Dem Aufruf der Capri aktuell in der letzten Ausgabe des Jahres 2019, Bilder „aus der Mottenkiste“ zu liefern, kamen Robert Krauße und Diethelm Geiß nach.

„Das Capri-Fieber wurde mir von meinen Vater mitgegeben“, schrieb Robert Krauße aus dem Aachener Land. Der fuhr Mitte der 1970-er Jahre einen II-er mit der 1,6 Liter-Maschine in Kirschrot.

„Das war für mich als Kind wie ein Rennwagen. So kaufte ich mir später als 18-Jähriger einen verbreiterten III-er V6 mit 90 PS und war der King im Dorf. Wie das halt so ist im Leben strebt man nach höheren Weihen, mit mehr PS und Hubraum.

Es folgten weitere Capris in allen Variationen, vom 2,3 Liter bis hin zum 2,8i. Es wurde geschraubt, getunt und verbreitert. Und das ging natürlich nur mit Freunden, wo man sich gegenseitig geholfen hat.

Besser als die Opel-Gang

Das klare Ziel: Immer noch besser und schöner zu sein als die Jungs der Opel-Gang. Nun fahre ich mit einigen Unterbrechungen, also seit 34 Jahren, Capri. Zwischenzeitlich musste es natürlich auch Ford sein mit Sierra XR4i und Mondeo ST 200, den ich auch heute noch fahre.“

Leider, so teilte Robert Krauße mit, gebe es aus dieser Zeit nur wenig Bildmaterial. „Ich habe nur zwei Fotos von mir in der Verbindung mit Capri. Als Schuljunge im II-er meines Vaters und 1988 mit meinen 2,3 Super GT ganz stolz mit meiner Mutter. Es ist bis heute immer ein Vergnügen, das Garagentor zu öffnen, in den Capri einzusteigen, den Motor zu starten und loszufahren. Freundschaften, die durch den Capri vor mehr als 30 Jahren entstanden sind, werden bis heute gepflegt. Das macht halt das Hobby Capri aus!“

Vater Krauße stolz mit seinem II-er, der anhand des Kotflügelemblems als später Vertreter ab 1976 zu identifizieren ist.

Vater Krauße stolz mit seinem II-er, der anhand des Kotflügelemblems als später Vertreter ab 1976 zu identifizieren ist.

Historisches Bild, im Hintergrund die Bagger des rheinischen Braunkohlereviers.

Historisches Bild, im Hintergrund die Bagger des rheinischen Braunkohlereviers.

Robert im T-Shirt mit The Cure-Aufdruck, die Mutter mit der Tasche im Floraldesign - auch ganz stolz vor 32 Jahren.

Robert im T-Shirt mit The Cure-Aufdruck, die Mutter mit der Tasche im Floraldesign - auch ganz stolz vor 32 Jahren.


Auch Diethelm Geiß hat in alten Alben geblättert. Er hatte die Kamera im Anschlag, als er unter anderem die Capri-Treffen in Ingelheim 1984 und 1987 besuchte./p>

„Angefangen hat das bei mir nach meiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker im Ford-Autohaus Mehr in Waldalgesheim. Ich habe meinen Capri 1984 bei einem damaligen VW-Händler in Bingen mit 98.000 Kilometern auf dem Tacho für 2.700 D-Mark gekauft.

1984 habe ich mein erstes Capri-Treffen besucht. Die Neugier hat mich hingetrieben, das Interesse daran, welche andere Menschen auch Capri fahren. Natürlich ging es mir auch um die Autos. Wie wurden sie verändert? Es gab ja zu dieser Zeit mega-viele Teile für Umbau und Tuning.

Mit dem Auto – einem Capri 73, 1600 GT mit 88 PS - bin ich dann jeden Tag auf Arbeit nach Mainz gefahren. Der erste Motor hielt bis 209.000 Kilometer. Anfang der 1990-er Jahre habe ich einen neuen Motor eingebaut. Dieser ist heute noch drin und ist jetzt 26.000 Kilometer gelaufen.

Also nicht mehr so viel, mir war der Capri damals zu schade für den täglichen Einsatz. Er ist auch längere Zeit abgemeldet gewesen. Zwischendurch gab es immer wieder mal was zu schrauben oder zu verändern. Unter anderem habe ich Frontspoiler, Heckspoiler, Alufelgen, Jalousien und die Doppelscheinwerfer montiert.

So etwa 2003 hat es dann bei uns in der Region mit den Oldtimertreffen angefangen. Da hatte ich dann auch Lust, mal hinzufahren. Das tue ich jetzt seit 2004 jedes Jahr und es macht sehr viel Spaß.“

Die Hochzeit der individualisierten Capris: 1987 beim Treffen in Ingelheim.

Die Hochzeit der individualisierten Capris: 1987 beim Treffen in Ingelheim.

Mühelos kamen Ende der 1980-er, Anfang der 1990-er Jahre hunderte Capris bei den Treffen zusammen.

Mühelos kamen Ende der 1980-er, Anfang der 1990-er Jahre hunderte Capris bei den Treffen zusammen.

In Treue fest: Seit 26 Jahren sind Diethelm Geiß und sein Capri 73 unzertrennlich.

In Treue fest: Seit 26 Jahren sind Diethelm Geiß und sein Capri 73 unzertrennlich.


So im Nachhinein stellt man häufig fest, dass das Auto damals oft leider nicht so sehr im Mittelpunkt eines Bildes stand, wie wir uns das heute wünschen würden. Wenn überhaupt mal mit dem Fotoapparat in Richtung Fahrzeug gezielt wurde.

So geht es auch Frank Lehmann, unserem 3. Vorsitzenden. Nach langem Kramen konnte er gerade einmal zwei Fotos finden. „Leider sehr unscharf ist eine Aufnahme von 1979, die mich mit dem II-er, 2.0 S, von 1976 zeigt. Der Capri wurde im Jahr nach unserer Hochzeit neu erworben. Ausgeliefert wurde er damals vom Autohaus Ford Will in Iserlohn mit dem Kennzeichen RD–S 203. Ich stehe hier neben dem Auto bei einer Urlaubsfahrt im Schwarzwald auf einem Parkplatz in der Nähe von Todtmoos im Südschwarzwald.“

Deutlich schärfer ist die zweite Aufnahme. „Das war Februar 1981 bei einem Skiurlaub in Altenau im Oberharz. Da fiel noch Schnee und ich fuhr damals ohne Winterreifen. Ich hatte irgendein Billigsatz Schneeketten im Capri liegen. Gebraucht habe ich sie nicht.“ Das zeigt den wahren Könner am Lenkrad eines Hecktrieblers.

„Nach der Geburt unseres Sohnes Lars im Sommer 1981 wurde der Capri etwa ein Jahr später leider verkauft. Den hätte ich gerne heute noch. Viele weite Fahrten von meinem damaligen Bundeswehrstandort Rendsburg in Schleswig-Holstein zu verschiedenen Lehrgängen - meistens nach Sonthofen im Allgäu - habe ich mit ihm absolviert. Und auch bei Urlaubsfahrten war er Birgit und mir stets ein treuer Begleiter. Ausfälle gab es keine während der gemeinsamen sechs Jahre.“

Frank im Südschwarzwald 1979. Da war der II-er drei Jahre alt.

Frank im Südschwarzwald 1979. Da war der II-er drei Jahre alt.

Ski und Rodel gut anno 1981 im Oberharz. Wer hier mit Sommerreifen an einem Hecktriebler fährt, muss richtig gut fahren können.

Ski und Rodel gut anno 1981 im Oberharz. Wer hier mit Sommerreifen an einem Hecktriebler fährt, muss richtig gut fahren können.


Winterauto Capri: Hier trägt Marc Keiterling seine Mutter im Schnee auf Händen.

Winterauto Capri: Hier trägt Marc Keiterling seine Mutter im Schnee auf Händen.

Capri aktuell-Redakteur Marc Keiterling besitzt seinen III-er seit 1987. Das erste Auto! Im Februar 1988 tat er, was er heute niemals mehr tun würde: Über gesalzene Straßen mit diesem Fahrzeug in den Wintersport. „Es war in diesem Fall ein verlängertes Wochenende über den Rosenmontag. Ich bin am Donnerstagmittag von der Berufsschule in Essen in Richtung Oberjoch im Oberallgäu durchgestartet. Dort machte meine Mutter mit ihrem Mann Skiurlaub. Im Gegensatz zu Frank hatte ich Winterreifen und eine Skihalterung montiert und kam am Skiort am späten Abend an.

Am Nachmittag des Rosenmontags - zuvor hatte es ordentlich geschneit - habe ich das Auto dann ausgegraben, mich von der Mama verabschiedet und bin wieder nach Hause gefahren. Ich weiß noch, dass ich am Fahren auf Schnee mit der Heckschleuder fast ebenso viel Spaß hatte, wie die Tage zuvor auf der Skipiste.“


Anton Feßler im roten Overall mit seinem ersten Capri als stolzer Gewinner eines dritten Platzes 1988 in Neumarkt.

Anton Feßler im roten Overall mit seinem ersten Capri als stolzer Gewinner eines dritten Platzes 1988 in Neumarkt.

Zurück aus dem Winter - und zum Abschluss hinein ins Jahr 1988. Da entstand dieses farbenfohe Bild unseres 1. Vorsitzenden Anton Feßler. Es zeigt „Toni“ anlässlich des Internationalen Treffens des Capri RS Club Nürnberg vor der Jura-Halle in Neumarkt.

„Dieses Treffen war für mich das erste mit meinem damaligen II-er, einem 3,0 S aus dem Baujahr 1976. Ich habe mit dem Auto damals den dritten Platz in der Kategorie „Capri II unverbreitert“ erobert.

1988 war ich noch Mitglied und 1. Vorsitzender des Capri Clubs Landsberg, den es schon seit den 90er Jahren nicht mehr gibt. Unsere einheitliche Clubbekleidung waren damals die roten Overalls, wie auf dem Bild zu sehen.

Ab 1988 habe ich dann auch die Sitzungen des Capri Info Team Deutschland besucht. Aus diesem Kreis ging dann 1990 der Capri Club Deutschland hervor.

Dieser II-er war übrigens mein erster Capri. Von 1981 bis 1995 war ich mit ihm über 200.000 Kilometer unterwegs. Dann verkaufte ich ihn schweren Herzens an einen Club-Kollegen.

Wenn ich das Foto heute so betrachte kommt schon etwas Wehmut auf - es war wirklich ein tolles Auto. Leider existiert dieser Wagen nicht mehr.“

[Texte & Fotos: Robert Krauße, Diethelm Geiß, Anton Feßler, Frank Lehmann & Marc Keiterling]