Fernsehmänner vor Ort.

Verlassen konnten sie sich dabei auf die tatkräftige Hilfe vieler CCD´ler. Einen großen Auflauf gab es in Gelsenkirchen, wo die Halle des Capri Clubs Westerholt als stimmungsvolle Kulisse diente.

Auf den CCD ist Verlass

Die Westerholter bewegten hier ihre Autos, außerdem kamen einige Gäste hinzu. Familiäres stand dabei im Mittelpunkt. So etwa Gerd Niederberger, der seinen heutigen Capri von seinen beiden Söhnen geschenkt bekam. Aus dem Westerwald reisten Tim und Jana Willenweber an, ein Vater-Tochter-Duo im I-er und III-er. Zum „Turbo-Treffen“ wurden der Turbo May und der Werksturbo in Szene gesetzt.

Michael Hader empfing das Fernsehen als Besitzer einer der wohl größten Privatsammlungen, seine fränkische Kollegin Svenja Martin steht wie Jana Willenweber für die jüngere Generation an Capri-Fahrern.

Gregor und Lukas Reininger präsentierten Capri-Cabrios, während Walter Winkler etwas zum Thema „Langzeitbeziehung“ beitragen konnte. Er besitzt eines seiner Fahrzeuge seit 44 Jahren.

Tilo Rögelein ist als Restaurator unseres Lieblingsautos wohlbekannt, verfügt über ein großes Ersatzteillager und nimmt im Film einen Auftrag zur Capri-Reaktivierung durch unseren 2. Vorsitzenden, Wolfgang Stein, an.

Natürlich hat der Capri aktuell-Redakteur einige Mitwirkende um Berichte vom Dreh gebeten. Die hoffentlich zahlreichen Schilderungen und viele weitere Bilder wollen wir kompakt in der Winter-Ausgabe präsentieren. Dies wäre dann zeitnah zum geplanten Ausstrahlungstermin, der mit „Ende des Jahres“ angegeben ist. Sobald er feststeht, findet ihr das Sendedatum auf unserer Homepage.

Fotoarchiv SWR Filmaufnahmen 2020

[Text: Marc Keiterling - Fotos: Guido Heisner, Frank Lehmann, Svenja Martin & Marc Keiterling]