Quelle: Website www.inFranken.de -Online-Artikel vom 12.09.2016-
Autor und Fotos: Carsten Höllein
 
Online seit: 14.September 2016

Eine dreifache Capri-Liebhaber-Hochzeit im Freien in Heilgersdorf war für die Ford-Capri-Liebhaber-Szene ein Novum.

Pfarrer Tobias Knötig traute am Samstag vor den jeweiligen Ford-Capris (von links) Edmund und Regine Hinz, Jutta und Wilfried Rippl sowie Simone-Edith und Guido Schwermer kirchlich. Foto: Carsten Höllein
Pfarrer Tobias Knötig traute am Samstag vor den jeweiligen Ford-Capris (von links) Edmund und Regine Hinz, Jutta und Wilfried Rippl sowie Simone-Edith und Guido Schwermer kirchlich. Foto: Carsten Höllein

Drei Ehepaare teilen eine Leidenschaft: die Verbindung zum Ford Capri. Seit Samstagnachmittag haben sie eine gemeinsame Erfahrung mehr: Sie erhielten den kirchlichen Segen für ihre Liebesbeziehung zum jeweiligen Partner, den rechtlichen Trauschein hatten die Eheleute schon seit vielen Jahren in der Tasche.

Beim Bier mit Pfarrer Knötig

Bei strahlendem Sonnenschein gaben sich die drei Paare der kirchlichen Zeremonie hin, selbstverständlich ganz im Zeichen ihres Hobbys: Vor ihren Fahrzeugen ließen sie sich segnen und gaben sich vor Gott das Ja-Wort. Entstanden war die Idee am Stammtisch des Brauereigasthofs Scharpf in Heilgersdorf. Wilfried Rippl stammt aus dem Ort, der heute ein Stadtteil Seßlachs ist. Bei den Ford-Werken in Köln hatte er seine Ausbildung zum Kraftfahrtzeugmechaniker absolviert und an den verschiedenen Standorten des Autoherstellers gearbeitet. Rippl ist viel herumgekommen in Deutschland, es hat ihn aber immer wieder zurückgezogen in seine Heimat. Dort in Heilgersdorf gehört ihm bis heute eine Halle, in der er an seinen geliebten Ford Capris herumschraubt und die Oldtimer anderer Liebhaber wieder in Schuss bringt. Als Wilfried Rippl mit Pfarrer Tobias Knötig ein Bier trank, wurde die Idee zur kirchlichen Trauung geboren.

"Ich heirate nur im Capri", hatte Wilfried Rippl zur Maßgabe gemacht und war auf offene Ohren bei Knötig gestoßen: "Das ist das geringste Problem, ich traue Euch auch im Auto!" Und so planten Wilfried Rippl und seine Jutta, die aus Detmold kommt und mit der er seit Jahrzehnten standesamtlich verheiratet ist, ihre Hochzeit im Garten in Heilgersdorf. Rasch fanden sie mit Guido und Simone-Edith Schwermer (beide aus Bielefeld) sowie Edmund und Regine Hinz (aus Lemgo) zwei befreundete Ehepaare, die auch vor dem Traualtar treten wollten. Der war am Samstag zwangsläufig anders als gewöhnlich: Die Paare knieten bei der Segnung auf Strohballen, der Altar für das Sextett war ein improvisierter Tisch unter einem Partyzelt.

"Das gab's bisher noch nicht", betonte Ralf Heil vom Rhön-Fanclub für Capris betonte. An eine Dreifachhochzeit in der Capri-Szene kann sich der Kenner nicht erinnern. Die Gemeinschaft der Ford-Capri-Anhänger sei fest gewachsen. Trotzdem hätten sich die Beziehungen verändert: "Früher sind wir wegen der Autos zusammengekommen, im Laufe der Jahrzehnte sind Freundschaften entstanden. Heute treffen wir uns vor allem wegen der Menschen, die sich wieder sehen wollen." Die Hochzeit bot dafür einen freudigen Anlass.