Text & Fotos: Jakob Freiburg

„Im April diesen Jahres wandte ich mich mit einem, aus meiner Sicht, wichtigen Anliegen an den Capri Club Deutschland. Mein Vater, der wie ich Jakob Freiburg heißt, wurde in diesem Jahr 70 Jahre alt und ein besonders wichtiges Fahrzeug in seinem Leben war sein Capri.

Im Jahr 1972 kaufte mein Vater dieses Auto, einen 1500er. Zum damaligen Zeitpunkt war das für ihn ein enormer finanzieller Schritt, da er gerade erst seine Lehre als Heizungsinstallateur abgeschlossen hatte. Aus damaliger Sicht mag der Kauf unvernünftig gewesen sein, heute aber kann man sagen, dass sich mein Vater damit einen Wunschtraum erfüllte. Nebenher muss betont werden, dass das Auto eine Liebe auslöste die seit 44 Jahren, in Form der Ehe mit meiner Mutter Cäcilia, Bestand hat. Bis 1979 war das Fahrzeug im Besitz unserer Familie. Als ich dann aber das Licht der Welt erblickte musste mein Vater einsehen, dass mit zwei Kindern ein solches Fahrzeug nicht länger familientauglich war.

So entschlossen sich meine Eltern schweren Herzens zum Verkauf, um stattdessen einen größeren Wagen zu erwerben. Während meine ältere Schwester also noch in das Vergnügen kam, den Capri schätzen zu dürfen, war mir dies nicht mehr vergönnt. Dennoch erzählte mein Vater mir immer wieder von seinem Capri, mit dem er so viele tolle Erlebnisse hatte.

In der Vorbereitung zum Geburtstag meines Vaters überlegte ich nun, was ich ihm schenken könnte. Dazu muss man wissen, dass er sich nicht viel aus Geschenken macht und sich selten etwas wünscht. Es ist also sehr schwierig, ihm so eine Freude zu machen. Da fielen mir die Geschichten über den Capri wieder ein und ich machte mich auf die Suche nach einem passenden Fahrzeug. Leider war dies nicht so einfach, da ein solches Modell im Oldtimerverleih nicht vorhanden ist.

Jakob Freiburg wurde mit dem Capri überrascht. Ehefrau Cäcilia war ebenfalls begeistert.

Jakob Freiburg wurde mit dem Capri überrascht. Ehefrau Cäcilia war ebenfalls begeistert.

Lediglich bei einer Firma für Filmfahrzeuge wurde ich fündig. Hierbei handelte es sich aber nicht um einen I-er, sondern um einen Capri III. Also ein Model was eigentlich nichts mehr mit dem 1500er meines Vaters zu tun hatte. Nun war ich ein wenig verzweifelt, da auch eine Internetseite eines Kölner Capri Clubs lange nicht mehr aktualisiert worden war und ich davon ausgehen musste, dass der Club so nicht mehr existent ist.

Hoffnung gering, Freude groß

Ein Freund gab mir daraufhin den Tipp, mich an den Capri Club Deutschland zu wenden. Auch wenn ich nicht viel Hoffnung hatte schrieb ich eine kleine Nachricht und erkundigte mich, ob man mir helfen könnte. Bereits eine Woche später erhielt ich eine sehr nette Nachricht des 3. Vorsitzenden Frank Lehmann. Nach einem Telefonat versprach er mir, sich um meinen Wunsch zu kümmern und ich freute mich sehr über die nun folgende Hilfe.

„So etwas haben wir auch einmal gefahren“: Opa Jakob mit Enkelin Amalia hinter dem Steuer des Capri.

„So etwas haben wir auch einmal gefahren“: Opa Jakob mit Enkelin Amalia hinter dem Steuer des Capri.

Zweimal Jakob und drei Damen: Cäcila, Yvonne und Amalia mit den Herren und dem Kölner Coupé am Rheinufer.

Zweimal Jakob und drei Damen: Cäcila, Yvonne und Amalia mit den Herren und dem Kölner Coupé am Rheinufer.

Ein unvergesslicher Tag.

Ein unvergesslicher Tag.

Innerhalb einer weiteren Woche erhielt ich die Kontaktdaten von Stephan Wilkin. Dieser ist im Besitz eines I-ers und hatte spontan seine Hilfe angeboten. Nach einem sehr sympathischen Telefonat war Stephan sofort bereit, am Geburtstag meines Vaters mit seinem Fahrzeug vorzufahren und diesen zu überraschen. Es wurde eine gelungene Überraschung! In Begleitung seiner lieben Frau trafen wir uns am 8. Juni an der Langeler Fähre, die Köln über den Rhein hinweg mit Leverkusen verbindet. Hier hatte mein Vater viele schöne Stunden mit meiner Mutter und seinem Capri verbracht. Gemeinsam startete man hier viele Ausfahrten und daher war die Örtlichkeit auch sehr emotional gewählt.

Mein Vater war über das tolle Fahrzeug, das nun auf ihn wartete, völlig begeistert. Mit Stephan ging es auf eine kleine Rundfahrt, um im Anschluss bei einer Tasse Kaffee über den Capri zu sprechen. Auch wenn die gemeinsame Zeit sehr schnell verging, war mein Vater sehr glücklich. Über den ganzen Tag hinweg sprach er immer wieder von seinem Capri und man merkte ihm an, dass immer wieder verloren geglaubte Erinnerungen neu nach oben kamen und er sich sehr an ihnen erfreute. Am Ende war es ein ganz tolles Geschenk. Im Namen meiner Familie möchte ich mich ganz herzlich beim CCD für die Hilfe bedanken.