Text: Wolfgang Hommann
Fotos: Jürgen Schemel, Dirk Appel & Marc Keiterling
Online seit: 25. Dezember 2017

Tja, liebe Capri-Freunde, ich bin´s schon wieder. Auf dem vorherigen Artikel habe ich euch von meinem Weg zum Capri Club Deutschland berichtet, nun berichte ich vom diesjährigen CCD-Workshop in Ingelheim. Unser 3. Vorsitzender, Michael Roth, und unser Aktuell-Redakteur, Marc Keiterling, haben mich freundlich überzeugt. Also gut, ab dafür!

Iserlohn, Ingelheim, das ist ja nicht direkt um die Ecke. Also ging es für mich am 26. August früh um 6 Uhr los. Überflüssig zu erwähnen, dass mich mein Capri wieder zuverlässig und recht pünktlich zu meinem ersten Workshop brachte. Auf dem Gelände des ausrichtenden Autoparks Bihn & Bittmann fand ich bereits reges Treiben vor. Ein freundliches Gesicht wies mich auf eine noch freie Lücke hin, die ich dankend in Besitz nahm.

Der Autopark Bihn & Bittmann wurde Ende August wieder einmal von vielen Capris umsäumt.

Der Autopark Bihn & Bittmann wurde Ende August wieder einmal von vielen Capris umsäumt.

Bekannte Gesichter, erstes Treffen

 

Die ersten Blicke über das Gelände streifend, ließen gleich ein Gefühl von durchdachtem „Motorcraft-Event“ entstehen. Zu den hochsommerlichen Temperaturen passten die bunten Promenadenschirme, dazu eine Vielzahl von Sitzmöglichkeiten, Tischen und Zelten, ein Cateringbereich, umgeben von herrlichen Capris und anderen Boliden. Aufgrund der Vielzahl der Eindrücke bewegte ich mich etwas orientierungslos Richtung Ausstellungsraum in dem der CCD-Ersatzteilestand übersichtlich aufgebaut war. Dahinter, eifrig beschäftigt, das erste bekannte Gesicht: unser „Zweiter“ Wolfgang Stein. Ein Handschlag, „bin neu hier“ und eine kurze Vorstellung meinerseits, schon lagen die Schachtleistendichtungen vor mir. Ein kurzer Rundgang um den Ersatzteilestand weckte diverse Begehrlichkeiten fürs Garagenregal. Den Rundgang nicht ganz beendet kam das zweite bekannte Gesicht auf mich zu, der Mann der an allem „Schuld ist“: Michael Roth. Eine Begrüßung wie unter alten Freunden wurde mir zuteil.

Michael eilte dann wieder nach draußen, um als Organisator dieser Veranstaltung den 10. CCD- Workshop offiziell für eröffnet zu erklären. Es steigt in einem eine leichte Ahnung hoch, welche organisatorische Leistung und Planung im Vorfeld stattgefunden haben muss, um solch´ ein Event auf die Beine zu stellen. Großes Kino!

Rainer Schmelzeisen ließ die Teilnehmer des Workshops beim Tausch einer Hinterachse zuschauen und erklärte unermüdlich, was er gerade aus welchem Grund tut.

Rainer Schmelzeisen ließ die Teilnehmer des Workshops beim Tausch einer Hinterachse zuschauen und erklärte unermüdlich, was er gerade aus welchem Grund tut.

Text & Fotos: Astrid DahnckeOnline seit: 22. Dezember 2017

Mein Mann, Jens Dahncke, ist seit seiner Jugend ein großer Fan des Ford Capri. Damals konnte er sich das Auto jedoch nicht leisten, dann kamen die Kinder und eine vollwertige „Familienkutsche“ wurde benötigt. Vor ein paar Jahren verriet er mir seinen Traum: „Vielleicht werde ich mir einen Capri kaufen, wenn ich Rentner bin.“

Auf der Suche nach einem ganz besonderen Geschenk zu seinem 60. Geburtstag in diesem Jahr kam ich auf die Idee: Eine Fahrt mit einem Capri, das wäre eine tolle Überraschung! Doch wie sollte ich hier bei uns daheim - wir leben in der Nähe von Hamburg - an einen solchen Wagen kommen?

Zum Glück gibt es ja den Capri Club Deutschland. Ich kontaktierte den für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Herrn des Clubs, Frank Lehmann. Der bot mir sofort seine Hilfe an. „Da helfen wir doch gern, das kriegen wir sicher hin“, hörte ich hocherfreut.

Norbert Käckmeister drehte mit Geburstagskind Jens Dahncke eine Extra-Runde.

Norbert Käckmeister drehte mit Geburstagskind Jens Dahncke eine Extra-Runde.

Schnell war ein Mitglied des Clubs aus dem Norden gefunden und so stand Norbert Käckmeister aus Bargteheide am 24. September mit seinem liebevoll restaurierten Capri vor unserer Haustür. Mein Mann war sehr überrascht und freute sich riesig. Aber das Alllerbeste kam noch: Es war zufällig genau das Modell und auch noch die Farbe, die er besonders gut findet!

Ein besonderes Geschenk zum 60. Geburtstag und eine große Überraschung ermöglichte CCD-Mitglied Norbert Käckmeister Capri-Freund Jens Dahncke aus der Nähe von Hamburg.

Ein besonderes Geschenk zum 60. Geburtstag und eine große Überraschung ermöglichte CCD-Mitglied Norbert Käckmeister Capri-Freund Jens Dahncke aus der Nähe von Hamburg.

Text: Marc Keiterling
Fotos: Heinz Arndt
Online seit: 22. Dezember 2017

Kein Zweifel - ein Totalschaden: Mit etwa 40 Stundenkilometern fuhr der Capri auf den stehenden Mercedes auf, der Oldie wurde massiv beschädigt.

Kein Zweifel - ein Totalschaden: Mit etwa 40 Stundenkilometern fuhr der Capri auf den stehenden Mercedes auf, der Oldie wurde massiv beschädigt.

An einer anderen Stelle dieser Ausgabe ist von einem Traum zu lesen, der (fast) wahr wurde. Hier geht es um einen puren Albtraum, der jedoch noch glücklich endete. Einmal die komplette Skala der Gefühle runter und rauf. Mit Heinz Arndt.

Heinz und seine Lebensgefährtin Elke Hermanowicz gehören zu den sehr aktiven Mitgliedern des CCD. Regelmäßig nehmen sie an Veranstaltungen und Treffen teil, wo sie stets mit ihrem dunkelblauen III-er vorfuhren. Der sehr späte 2,3 Liter mit der Erstzulassung von 1985 besaß eine umfassende Ausstattung inklusive Schiebedach. „Er war optisch noch immer sehr hübsch. Obwohl es inzwischen doch an einigen Ecken zu knuspern begonnen hatte“, sagt er.

Pläne für die Zukunft lagen bereits in der Schublade, beziehungsweise standen in einer Garage. Eine sehr gut erhaltene Karosse konnte er sich vor einiger Zeit sichern. „Aus zwei mach eins“, war der Gedanke. Irgendwann, in ein paar Jahren. „Aus diesem Grund hatte ich auch mehrfach eine wichtige Sache aufgeschoben. Das Gutachten meines Capri war in die Jahre gekommen und angesichts der seither stark gestiegenen Preise auf dem Markt nicht mehr angemessen. Das wollte ich in diesem Jahr noch angehen - doch dann kam uns da was vor die Haube“, lächelt Heinz süßsauer.

Zu einer Wartung hatte er den Wagen bei einem Clubkollegen, dem Kfz-Meisterbetrieb von Dieter Johannes in Oberscheidweiler, abgegeben. Anfang Juli war die Arbeit beendet, Elke und Heinz düsten auf dem Motorrad in die Eifel, um den Capri wieder abzuholen. Elke nahm hinter dem Lenkrad Platz, zurück in die Heimat nach Bornheim. Heinz auf dem Zweirad hinterher.

Kurzbewertung altes Classic Data Gutachten

Text: Robin Stier
Fotos: Capri Club Westerholt
Online seit: 22. Dezember 2017

Wenn der eigene Vater Capri fährt, beide Eltern engagierte Mitglieder in einem Capri Club sind, ist der eigene Weg ja praktisch vorgegeben. Ich heiße Robin Stier, bin 19 Jahre alt und Capri-Fahrer.

Eigentlich hätte ich gerne einen schwarzen II-er gehabt. Hat nicht geklappt. Obwohl: bei der Farbe schon. Ich kannte das Auto. Ein früheres Mitglied des Capri Club Westerholt hatte schon vor vielen Jahren das Hobby Capri aufgegeben. Dirk Zentara und Andreas Berger, die beiden CCW-Vorstände, kauften damals das Auto. Seit 2009 stand es bei uns in der Halle, war zum Ausschlachten vorgesehen.

Wirklich sein Lenkrad: RS gleich Robin Stier. Ob auch die Eltern bei der Namensgebung einst so dachten?

Wirklich sein Lenkrad: RS gleich Robin Stier. Ob auch die Eltern bei der Namensgebung einst so dachten?

Es ist ein schwarzer Super GT, der im November 1984 vom Band gelaufen war und einen Monat später angemeldet wurde. Er besitzt noch den originalen zwei Liter-OHC-Motor mit 101 PS.

Als mein 18. Geburtstag und damit der Führerschein so langsam in Sichtweite kamen, boten Dirk und Andreas mir den Capri an. Ich habe nicht lange über dieses Angebot nachgedacht und Silvester 2015 war der Capri in meinem Besitz. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht TÜV-tauglich und musste erst instandgesetzt werden. Mein Wille war es, das Auto bis zum Sommer 2016 straßentauglich zu bekommen.

Robin Stier hatte keine Chance, dem Capri zu entkommen - Eltern und Club sei Dank.

Robin Stier hatte keine Chance, dem Capri zu entkommen - Eltern und Club sei Dank.

Text: Marc Keiterling
Fotos: Marc Keiterling, Manfred SchumacherOnline seit: 23. Dezember 2017

Wer in Internet-Suchmaschinen Begriffe „Vergaser Service“ oder „Vergaser Reparatur“ eingibt, dem spuckt der Rechner deutlich mehr als ein Dutzend in Deutschland ansässige Unternehmen aus, die sich der komplexen Technik annehmen. Alles im Griff?

Vieles sicher, alles keinesfalls. Komplex ist nicht nur der Aufbau der kleinen Gasfabriken, kompliziert machen es auch die schier unendlichen Varianten. Schwierigkeiten bereitet bei vielen Modellen außerdem die Ersatzteilsituation. Oder die daraus folgende Notwendigkeit, zum improvisieren, aber nicht zu wissen, wie. Schließlich: Wer kann sich schon jenes umfassende Wissen über die seit den 90-er Jahren im Automobilbau ausrangierten Teile raufschaffen, wie es alte Vergaser-Experten besitzen? Da verzweifelt nicht nur manch spezialisierter Betrieb, sondern auch viele Oldtimerbesitzer, die ihren Verdruss über einen stockenden, maßlos saufenden oder zäh beschleunigenden Wagen in verschiedenen Foren und Gesprächen zum Ausdruck bringen. Einem korrekten Ventilspiel, einem intakten Verteiler, dem richtigen Zündzeitpunkt und frischen Zündkerzen zum Trotz. Verzweiflung über den Vergaser

„Ich kenne jeden Vergaser-Typ“

„Ich kenne jeden Vergaser-Typ, der jemals in Deutschland produziert wurde, in- und auswendig. Wir sprechen hier über rund 1.700 verschiedene Typen.“ Sagt Manfred Schumacher aus Oberhausen.

Sieht gut aus, funktioniert wieder perfekt: Der Solex-Vergaser eines 90 PS V6 unter der Haube eines Capri II.

Sieht gut aus, funktioniert wieder perfekt: Der Solex-Vergaser eines 90 PS V6 unter der Haube eines Capri II.

„Vergaser-Manni“ genießt in der Szene einen exzellenten Ruf – obwohl seine Homepage nicht zu den vorderen Treffern der eingangs erwähnten Suche gehört. Im Oktober dieses Jahres wurde er 75 Jahre alt, noch immer werkelt er tagtäglich in seiner Werkstatt. Noch – es wird der Tag kommen, wo er dies nicht mehr kann oder will. Und dann? Geht ein Vermächtnis verloren.

Es stellt eine Art Königsdisziplin in der Automobiltechnik dar. Ein Vergaser ist feinste Mechanik, alles muss auf den hundertstel Millimeter passen. Passt dies nicht, bleibt das edelste Gefährt ein bockiger Esel. Für einen geschmeidigen Lauf kann einer sorgen, der sich mehr als 35 Jahre lang beruflich intensiv mit dem Thema befasste. Der sich bereits in Zeiten, als Vergaser noch produziert wurden, mit deren Instandsetzung auseinandersetzte. Der sie alle kennt, der gut 1.000 alte Vergaser besitzt und Quellen erschloss, die ihm auch das Auftreiben seltenster Ersatzteile ermöglichen.

Manfred Schumacher begann 1971 im Vergaser-Werk Pierburg Solex in Neuss als Maschinenschlosser. Er beschäftigte sich neben der aktuellen Produktion von Beginn an parallel mit defekten Exemplaren.

„Was ich weiß, was ich über die verschiedenen Typen alles im Kopf habe: Wie soll sich das jemand aneignen, der nicht einen vergleichbaren Werdegang in diesem Bereich erlebte? Das kann doch gar nicht funktionieren“, sagt Schumacher. Er sagt dies ohne jeden Anflug von Arroganz oder Überheblichkeit. Eher bedauernd.

Projekt ist nicht umsetzbar

„Ich hatte vor sechs Jahren mal den Entschluss gefasst, zu versuchen, mein Wissen weiterzugeben. Es war mir wie eine Art Verpflichtung, weil ich nicht möchte, dass jemand seinen Oldie nicht mehr fährt, weil er die Problematik mit dem Vergaser nicht gelöst kriegt. Doch das ganze Projekt ist leider gescheitert.“