Text: Marc Keiterling
Fotos: Dirk Appel & Frank Lehmann - Grafik: Techno Classica
Online seit: 18. April 2019

So ein runder Geburtstag ist ja immer besonders. Da schmeißt man mal eine größere Party als üblich, lädt ein paar Leute mehr ein - die dann auch tatsächlich kommen - und es stellt sich gern eine besondere Stimmung ein. So war das auch auf der diesjährigen Techno Classica-Messe in Essen. In Halle 3 wurde eine Capri-Party gefeiert. Unser Lieblingsauto ist 50.

Augenfällig im Mittelpunkt der insgesamt 13 Exemplare, stolz die goldenen Ziffern „50“ tragend: Gerd Niederbergers silberner I-er, gebaut im April 1969. Der Jubilar schlechthin inmitten vieler wunderschöner Exemplare. Der 1500-er stand dabei in prominenter Nachbarschaft. Ein Gruppe 2-RS, vom Werk in der Saison 1972 eingesetzt und durch Jochen Mass pilotiert, ist immer ein Hingucker. In diesem Fall war es nicht das Exemplar aus der Werkssammlung in Köln. Dieses Fahrzeug ist seit 1974 in den USA beheimatet und stand in Essen zum Verkauf. Leicht unter 800.000 Euro war der Tarif dafür, von einem Deal ist zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen nichts bekannt.

Eine Capri-Party auf der TC gefeiert.

Überwältigender Besucherstrom

 

Ist aber auch nicht vordergründig. Dort stehen Resonanz und Zuspruch während der Tage in Essen. Frank Lehmann, 3. Vorsitzender und Öffentlichkeitsarbeiter des CCD: „Der Besucherstrom war überwältigend. Ich kann mich an nichts Vergleichbares erinnern.“ Ford und die weiteren am Messeauftritt beteiligten Clubs hatten dem Capri aus Anlass des 50. Geburtstags die Bühne bereitet. Schmucke Plakatwände wiesen die Betrachter augenfällig auf das große Thema hin. 2019 ist Capri-Jahr, das wurde von allen Beteligten so empfunden und getragen.

Und der Capri zieht. Unermüdlich gab die CCD-Besatzung in den fünf Tagen Auskunft oder nahm schlicht die Begeisterung der Messebesucher entgegen. Auch das Fachpublikum und die Medien stürzten sich am Mittwoch, das ist in Essen der hochpreisige Vorabtag, auf den Stand. „Sonst war der Mittwoch immer eher gemächlich. Doch in diesem Jahr war das ganz anders. So wurden unter anderem konkrete Anfragen an uns gerichtet, ob wir nicht Messeauftritte bei der Youngtimer Expo im Oktober in Erfurt und nächstes Jahr bei der Bremen Classic Motorshow organisieren können“, berichtet Frank Lehmann.

Capri, wohin man schaute auf dem Ford-Stand im Rahmen der Techno Classica. Viele weitere Fotos finden sich zu diesem Beitrag online auf unserer Homepage: www.capri-club-deutschland.de.

Capri, wohin man schaute auf dem Ford-Stand im Rahmen der Techno Classica. Viele weitere Fotos finden sich zu diesem Beitrag online auf unserer Homepage: www.capri-club-deutschland.de.

Das formal sehr gelungene Deutsch-Cabrio, weniger als 50 Mal gebaut, begeisterte die Besucher. 50 Jahre Capri war das beherrschende Ford-Thema der Techno Classica 2019..

Hier ein Capri II der Spezialserie Schwarz-Gold (JPS). 50 Jahre Capri war das beherrschende Ford-Thema der Techno Classica 2019.

Das formal sehr gelungene Deutsch-Cabrio, weniger als 50 Mal gebaut, begeisterte die Besucher. 50 Jahre Capri war das beherrschende Ford-Thema der Techno Classica 2019.

Auch farblich wurden besondere Reize gesetzt.

Auch farblich wurden besondere Reize gesetzt.

Capri mit Exotenstatus: der Consul Capri floppte Anfang der 60-er Jahre auf der britischen Insel.

Capri mit Exotenstatus: diesen Capri-Roadster entwarf Anfang der 90-er Jahre Ford in Australien.

Capri mit Exotenstatus: der Consul Capri floppte Anfang der 60-er Jahre auf der britischen Insel (links), den Capri-Roadster entwarf Anfang der 90-er Jahre Ford in Australien.

Lehmann selbst durfte auch noch vor die Fernsehkamera, wurde am Eröffnungstag mehrfach interviewt. Außerdem wurde ein umfangreicher Dreh für Mai ausgemacht. Dann wird ein Team unser Mitglied Walter Winkler besuchen, in dessen Fuhrpark sich alle drei Baureihen in originalem Zustand befinden. Angefixt waren die TV-Leute sicherlich von seinem II-er im augenfälligen Modenagrün 74. Darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet, versprochen.

Die auf dieser Messe zu sehende Bandbreite war enorm. Originale Exemplare wie die Fahrzeuge von Niederberger und Winkler parkten neben Rennwagen wie dem Gruppe 2-RS und dem Zakspeed-Turbo. Besondere Autos wie der 8 Zylinder-Perana und das Deutsch-Cabriolet, die unser I-er Typreferent Gregor Reininger präsentierte, waren ebenso zu sehen wie der „John Player“ - offiziell Schwarz-Gold Sonderserie. Den brachte Sascha Temme zur TC.

Mancher Besucher schaut genau und überall hin. Gregor Reiningers Perana wurde zeitweise von oben bis unten gemustert.

Mancher Besucher schaut genau und überall hin. Gregor Reiningers Perana wurde zeitweise von oben bis unten gemustert..

Ein Platz auch für Exoten

 

Ein Platz auch für ExotenEin ganz seltener Kollege ist auch der nur 248 Mal für den englischen Markt gebaute RS 3100. Diesen Wagen hatte der AVO Owners Club organisiert. Umbauten mit T-Top und Flügeltüren auf III-er Basis unterstrichen außerdem die Möglichkeiten der Individualisierung.

Zu bestaunen waren auch zwei Modelle, die mit unserem Capri lediglich der Name verbindet. Der Consul Capri ist die zweitürige Coupéversion des Consul Classic, die Ford of Britain 1961 vorstellte. In Großbritannien war der Wagen zwischen Januar 1962 und Juli 1964 erhältlich, auch von Ford Köln wurde der Wagen seinerzeit ohne großen Erfolg angeboten. In den Modelljahren 1991 bis 1994 verkaufte Mercury in den USA den von der australischen Ford-Dependance konstruierten und produzierten Capri-Roadster als Mercury Capri. Dieser frontgetriebene Mazda MX-5-Konkurrent besitzt einen 1,6-Liter-Vierzylindermotor, der mit Turboaufladung bis zu 134 PS leistete.Die Exotenrunde hätte der Lincoln Capri abgerundet, ein Modell, welches von 1952 bis 1959 in den USA hergestellt wurde. Dieses Auto gab es als viertürige Limousine, als Hardtop-Coupé und als Cabriolet mit jeweils zwei Türen. An einem solchen Exemplar war der Ford Oldtimer- und Motorsportclub Cologne - die Kollegen hatten auch den Consul Capri bereitgestellt - dran. Am Ende ließ es sich nicht realisieren. Geschenkt!

Auch wer nicht in Essen dabei sein konnte, nahm regen Anteil am dortigen Geschehen. CCD-Schatzmeister Dirk Appel fütterte unsere Facebook-Seite fleißig mit aktuellen Beiträgen und die Klickzahlen schossen nach oben. Nach Einstellung eines Videobeitrags waren mehr als 8.200 Zugriffe zu verzeichnen.

Das Motto auch auf dem Shirt: Anton Feßler, 1. Vorsitzender des CCD, stattete Helga Müller (Ford-Clubbetreuung) mit dem korrekten Textil aus.

Bei diesem Bild gilt „Sale“ für Gerd Niederbergers „Geburtstagskind“ definitiv nicht.

Das Motto auch auf dem Shirt: Anton Feßler, 1. Vorsitzender des CCD, stattete Helga Müller (Ford-Clubbetreuung) mit dem korrekten Textil aus. Im rechten Bild gilt „Sale“ für Gerd Niederbergers „Geburtstagskind“ definitiv nicht.