Text: Dennis Berndt
Fotos: Jürgen Schemel
Online seit: 25. Juli 2018

Wir haben uns schon relativ früh in diesem Jahr entschlossen wieder zum Mitgliedertreffen des CCD am Nürburgring zu fahren. Auch unseren Kindern hat es im letzten Jahr super gefallen. 2016 waren wir erstmals nach langer Pause wieder in die Eifel gereist.

Kurz vor der Abfahrt - ja, man hätte auch im Winterhalbjahr etwas erledigen können - galt es, letzte Feinheiten am Capri abzuarbeiten. Der Lack auf der Motorhaube war leider in die Jahre gekommen und zeigte Verschleiss. Also noch eben beim Lackierer nachgefragt, ob es möglich wäre, in einer Woche eine Zweifarbenlackierung auf die Haube zu werfen. Es hat geklappt, wurde aber ziemlich eng. Erst am Freitag der Abfahrt um 14 Uhr konnte ich ihn abholen.

Also direkt nach der Arbeit zum Lackierer. Capri geholt, dann nach Hause gedüst, die Flüssigkeiten überprüft. Zelt, Stühle, Tisch, Rucksäcke, Schlafsäcke, Campingkocher, Isomatten, Kopfkissen versucht im Kofferraum unterzubringen. Mist, passt nicht! Alles nochmal raus. Gut, bleibt die Hutablage eben da. So passte es dann doch so eben. Frau und Kinder eingepackt und los ging die zweistündige Fahrt am Freitagnachmittag mitten im Berufsverkehr.

Der Standort des CCD-Clubzelts am Nürburgring in diesem Jahr. Direkt vor dem Zelt und einmal schräg versetzt (hinten links) standen die Capris. Die Frequenz an Besuchern war deutlich höher als in den Vorjahren.

Der Standort des CCD-Clubzelts am Nürburgring in diesem Jahr. Direkt vor dem Zelt und einmal schräg versetzt (hinten links) standen die Capris. Die Frequenz an Besuchern war deutlich höher als in den Vorjahren.

Freitag, Stauzeit. Zu unserem Erstaunen ging es dann aber für den Berufsverkehr, gerade im Großraum Köln/ Bonn, relativ zügig voran. Netterweise hatte man uns aber ein wenig Rollsplitt auf die Autobahn gestreut. Aaahhh, die neue Lackierung! Also Abstand zum Vordermann. Gegen 18 Uhr kamen wir dann am Nürburgring an. Nach einer kleinen Ehrenrunde nahmen wir unsere Eintrittskarten in Empfang und fuhren kurz runter nach Adenau um ein wenig für den Grill zu holen. So eine Fahrt macht schon hungrig. Und durstig...

Zurück am Ring angekommen, bauten wir unser Zelt in „Rekordzeit“ auf. Doof, wenn man das Zelt nur einmal im Jahr in der Hand hat. Auf jeden Fall war der Durst jetzt groß und wir machten uns auf den Weg zum Clubzelt. Ein paar alte Bekannte wieder getroffen und gleich wieder erkannt. Nach einer festen Mahlzeit und Gerstenkaltschalen für meine Frau und mich, die Kinder bekamen Limonade, fielen wir dann mit der nötigen Bettschwere in den Schlafsack.

Alles gepflegt zum Geburtstag des CCW: Rasen und Autos strahlen mit der Sonne um die Wette.

Reger Betrieb - da braucht es gute Servicekräfte. Jana und Leonie Berndt gehören auf jeden Fall zu diesen.

Am nächsten Morgen waren unsere Kinder und ich sehr früh wach. Also schlichen wir durch das noch schlafende Fahrerlager. Die Kinder konnten auf die Bühne, welche zur Siegerehrung aufgebaut war und wir schauten uns in Ruhe und ganz alleine die Fahrzeuge im alten Fahrerlager an. Langsam erwachte der Ring zum Leben und wir gingen frühstücken.

Jetzt nahmen unsere Kinder, Jana und Leonie, ihre „Arbeit“ auf. Ich vermute, an diesem Wochenende hat jeder Besucher von ihnen mindestens einmal den Satz, „Willkommen beim Capri Club, was kann ich ihnen bringen“, gehört. Sie waren nicht mehr vom Service wegzubekommen. Langes Zureden war nötig, um sie wenigstens einmal vom Tribünenbesuch zu überzeugen, um wenigstens ein wenig vom Renngeschehen mitzubekommen. Zurück am Zelt waren sie dann aber auch wieder verschwunden um uns zu bedienen.

Nach Benzingesprächen und dem traditionellen Grillen - in diesem Zusammenhang ein großer Dank an die „Grillcrew“ - wurden noch ein paar Flaschen geleert bis es hieß, der zweite Tag ist nun auch schon wieder vorbei.

Am Sonntag wurde ein wenig länger geschlafen, da leider auch an Motorsportprogramm noch nicht viel anstand am Grand Prix-Kurs. Also in Ruhe zum Frühstück. Kaum ein halbes Brötchen und einen Kakao später standen die Kinder auch schon wieder an der Getränkeausgabe. Wir wollten gerne nochmal durch das Fahrerlager und über den Boulevard gehen, aber jetzt waren die Mädels da wirklich nicht mehr wegzubekommen. Also gingen wir allein. Zurück am Clubzelt fragte dann Leonie: „Papa, wollen wir nochmal auf die Tribüne?“ „Da kommen wir gerade her. Ihr wolltet doch nicht mit.“ „Ok, Papa. Ich bin dann wieder bei den Getränken.“ Leidenschaft Servicekraft.

Unsere große Tochter meinte an diesem Wochenende zu mir, ob wir dieses Treffen zur Familientradition werden lassen könnten. Klar, ich habe absolut nichts dagegen! Hoffentlich wird es weiterhin in diesem Rahmen noch viele Jahre stattfinden. Unsere Meinung zum neuen Standort: Wir fanden ihn spitze! Viel Zulauf an allen Tagen. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass es von dort keine Sicht auf die Rennstrecke gibt.

Ein dickes Dankeschön gilt dem Orga-Team. Es waren wunderschöne Tage. Nette Leute, gutes Wetter und ein gelungenes Mitgliedertreffen. Zwei weitere Dankeschön darf ich von Jana und Leonie noch weitergeben. Zum einen für die Trinkgelder, welche sie netterweise bekommen haben, und für die Überraschung welche sie vom Vorstand des CCD bekommen haben. Auf Wiedersehen 2019 am Ring!

Die Capris der CCD-Mitglieder zogen viele Blicke auf sich.

Die Capris der CCD-Mitglieder zogen viele Blicke auf sich.

„Lauft, Männer!“ Aufstellung zum sogenannten Les Mans-Start.

„Lauft, Männer!“ Aufstellung zum sogenannten Les Mans-Start.

Bekanntes Bild: Capri der Baureihen I und III dominieren.

Bekanntes Bild: Capri der Baureihen I und III dominieren.

Fotoarchiv Nürburgring Classic 2018